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Wedemark Überwachungskamera „weggepflückt“ – Nachbar als Dieb verurteilt
Umland Wedemark Überwachungskamera „weggepflückt“ – Nachbar als Dieb verurteilt
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00:18 17.02.2019
Mit einem solchen Obstpflücker angelte sich der Rentner die Überwachungskamera seines Nachbarn, von der er sich gestört fühlte. Quelle: Bierwirm - stock.adobe.com
Wedemark/Burgwedel

Weil er sich mit Hilfe einer langen Stange zum Obstpflücken die Überwachungskamera eines Nachbarn angeeignet hatte, hat das Amtsgericht Burgwedel einen 64 Jahre alten Wedemärker nun wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt. Sein Pech: Die Kamera übertrug ihre Livebilder über Tausende von Kilometern hinweg auf das Handy des Geschädigten, der seinen Nachbarn darauf als Täter identifizierte.

Nachbarschaftsstreit schwelt seit Jahren

So sehr auch Nachbarschaftsstreitigkeiten die Betroffenen selbst belasten, für Außenstehende nehmen sie manchmal regelrecht skurrile Züge an. Der berühmte Maschendrahtzaun lässt grüßen, der Entertainer Stefan Raab dereinst seinen einzigen Nummer-1-Hit beschert hatte. Auch im aktuellen Fall vor dem Amtsgericht schwang im Hintergrund ein offenbar schon mindestens 15 Jahre lang schwelender Nachbarschaftsstreit mit. Mal ging es um Hunde, mal um ein geparktes Auto, das der Müllabfuhr angeblich über längere Zeit die Zufahrt versperrte.

Obstpflücker als Tatwerkzeug

Besonders ein Dorn im Auge ist dem nun angeklagten Rentner die Videoüberwachung seines Nachbarn. Dieser hatte nach einem vorherigen Einbruch eine Anlage mit mehreren Kameras auf seinem Grundstück installiert. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der 64-Jährige im April 2018 die Abwesenheit des anderen ausgenutzt und spätabends eine der Kameras mit besagtem Obstpflücker – einem Säckchen mit Metallrand, befestigt an einem Teleskopstab – aus ihrer Magnetverankerung entfernt.

Kamera sendet Bilder nach Thailand

Der bestohlene Nachbar schreckte Sekunden später fast 9000 Kilometer entfernt aus dem Schlaf, er befand sich gerade auf einer Urlaubsreise in Thailand. Die heimische Überwachungsanlage ließ sein Handy schrillen, die Kamera sendete auch nach ihrer illegalen Demontage von der Hauswand noch eine halbe Minute lang weiter. Und auf den Bildern erkannte er laut der Zeugenaussage seinen Nachbarn, als dieser die just gestohlene Kamera gerade aus dem Sack des Obstpflückers holte.

An der Schuld des Angeklagten gab es vor Gericht keinerlei Zweifel. Der Kamera-Besitzer hatte den Diebstahl noch aus Thailand bei der Polizei in Mellendorf gemeldet. Einige Wochen später standen die Ordnungshüter dann mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür des 64-Jährigen. Mit dem Vorwurf des Diebstahls konfrontiert, hatte der Mann diesen auch sofort eingeräumt und die Beamten zum Versteck der Kamera geführt, wie ein Polizist als Zeuge vor dem Amtsgericht aussagte. Er hatte sie in einem Schaltkasten verborgen.

Dieb: Kameras filmen mein Grundstück

Warum der überführte Dieb dennoch Einspruch gegen den Strafbefehl über 40 Tagessätze à 30 Euro eingelegt hatte und es so zum Prozess kam, machte der Rentner gleich zu Anfang deutlich: Er wolle nun endlich die betreffenden Videoaufnahmen sehen, ließ er die Staatsanwältin und den Richter wissen. Angeblich filmten die Kameras auf sein eigenes Grundstück, sein Nachbar greife so massiv in sein Privatleben ein.

Richter Michael Siebrecht musste ihn enttäuschen: Es gehe im Prozess nicht um einen angeblichen Eingriff in die Privatsphäre, sondern schlicht um einen Diebstahl – und dafür müsse man die Videoaufnahme nicht ansehen. Er verurteilte den bislang nicht vorbestraften Wedemärker letztlich zu einer Geldstrafe exakt in der Höhe des Strafbefehls. „Das sollte Ihnen eine Lehre sein. Lassen Sie die Kameras hängen!“

Von Frank Walter

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