Wedemark: Darum hat die Kommune jetzt zwei mobile Blitzer
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Wedemark Rathaus erklärt: Darum hat die Kommune jetzt zwei mobile Blitzer
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Wedemark: Darum hat die Kommune jetzt zwei mobile Blitzer

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18:00 28.09.2020
Der Blitzeranhänger der Gemeinde Wedemark steht nicht nur an den Umleitungsstrecken, sondern auch dort, wo regelmäßig zu schnell gefahren wird – wie hier in Resse.
Der Blitzeranhänger der Gemeinde Wedemark steht nicht nur an den Umleitungsstrecken, sondern auch dort, wo regelmäßig zu schnell gefahren wird – wie hier in Resse. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)
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Wedemark

Die Gemeinde Wedemark hat sich kürzlich einen zweiten Blitzeranhänger angeschafft – und der ist laut Rathaussprecher Ewald Nagel durchaus erfolgreich. Allein in der vergangenen Woche habe das Gerät 300-mal ausgelöst, erklärt Nagel auf Nachfrage. In den sozialen Medien war bereits heftig spekuliert worden, dass die Kommune offenbar Geschmack an den zusätzlichen Einnahmen gefunden habe.

„Wir haben uns den zweiten Blitzer zur verdichteten Überwachung angeschafft“, sagt Bürgermeister Helge Zychlinski (SPD). Allerdings sei das Gerät lediglich gemietet. „Um einen Erziehungseffekt zu erzielen“, betont der Verwaltungschef. Das solle nicht nur für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen, sondern auch dem Lärmschutz der Anwohner dienen.

Mietgerät wird Ende des Jahres zurückgegeben

Geplant ist, das Mietgerät zum Ende des Jahres – wenn die Dauerbaustelle auf der Autobahn 7 Geschichte ist – zurückzugeben. Es ist der baugleiche Typ wie der Blitzeranhänger, den die Gemeinde im Januar 2019 für 142.000 Euro gekauft hat. „Damit unsere Kollegen keine neue Technik anwenden müssen“, begründet Nagel.

Der gemeindeeigene Blitzer hat sich für die Kommune bereits als lohnende Investition herauskristallisiert. Innerhalb des ersten halben Jahres wurden knapp 15.000 Temposünder in der Wedemark geblitzt – und das fast ausschließlich auf den A7-Umleitungsstrecken in Berkhof, Hellendorf, Elze und Mellendorf, auf denen abends und nachts Tempo 30 gilt.

In sechs Monaten kassiert die Gemeinde 100.000 Euro

Trauriger Spitzenreiter im vergangenen Jahr war ein Raser, der in einer Tempo-50-Zone mit 121 Stundenkilometern geblitzt wurde. In einer Tempo-30-Zone wurde ein anderer Fahrer mit 106 Stundenkilometern gemessen. Doch etwa auch in Bissendorf-Wietze oder in Resse hat das Gerät bereits die Geschwindigkeit gemessen. In den ersten sechs Monaten spülte der Blitzeranhänger gut 100.000 Euro in die kommunale Kasse. Die andere Hälfte der Geldstrafen für die ertappten Raser geht so wie mit der Region Hannover vereinbart an die dortige Bußgeldstelle.

Aktuelle Zahlen aus 2020 stünden der Gemeinde noch nicht zur Verfügung, sagt Nagel. Die 24.000 Euro, die die Kommune für die Dauer der Miete in das zweite Gerät investiert, dürften sich dennoch rentieren – bei durchschnittlich 300 ertappten Rasern pro Woche.

Von Sven Warnecke