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Wedemark Einmalig im Land: 64 Schilder weisen Radlern Weg der Kinderrechte
Umland Wedemark

Wedemark: 64 Schilder weisen Radlern Weg der Kinderrechte in der Wedemark

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17:28 26.11.2019
Dieter Battmer vom ADFC Wedemark (von links), Bürgermeister Helge Zychlinski, Frank Felgner von der Volksbank, Kunstschulleiter Bernd Tschirch, Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier, Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns, Christiane Freude von Unicef Südheide und Wolfgang Leichter vom ADFC zeigen die Schilder für den neuen Radweg der Kinderrechte. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Mellendorf

Das ist bundesweit ein einmaliges Projekt. Im Internet sucht man vergebens danach. Bislang hat keine Stadt oder Gemeinde das Vorhaben umgesetzt. Die Gemeinde Wedemark schon – und schmückt sich entlang der bereits existierenden Straße der Kinderrechte mit 22 Kunstobjekten nun auch mit dem Radweg der Kinderrechte. Mit diesen Hinweistafeln wird der Weg als kinderfreundliche Kommune fortgesetzt.

Radweg der Kinderrechte ist 60 Kilometer lang

Der Radweg der Kinderrechte erstreckt sich über einen 60 Kilometer langen Rundkurs durch die Gemeinde. Die Strecke führt vom Bahnhof in Mellendorf nach Gailhof, über Meitze, Hellendorf, Elze, Berkhof, Bennemühlen, Oegenbostel, Duden-Rodenbostel, Abbensen, Negenborn, Brelingen, Resse und dann weiter Richtung Scherenbostel, Bissendorf sowie Wennebostel und danach zurück nach Mellendorf.

64 Schilder weisen Radlern den Weg

Insgesamt 64 Metallschilder, davon 18 blaue Tafeln mit rotem Rand, auf denen der Name des Radwegs steht, sowie kleinere Schilder mit roten Kinderfiguren sollen Radlern den Weg weisen. Die fertigen Schilder werden nun peu à peu an speziellen Punkten angebracht. „Dafür sind zwölf neue Pfosten aufgestellt worden“, berichtet Projektleiterin Ellen Bruns, die sich in der Verwaltung um die kinderfreundliche Kommune kümmert und zugleich auch als Gemeindejugendpflegerin tätig ist.

ADFC investiert 50 Stunden

Die restlichen Tafeln sollen an den vorhandenen Pfosten der Region und der Gemeinde angebracht werden, womit das Radwegenetz in der Wedemark ausgewiesen ist. Das Projekt habe die Gemeinde bereits längere Zeit im Auge gehabt. Vor einem Jahr sei es mithilfe des ADFC Wedemark neu belebt worden. „Der ADFC hatte die Strecke abgefahren, festgelegt und geschaut, wo noch Hinweisschilder nötig sind“, berichtet die Projektleiterin. Er habe dafür 50 Stunden investiert.

Für den Einsatz bedankte sich Bürgermeister Helge Zychlinski: „Der Radweg der Kinderrechte ist ein zusätzliches Angebot, gleichwohl sind die Kinderrechte in Deutschland noch nicht so umgesetzt wie gewünscht.“ Es sei die Aufgabe der Gemeinde, auf die Thematik hinzuweisen und ein weiterer Baustein, der im Zusammenhang mit der kinderfreundlichen Kommune gut einzubauen sei. Gleichwohl müsse noch ein dickes Brett durchbohrt werden, räumte der Bürgermeister ein.

Radweg führt zu 16 Kinderrecht-Kunstwerken

Der erste symbolische Akt ist allerdings vollbracht. „Die Leute werden sich fragen, was die Tafeln entlang des Radweges zu bedeuten haben, und die Gemeinde kann aufklären“, sagte Zychlinski. Auf der Rundtour stehen bereits 16 Kunstwerke sowie sechs Objekte in Mellendorf, die Jungen und Mädchen der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark zusammen mit Künstlern angefertigt haben. An jeder Station sind Tafeln mit einem QR-Code angebracht, der Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Kunstwerk liefern soll.

Die Gemeinde investiert in die Beschilderung 2500 Euro. Die Kosten sind lediglich für Druck und Material, weil der ADFC den Radweg entwickelt habe und auch die Hinweistafeln anbringe, erläuterte Bruns. Ihren Angaben zufolge soll bis zum Frühjahr alles erledigt sein. Dann wolle die Gemeinde auch geführte Touren anbieten.

Positive Reaktionen auf das Projekt

Bernd Tschirch, Leiter der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark sowie Mitglied im Arbeitskreis Kinderrechte, berichtete, dass er bei einer Kunstschulleiter-Konferenz das Projekt vorgestellt hatte – und schilderte die Reaktionen: „Einmalig, Wahnsinn, klasse Idee.“ Mittlerweile gebe es bundesweite Anfragen. Die einmalige Stellung des Projektes bestätigte auch Christiane Freude von Unicef Südheide. Gleichwohl erinnerte sie an die Ratifizierung der Konvention vor 30 Jahren, die damals eine Revolution gewesen sei, die aber keiner bemerkt habe. „Still ist es auch nach drei Jahrzehnten“, sagte sie.

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Von Katerina Jarolim-Vormeier

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