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Wedemark Versteigerung abgesagt: Zukunft der alten Hofstelle in Bissendorf ist offen
Umland Wedemark

Versteigerung abgesagt: Zukunft der alten Hofstelle in der Wedemark ist offen

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18:06 16.01.2020
Schon seit Jahren muss die Front der alten Hofstelle abgestützt und gesichert werden. Quelle: Ursula Kallenbach
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Großburgwedel/Bissendorf

Die Bombe platzte nur wenige Momente nach Eröffnung des Termins: Die für Donnerstagmorgen angesetzte Versteigerung der unter Denkmalschutz stehenden Hofstelle in Bissendorfs Ortsmitte werde es nicht geben. „Die Parteien haben sich geeinigt“, gab Rechtsanwalt Jörg Wisotzki für die von ihm vertretenen Erben zu Protokoll.

„Das war der schnellste Termin, den ich jemals hatte“ sagte die leitende Rechtspflegerin Sylvia Sasse. Unterdessen geht das Ringen um die historischen Gebäude entlang der Gottfried-August-Bürgerstraße in Bissendorf allerdings weiter.

Was wird nun aus der baufälligen Hofstelle?

Denn die Einigung der Erbengemeinschaft hat gegenwärtig vorrangig steuerliche Gründe, wie Rechtsanwalt Friedrich Dehne betonte, der die bei der angesetzten Versteigerung gegensätzlichen Erbenparteien vertritt. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Veräußerung für alle Beteiligten die wirtschaftlich schlechteste Lösung. Die Frage, was aus der zwar denkmalgeschützten, wohl aber außerordentlich baufälligen Hofstelle nun wird, ist damit jedoch keinesfalls beantwortet. Bei der Suche nach einer Lösung, hielten beide Rechtsvertreter übereinstimmend fest, gehe es aktuell weniger um bautechnische Details als um die innerfamiliäre Interessenslage.

Lesen Sie auch: Versteigerung: Wie geht es mit Bissendorfs alter Hofstelle weiter?

Überraschung für viele Zuschauer

Im übervoll besetzten Verhandlungssaal des Amtsgerichts Burgwedel löste die Nachricht gelinde Überraschung aus. Zu der Versteigerung waren nicht nur potentielle Bieter erschienen – darunter der in der Wedemark bereits vielfach engagierte Bauunternehmer Rainer de Groot und der Geschäftsführer der Fuhrberger Zimmerei, Christian Zeymer. Auch viele Anwohner und Nachbarn des bereits vor vielen Jahren aufgegebenen Landwirtschaftsbetriebes verfolgten das Geschehen. Dabei durchaus aus eigenem Interesse.

Denn um gestalterisch mitwirken zu können, wie Bürgermeister Helge Zychlinski vor Verhandlungsbeginn dieser Zeitung sagte, hat die Gemeinde bereits öffentlich einen neuen Bebauungsplan eingebracht. Der sogenannte Aufstellungsbeschluss sei eingeleitet, damit wisse jeder Investor, dass er sich beim Kauf der Gebäude und landwirtschaftlichen Flächen auf gestalterische Einschränkungen vorbereiten müsse. Zudem arbeitet die Gemeinde an einer Gestaltungssatzung. Diese Bauleitplanung würde jedoch nicht nur die in Rede stehende Hofstelle, sondern auch die umliegenden Flurstücke betreffen.

Einigen der Zuschauer im Gerichtssaal, deren Grundstücke künftig ebenfalls betroffen wären, gehen diese Pläne zu weit. Obwohl noch nichts beschlossen ist und erst wenige Details überhaupt umrissen sind, sprechen sie von „Enteignung“. Andere kritisierten die Gemeinde, sie reagiere viel zu spät auf die Entwicklung in der Ortsmitte. Ein Bebauungsplan hätte längst fertig sein können.

Zychlinski: „Wollen das Schlimmste verhindern“

Zychlinski betonte auf Nachfrage noch einmal, warum die Gemeinde nicht mitbieten werde. „Wir haben das durchgerechnet für unsere Tochtergesellschaft Bau und Entwicklung. Aber das kommt für diese junge GmbH eindeutig zu früh.“ Die nötigen Investitionen, um die Baudenkmäler rentabel zu sanieren, seien viel zu hoch. Die damit verbundenen Verkaufspreise selbst für Bissendorfer Verhältnisse kaum zu erzielen. Er befürchtet nun etwas anderes: Dass alles so bleibe, wie es ist, damit nach fünf weiteren Jahren des Verfalls der Denkmalschutz aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit fallen könne und dem Abriss danach nichts mehr im Wege stehe. Für den Fall könne nur ein Bebauungsplan „das Schlimmste verhindern.“

Der Ortsrat Bissendorf will über die Details des eingeleiteten Bebauungsplansverfahrens in seiner Sitzung am Donnerstag, 13. Februar, ab 20 Uhr im Bürgersaal des Bürgerhauses beraten. Zu Beginn der Sitzung sind Fragen an Politik und Verwaltung erlaubt.

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Von Rebekka Neander

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