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Wedemark CDU/SPD stellt klar: Planung für Gewerbegebiet Neuer Hessenweg ist noch im Gange
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Wedemark Gailhof CDU/SPD stellt klar: Planung für Gewerbegebiet Neuer Hessenweg ist noch im Gange

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17:16 03.12.2019
Nach dem Willen der Gemeinde Wedemark soll zwischen Gailhof und Meitze ein neues Gewerbegebiet entstehen. Dagegen gibt es Protest. Quelle: Sven Warnecke
Gailhof

Nach den Diskussionen und der laut gewordenen Kritik rund um die geplante Gewerbeansiedlung am Neuen Hessenweg in Gailhof haben die Fraktionsvorsitzenden der großen Koalition im Rat Stellung bezogen. Rudi Ringe (CDU) und Jürgen Benk (SPD) sprechen in einer gemeinsam veröffentlichten Mitteilung davon, dass sich einige Irrtümer verfestigt hätten, die es richtigzustellen gelte. Sie unterstützen die Gemeindeverwaltung: „Hier ist also noch nichts festgeschrieben.“

Für die Entwicklung neuer Baugebiete in der Gemeinde gebe es – egal, ob es sich um Wohnungen oder Gewerbe handelt – vorgeschriebene Verfahrensschritte, verdeutlichen die beiden Kommunalpolitiker. Die Beteiligung der Menschen sei dabei immer ein wesentlicher Bestandteil. „So wird verhindert, dass irgendetwas an Bürgerinnen und Bürgern vorbei passiert.“ Genau in dieser Phase befinde sich aktuell der Prozess zu dem Gebiet am Neuen Hessenweg. Dort will die Gemeinde auf einem knapp 20 Hektar großen Areal Bauflächen für klein- und mittelständische Betriebe als Gewerbegebiet im südlichen Abschnitt ansiedeln sowie Platz für logistiknahe Unternehmen als Industriegebiet im Nordabschnitt entwickeln.

Bürger können bis zum 13. Dezember Anregungen und Bedenken äußern

Die Bürger haben noch bis zum 13. Dezember Zeit, die erste Planskizze im Rathaus in Mellendorf einzusehen und ihre Anregungen und Bedenken zu äußern. Benk und Ringe ermuntern alle Interessierten, sich an dem Verfahren aktiv zu beteiligen. Erst wenn diese Frist abgelaufen sei, „werden die Eingaben zusammengefasst und in öffentlichen Sitzungen der zuständigen Gremien besprochen“, heißt es weiter in der Mitteilung. An diesen können dann auch alle interessierten Bürger teilnehmen.

In der Skizze werde indes auch deutlich, dass der Abstand zwischen der Wohnbebauung und der Baugrenze für das Gewerbegebiet an der engsten Stelle 130 Meter betrage, berichtet Susanne Brakelmann, Vorsitzende des Ausschusses Planen, Bauen und Umweltschutz. Zudem soll ein Grüngürtel das Gelände eingrenzen. „Diese beiden Planungsstände werden in der Öffentlichkeit immer wieder falsch dargestellt“, heißt es von CDU und SPD.

Verein unterstützt Bürgerinitiative

Die örtliche Bürgerinitiative (BI) bekommt beim Kampf gegen die geplanten Gewerbebetriebe auf dem Gelände indes Unterstützung vom Verein Bürger für eine lebenswerte Wedemark (BLW). Das ist das Ergebnis einer Mitgliederversammlung Mitte November. „Wir hören allerorts, dass immer mehr Bürger das Vertrauen in unsere Gemeindeverwaltung, auch in die von ihnen gewählten Vertreter im Gemeinde- und Ortsrat und in die Fachausschüsse, verloren haben“, sagte Christoph Chilla, Vorsitzender des Vereins, der unter anderem bei der Y-Trasse für die Interessen der Wedemärker Bürger gekämpft hatte.

Bei den Planungen für das Gebiet Neuer Hessenweg fühlten sich aktuell viele nicht mitgenommen „und der Willkür der Verwaltung ausgesetzt“, heißt es in einer Mitteilung der BI und des Vereins nach einer anschließenden gemeinsamen Veranstaltung von BLW und BI mit gut 80 Besuchern. Dies bestätigte die Sprecherin der BI, Margarethe Garland: „Viele haben versucht, direkten Kontakt mit Ratsmitgliedern, Ortsratsmitgliedern und Ausschussmitgliedern zu bekommen, um ihnen vor Ort zu zeigen, welche gravierenden Auswirkungen ihre Beschlüsse auf jeden Einzelnen haben. Außer den Grünen ist keiner gekommen, um sich das einmal aus unserer Sicht anzuschauen“, kritisierte sie.

Brakelmann widerspricht Kritik der Bürger

Dem widerspricht die Ausschussvorsitzende Brakelmann. Alle Mandatsträger der großen Koalition seien selbstverständlich zu Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern bereit. „Wir sind die gewählten Vertreter, wir sprechen über alle Themen, die die Öffentlichkeit beschäftigen. Und das nutzen auch viele Interessierte immer wieder“, betont sie. Ohne einen Gedankenaustausch mit den Wedemärkern sei kommunalpolitisches Arbeiten Brakelmanns Angaben zufolge undenkbar.

BI rechnet mit enormen Folgen durch Gewerbe

Das neue Gewerbegebiet habe enorme Folgen, ist sich die BI allerdings sicher. „Nicht nur für die Anwohner, sondern auch für die gesamte Wedemark. Denn Gailhof und Meitze werden dadurch noch viel mehr zu einer Verkehrstaustelle. Und zudem zu einem massiven optischen Schandfleck für dieses Einfallstor zur Wedemark“, sagt Garland. Der BLW-Vorsitzende Chilla ruft dazu auf, „dass die Bürger der Wedemark künftig Seite an Seite gemeinsam unter einem Dach Stärke zeigen sollten“. In anderen Orten der Gemeinde sei das bereits von Erfolg gekrönt gewesen. Etwa bei der Umgestaltung des Bissendorfer Ortskerns oder beim Durchgangsverkehr in Negenborn. „Es kann in der Wedemark jeden Ort treffen, auch recht plötzlich, wie das Vorgehen der Gemeinde in Sachen Neuer Hessenweg aktuell zeigt“, betont Chilla.

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Von Julia Gödde-Polley

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