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Wedemark Syrer stellen orientalische Musik vor
Umland Wedemark Syrer stellen orientalische Musik vor
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12:34 19.10.2018
Abdulrahim Aljouja bringt den Fünftklässlern ein rhythmisches Klatschen bei. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Mellendorf

Statt Rock oder Pop erklingen arabische Klänge: Einen besonderen Musikunterricht haben jetzt Fünftklässler der Realschule Wedemark erleben dürfen. Die Syrer Abdulrahim Aljouja und Ammar Zin brachten den Jungen und Mädchen ihre orientalischen Instrumente näher und studierten mit ihnen darüber hinaus einen kleinen Auftritt ein.

Junge Geflüchtete präsentieren Realschülern orientalische Instrumente sowie Musik – und die Fünftklässler sind begeistert.

Die beiden jungen Männer sind aus ihren Heimatland geflüchtet. Der 21-jährige Abdulrahim lebt bereits seit vier Jahren in Deutschland und absolviert derzeit in Hannover eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Sein Freund, der 23-jährige Ammar, musiziert seit mehr als drei Jahren in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Bislang präsentierten die jungen Männer ihre Musikinstrumente in Schulen jeweils allein. Nun sind sie dazu übergegangen, gemeinsam die orientalische Musik den Schülern vorzustellen.

Doch bevor es an die Vorstellung ihrer Spielgeräte ging, lernten die Realschüler mit Händen und Füßen vier Töne zu erzeugen. Erst stampften sie mit dem rechten Bein. Dann kam das Klatschen auf die Schenkel, die Brust und zum Schluss das mit beiden Händen hinzu – und auf Anhieb hatten die Kinder den Rhythmus heraus. „Das macht Spaß“, stellte die 10-jährige Johanna fest.

Schüler lernen Musik und Kultur kennen

Anschließend fragte Abdulrahim Aljouja in die Runde, „was sind eine Riq und Daf?“ Weil Musiklehrerin Stefanie Krieg ihre Schüler vorab über die Perkussionsinstrumente informierte, kannten die Schüler die Namen der Instrumente. Was sie aber nicht wussten, dass die Riq eine „Tochter“ der Daf ist, weil sie auch noch Schellen an der Seite hat. Zudem kannten sie den Klang der Musikgeräte nicht. „Das klingt gut“, sagte Hannes und er wippte wie auch seine Mitschüler mit den Füßen. Außerdem wollte er von dem Musiker wissen: „Zwiebelt es an den Fingern?“ „Ein bisschen schon“, antwortete Abdulrahim Aljouja, der seit seinem achten Lebensjahr auf Riq und Daf musiziert.

Nach seiner Kostprobe erklärte Ammar Zin den Unterschied zwischen einer Gitarre und der Oud: Die Oud sei dickbäuchig, habe einen halbbirnenförmigen Schalenkorpus und sei aus mehreren Holzschichten zusammengesetzt, erfuhren die Fünftklässler. Die Decke verfüge über drei Schalllöcher, die Gitarre lediglich über ein Loch. Und am Hals befinde sich der nach hinten abgeknickte Wirbelhalter. Die Oud sei doppelchörig mit sechs Saitenpaaren bespannt, drei aus Metalldraht und drei aus Nylonseide und beide Musiker intonieren anschließend ein Stück aus dem Irak.

Gemeinsam mit den Schülern probten sie dann in Kleingruppen ihren kleinen Auftritt: Einige sangen, andere musizierten mit Klanghölzern und wieder andere Klatschten mit. „Ihr seid super gut“, sagte Abdulrahim nach dem Kurzauftritt. „Musik, welche auch immer, sie macht Spaß.“

Programm Welcome Board

Niedersachsen wird bunter. Das ist auch in der Musik zu entdecken. Deshalb haben das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie die Musikland Niedersachsen GmbH seit 2016 das Musikprojekt „Welcome Board zu Gast im Klassenzimmer“ gemeinsam ins Leben gerufen. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, geflüchteten und migrierten Musikern zu ermöglichen am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teil zu haben.

Das Programm sieht vor, dass Musiker etwa aus Syrien, dem Irak oder Senegal bundesweit von April bis Dezember 2018 Schulen besuchen und den Schülern hautnah ihre Musik vorstellen. Mit ihren Instrumenten spiegeln sie die Diversität musikalischer Einflüsse Wider: Von der Oud über Darbouka und Djembé bis hin zu Daf, Kamantsche, Kanun sowie Santur. jar

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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