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Wedemark Schüler beschäftigen sich mit Gewaltprävention
Umland Wedemark Schüler beschäftigen sich mit Gewaltprävention
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00:16 11.11.2018
Christoph Rickels erzählt den Schülern seine bewegende Geschichte. Quelle: Martin Damas
Mellendorf

Eine beeindruckende und emotionale Veranstaltung zur Gewaltprävention zeigte Klassensprechern der siebten und achten Klassen des Gymnasiums Mellendorf, der Realschule Wedemark und der IGS Wedemark am Campus W friedliche Lösungen von konfliktreichen Aufgaben. Christoph Rickels, selbst durch einen Gewaltakt schwer geschädigt, erzählte den Jugendlichen von seinem Schicksal und will das „Miteinander wieder cool machen“.

Mit Rickels hat die kommunale Schulsozialarbeit der Wedemark ein bekanntes Gesicht zum Themenbereich der Gewaltprävention eingeladen. Um den Schülern ein gewaltfreies Miteinander zu zeigen, gründete er das Projekt „First Togetherness“ und besucht damit unter anderem Schulen.

Mit großem Interesse lauschten die Klassensprecher der Geschichte von Rickels: Nach einem Discobesuch im Jahr 2007 wurde der Friedburger niedergeschlagen, sodass er anschließend vier Monate im Koma lag. Noch heute leidet er unter den Folgen: Rickels ist zu 80 Prozent schwerbehindert und erwerbsunfähig. Er berichtet von unzählbaren Verhandlungen, die er seitdem miterlebt hat, spricht über das Urteil gegen den Täter – zweieinhalb Jahre auf Bewährung – und von seinem Kampf um jede Reha-Maßnahme. Bis heute, über 10 Jahre nach der Tat, befindet sich Rickels noch im Rechtsstreit. Mit einem Lächeln schildert er den Schülern des Campus, was er vor dem Vorfall für ein „Macho“ gewesen sei. Als Schülersprecher und Musiker habe ihn jeder gekannt. Noch eine Woche vor der Tat nahm der Sänger ein selbstgeschriebendes Lied auf und singt: „Ein Mensch wie er einmal war, ist ab dieser Sekunde nicht mehr da“.

Nach der Veranstaltung erstellten die Schüler mit den Schulsozialarbeitern der Gemeinde Wedemark einen Vortrag, den sie ihren Klassen präsentierten, um die Botschaft von Rickels und seinem Projekt „First Togetherness“ zu verbreiten – „Das Miteinander Cool machen!“.

Das Projekt machte den Schülern deutlich, welche Konsequenzen ein Schlag auf den Kopf oder ein Stoß in den Bauch haben kann. In ihren eigenen Vorträgen riefen die Klassensprecher ihre Mitschüler dazu auf, bei einem Streit das Gespräch zu suchen oder Abstand zu halten, anstatt Gewalt anzuwenden, die schlimme Folgen haben kann.

Von Leonie Oldhafer

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