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Wedemark 60 Jahre Jugendfeuerwehr Elze: Nachwuchs ist schwer zu finden
Umland Wedemark

Wedemark: Jugendfeuerwehren finden immer schwerer Nachwuchs

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17:21 21.10.2019
Die Gruppe Bissendorf 2 schlägt sich gut an der letzten Station des Orientierungslaufs rund um das Feuerwehrhaus in Elze. Quelle: Ursula Kallenbach
Elze

Die Jugendfeuerwehr Elze ist die älteste in der Wedemark und die drittälteste in der Region Hannover. Als Jugendfeuerwehrwart zählt Dominik Jansen an den Fingern seine Vorgänger ab: Er ist in Elze der nunmehr achte, der verantwortlich für den Nachwuchs in der örtlichen Feuerwehr sorgt. Doch es werde immer schwieriger, Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern.

15 Mitglieder zählt die Elzer Jugendwehr aktuell – „leider nur“, bedauert Jansen. „Wir waren schon mal 30.“ Aber Zuwachs aus der Kinderfeuerwehr, die 20 Jungen und Mädchen zähle, stehe ins Haus. „Da kommen jährlich etwa fünf zu uns herüber.“

Alexander Krumbein (17) aus Bissendorf-Wietze: „Ich finde die Kameradschaft sehr gut. Aber es gibt immer weniger ehrenamtliche Feuerwehrleute. Mein Großvater ist bei der Berufsfeuerwehr Hannover – da möchte ich auch mal hin.“ Quelle: Ursula Kallenbach

Jugendliche haben mehr Alternativen für die Freizeitgestaltung

Schwieriger ist es heute allgemein für Jugendfeuerwehren, Nachwuchs zu gewinnen. „Die Interessen der Jugendlichen liegen mehr beim Digitalen“, sagte Jansen und brachte damit die Realität auf den Punkt. Die Jugendlichen hätten heute insgesamt mehr Alternativen bei der Freizeitgestaltung. „Früher konnte man nur rausgehen, um Freunde zu treffen.“

Zum 60-jährigen Bestehen seiner Jugendfeuerwehr organisierte Jansen jetzt mit seinem Team einen Orientierungslauf rund um das Feuerwehrgerätehaus an der Wasserwerkstraße. Etwa 120 Jugendliche aus dem nördlichen Teil der Region nahmen an dem sportlichen Vergnügen teil, begleitet von etwa 40 Betreuern. Auch die Jugendfeuerwehr aus der Partnerstadt Mehringen war angereist. Aus der Wedemark beteiligten sich neun Jugendfeuerwehren.

Rouven (12) aus Bissendorf: „Ich bin in der Jugendfeuerwehr, weil meine Schwester und mein großer Bruder auch schon dabei waren. Ich finde hier alles gut.“ Quelle: Ursula Kallenbach

Marsch ja – aber vor allem Spaß

Ein Orientierungslauf zu diesem Anlass ist kein Übungsmarsch wie bei der Bundeswehr. Vor allem Spaß machten die zehn Stationen an der 5,6 Kilometer langen Strecke. „Ein bisschen spielerische Feuerwehrtechnik ist dabei, an einer anderen Station müssen die Jugendlichen Wappen den Bundesländern zuordnen“, beschrieb der Elzer Jugendfeuerwehrwart. Auch selbst gebastelte Papierflieger stiegen im Wettkampf in die Luft. Die Feuerwehrjugend war vier Stunden unterwegs.

Geschicklichkeit war gefragt bei der letzten Station am Feuerwehrhaus, um mit dem Wasserstrahl aus dem Feuerwehrschlauch einen roten Ball durch ein Labyrinth zu treiben. „Den Übungsaufbau haben wir von den Kollegen aus Thönse ausgeliehen“, berichtete Jansen.

Platz eins ging am Ende an die Jugendfeuerwehr Negenborn, Platz zwei belegte die Gruppe Bissendorf 2, Platz drei erreichten die Mitglieder der Gruppe Meitze 2. Sie bekamen zusätzlich zur obligatorischen Urkunde und einer Süßigkeitenbox auch einen Pokal.

Darauf ist Jugendfeuerwehrwart Dominik Jansen stolz: 60 Jahre besteht die Elzer Jugendfeuerwehr jetzt. Ein Foto in der Chronik zeigt die erste Jugendwehr und die Gründungsmitglieder. Quelle: Ursula Kallenbach

Jugendliche sind Ortsbrandmeister von morgen

Der 1. Mai 1959 ist der exakte Gründungstag der Jugendfeuerwehr Elze. „Die Jugendfeuerwehr wurde damals gegründet, um die Jugendlichen ‚von der Straße‘ zu bekommen, da es kurz zuvor einen Unfall mit einem Pkw gab“, daran erinnerte der stellvertretende Ortsbrandmeister der Feuerwehr Elze, Carsten Dettmers, in seinem Rückblick und vergewisserte sich dazu bei den beiden anwesenden Gründungsmitgliedern und Brüdern Hans-Heinrich und Herbert Bütehorn. „91 Prozent unserer aktiven Kameraden haben ihre Vorgeschichte in der Jugendfeuerwehr“, hob Dettmers hervor. Also richtete er einen Appell an den Nachwuchs: „Ihr Kinder und Jugendlichen seid die zukünftigen Ortsbrandmeister und anderen Funktionsträger in euren Feuerwehren.“

Und auch das noch: Jugendfeuerwehrwart Jansen erhielt aus der Hand des stellvertretenden Regionsjugendfeuerwehrwarts Bernd Klepsch das Ehrenzeichen der niedersächsischen Jugendfeuerwehr für seine langjährigen Tätigkeiten in der eigenen Jugendfeuerwehr wie auch auf Gemeindeebene.

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Von Ursula Kallenbach

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