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Wedemark Kampf dem Eltern-Taxi: Grundschüler aus Resse steigen gemeinsam auf das Fahrrad um
Umland Wedemark

Wedemark: Grundschüler aus Resse haben sich Sieg erstempelt

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12:59 10.07.2019
Die Kinder der Grundschule Resse haben Stempel gesammelt, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad gekommen sind. Carla (von links), Elisabetta, Seda und Ajmani sind bei der Aktion dabei. Quelle: Christina Jarolin (Archiv)
Resse

97 Schüler der Grundschule Resse sind sich einig: Gemeinsam wollen sie das Mama-Taxi und damit den Verkehrsstress an der Schule vor Unterrichtsbeginn zum Auslaufmodell machen – langfristig. In ersten Aktionen haben sie sich zu Fuß und per Fahrrad auf den Weg gemacht.

Für ihre körperlichen Aktivitäten statt Transport im elterlichen Auto sammelten alle Kinder Stempel im Heft. Die Stempelaktion endete mit einem großen Treffen morgens vor der Schule, initiiert vom Schülerrat der Grundschule. Die zehn Vertreter der Schulkinder hatten einen offenen Brief an die Eltern geschrieben, in dem sie auf die gefährliche Verkehrssituation vor der Schule aufmerksam machen. Darin heißt es: „Wir gehen gern zu Fuß, damit wir die Umwelt schützen und die Eltern nicht belasten und oder mit den Freunden quatschen können.“Der Brief wurde an alle verteilt und der Parkplatz vor und hinter der Schule mit Flatterband abgesperrt.

Klassen gewinnen alle

Doch beim Auswerten der Stempelkarten wurde schnell klar: Es war gar nicht möglich, die aktivste Klasse als Sieger zu ermitteln. Die Klassen lagen unter Berücksichtigung von Klassengröße und Fehltagen kranker Kinder quasi gleichauf, berichtet Schulleiterin Christina Jarolin. Somit musste die Schule die Sponsoren der Aktion einschalten, und die gesamte Summe von 300 Euro für den Sieg wurde auf alle Klassen umgelegt. Die Freude war groß, als die erste Vorsitzende des Fördervereins, Katharina Polzer, und der Vertreter der Wählergemeinschaft Wedemark-Resse (WWR), Carsten Grotzke, den Scheck an den Schülerrat überreichten.

Schulleiterin zieht positives Fazit

Jarolin zieht jetzt ein positives Fazit. „Die Aktion wurde begeistert von den Schülern aufgenommen. Fröhliche Schülergruppen kamen morgens gemeinsam zur Schule, die Verkehrssituation vor der Schule wurde deutlich entspannter. Auch aus der Elternschaft war breite Unterstützung zu spüren“, fasste sie zusammen. Leider habe sich aber auch die morgendliche Verkehrssituation teils in Nachbarstraßen verlagert; dies sei nie Sinn der Aktion gewesen. „So haben wir nochmals an die Eltern appelliert, dass sich jeder Erwachsene seiner Vorbildfunktion bewusst sein muss“, berichtet Jarolin.

Schule will „am Ball bleiben“

Nach den Sommerferien soll das bestehende Patensystem ausgeweitet werden, kündigt die Schulleiterin an. Junge und ältere Grundschüler treffen sich morgens an abgesprochenen Punkten – etwa Engelbosteler Straße Ecke Martin-Luther-Straße oder Tävenriethe Ecke Osterbergstraße – und laufen von dort gemeinsam zur Schule. Auch Jarolin selbst will die Schüler in den ersten zwei Wochen auf dem Weg begleiten. Auch im neuen Schuljahr will die Leiterin das Thema immer wieder ansprechen und „auf alle Fälle am Ball bleiben“. Zum offiziellen Aktionstag „Zu Fuß zur Schule“ des Deutschen Kinderhilfswerkes am 22. September habe sich die Schule bereits mit dem Projekt angemeldet, berichtet Jarolin.

Schon in den Vorjahren hatte es immer mal wieder Anschreiben an die Eltern gegeben. Als Schule und Schüler sich zu der jüngsten Aktion entschlossen, war die Situation morgens dramatisch. „Zwei Drittel der Schüler werden mit dem Elterntaxi gebracht. Das ist sehr viel“, hatte die Schulleiterin festgestellt. Dies führte an allen Seiten des Schulgebäudes, am Haupteingang an der Osterbergstraße wie um die Ecke vor der Feuerwehr an der Straße Altes Dorf, gegen 7.45 Uhr zu völlig unübersichtlichem Verkehr. Ziel der Aktion war es, das Bewusstsein der Eltern zu verändern. „Wir hoffen, dass wir ein nachhaltiges Umdenken anstoßen können“, sagt Jarolin.

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