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Wedemark Trockenheit: So kümmert sich die Gemeinde um ihre Bäume
Umland Wedemark

Wedemark: Bäume in der Gemeinde leiden unter der Trockenheit

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17:37 26.09.2019
Nicht das Herbstlaub ist es, das jetzt an den Eichen Am Kummerberg in Bissendorf gelb aus der Krone hervortritt; schon im August haben die Wedemärker diese Auswirkungen der Trockenheit auf die alten Bäume mit Sorge beobachtet. Quelle: Ursula Kallenbach
Wedemark

Ein bisschen Regen bringt nichts. Wer offenen Auges durch die Dörfer und die Natur geht, sieht es: Viele junge und selbst Hunderte Jahre alte Bäume werfen seit Wochen schon trockene Äste und Laub ab. Die Gemeinde Wedemark mit ihrem hohen Baumbestand muss reagieren.

„Die Lage der Bäume in der Wedemark hat sich tatsächlich deutlich verschlechtert. Die Trockenheit der vergangenen zwei Sommer hat ihnen stark zugesetzt“, bestätigt Gemeindesprecher Ewald Nagel. „Wir bewässern bereits jetzt besonders junge Bäume bis zu sechs Jahre. Im August haben wir begonnen, auch Altbestände zu bewässern.“ Natürlich habe sich der finanzielle Aufwand für die Gemeinde erhöht, lasse sich aber noch nicht exakt beziffern.

Mehr als 5500 Bäume muss die Gemeinde pflegen

Es geht um mindestens 5500 gemeindeeigene Bäume, die schon im Kataster der Verwaltung erfasst und im Blick der Mitarbeiter sind. Jeder Baum muss Nagels Angaben zufolge häufiger gepflegt werden als früher. „Die Bäume bilden durch die Trockenheit mehr Totholz. An Wirtschaftswegen in der Feldmark sind besonders Birken betroffen. Douglasien und Fichten sind zudem von Borkenkäfern befallen. Aktuell müssen wir auf dem Friedhof Bennemühlen deshalb Fichten fällen.“ Neben den schon dokumentierten 5500 Bäumen gibt aber noch viele weitere, die erst nach und nach mit ihren Merkmalen und ihrem Pflegebedarf in die Liste aufgenommen werden können.

„Regen kann man nicht herbeitanzen“

„Wir können zugucken, wie die Bäume vertrocknen. Aber mehr Regen kann man nicht herbeitanzen“, sagt Bissendorfs Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann. Sie beobachtet den Zustand vieler alter Baumreihen im Dorf, etwa am Kummerberg. Private Grundstückseigentümer hätten ebenso ihre Last mit der Pflege der Bäume wie die Gemeinde. „Zu Hause ist man auch hin und her gerissen. Soll man wässern, aber dann nimmt man auch von dem Wasser, was ohnehin zu wenig ist bei diesen Sommern?“

Zwei Mitarbeiter des Bauhofs sind seit Wochen mit dem Bewässern der gemeindeeigenen Bäume beschäftigt, zusätzlich sind auch beauftragte Fremdfirmen unterwegs. Das werde auch so bleiben, wenn die Gemeinde neue Bewässerungsgeräte beschafft, um das Personal effektiver einsetzen zu können. „In den kommenden Jahren werden wir unsere Ausstattung anpassen. Wir werden unsere Maßnahmen intensivieren“, heißt es von der Gemeindeverwaltung.

Der junge Baum auf dem Campus W wird auch bei Trockenheit über einen Bewässerungssack mit Wasser versorgt. Quelle: Ursula Kallenbach

Viele Geräte können helfen

„Bewässerungssäcke“ sind schon länger im Einsatz, um den jungen Bäumen einen ordentlichen Wasservorrat an die Wurzeln zu geben – unter anderem auf dem Campus W in Mellendorf. Ob darüber hinaus eine sogenannte Bewässerungslanze angeschafft werden soll, prüft die Gemeinde zurzeit. Das Gerät kann nebst Tank auf einem Bauhof-Fahrzeug montiert und vom Fahrerhaus aus gesteuert werden. Statt der bisher zwei Mitarbeiter müsste so künftig nur noch einer zur Baumbewässerung fahren. Andere Hilfen, die in Betracht gezogen werden, sind Gießringe, Kunststoffmanschetten, die, um die Baumscheibe herum aufgestellt, das Gießwasser zum Versickern nahe am Baum halten. Die Verwaltung schafft sie für Neupflanzungen und Teile des Altbestands an.

Gemeinde bittet Bürger um Unterstützung

Die Baumfachleute der Gemeinde testen auch den Einsatz von Bewässerungsballons. Auf dem Campus W und an der Grundschule in Elze werden versuchsweise 60-Liter-Ballons an jungen Bäumen aufgehängt, die über Tröpfchenbewässerung die Pflanzen versorgen sollen. Dabei arbeitet die Fachverwaltung auch mit den Schulen zusammen, um die Schüler für das Thema zu sensibilisieren. „Oftmals können auch mehrere kleine Schritte helfen“, verdeutlichen die Fachleute in der Verwaltung.

Und über den Gemeindesprecher wollen sie dringend noch loswerden: „Ein Dank der Gemeinde geht an alle Wedemärker, die sich im Sommer um die Bäume gekümmert haben. Wir bitten unsere Bürgerinnen und Bürger, bei Trockenheit Bäume zu wässern und dabei auch an die Gemeindebäume zu denken – unsere Mitarbeiter können nicht an allen Stellen gleichzeitig sein.“

Die alte Eiche am Markt in Bissendorf steht unter besonderer Beobachtung der Bissendorfer. Das große private Bauprojekt "Neue Höfe" dort musste die Wurzeln nachweislich schützen. Quelle: Ursula Kallenbach

Bissendorfer Eiche ist in gutem Zustand

Die alte Eiche am Bauvorhaben Neue Höfe in Bissendorf hat nicht nur die umfangreichen Tiefbauarbeiten dort unbeschadet überstanden, sondern auch die langen Trockenheitsperioden. „Unserer Eiche geht es sehr gut“, bestätigte Investor Rainer de Groot den Zustand im August. Dies sei auf die regelmäßige Pflege zurückzuführen. „Die Eiche am Markt wird entsprechend der Vorgaben der Gutachter gedüngt und regelmäßig bewässert, und dieses wird protokolliert“, so de Groot. „Zuletzt wurde ein Kulturschnitt für die Förderung der allgemeinen Vitalität angeordnet. Dieser ist bereits erfolgreich umgesetzt worden.“ uc

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