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Wedemark Trotz Verkehrsproblemen: Politik will neues Wohnbaugebiet Ortsriede
Umland Wedemark

Wedemark: Trotz ungelöster Verkehrsprobleme spricht sich Politik für neues Wohngebiet Ortsriede aus

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17:34 30.10.2019
An der Ortsriede/Schaumburger Straße in Mellendorf sollen fünf Hektar Fläche für den Wohnungsbau erschlossen werden (rot umrandet). Quelle: Gemeinde Wedemark
Mellendorf

Nun ist der Weg frei: Für ein weiteres Wohnbauland in der Wedemark Der Ratsausschuss für Planen, Bauen und Umweltschutz hat sich ausgesprochen. Mitten in Mellendorf soll an der Ortsriede/Schaumburger Straße eine circa fünf Hektar große Fläche (50.000 Quadratmeter) durch einen Bebauungsplan erschlossen werden.

Mehrfamilienhäuser und eine Reihenhauszeile sollen im östlichen sowie Einzel- und Doppelhäuser im westlichen Abschnitt auf fast 3,5 Hektar errichtet werden. Zur Erschließung ist auch eine Anbindung an die Kreisstraße 111 geplant. Der Bauausschuss hat jetzt mehrheitlich den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst – allerdings mit Nachdruck darauf verwiesen, dass die verkehrlichen Probleme weiter untersucht werden müssten.

Entwässerung wird schwierig

Aktuell gibt es in der Wedemark eine große Nachfrage nach Bauland, insbesondere für Mehrfamilienhäuser auch im Bereich des sozialen Wohnungsbaus. Darüber sind sich Verwaltung und Politik einig. Die jetzt vorgesehene Fläche war schon im Gemeindeentwicklungsplan genannt. Nach Überzeugung der Bauverwaltung ist sie für diese Planung gut geeignet. Sie liege zentral insbesondere zu Schulen und Kindergärten.

Andererseits bringt das Gebiet natürliche Nachteile mit sich. Es handelt sich um einen ehemaligen Abbaubereich, der tiefer liegt. Der Entwässerung käme daher besonderes Augenmerk zu. Auch aus diesem Grund war die Fläche seinerzeit von den Politikern aussortiert worden, als ein Standort für das neue Rathaus gesucht wurde. Jetzt steht dieses gegenüber an der Ortsriede am Campus W.

Polizei muss gefragt werden

Weitere Verkehrsuntersuchungen seien nötig, befand der Ausschuss, wie die Vorsitzende, Susanne Brakelmann, auf Nachfrage dieser Zeitung erläuterte. Auch müsse die Polizei Mellendorf zu dem Verkehrsknoten Schaumburger Straße/Wedemarkstraße mit Schrankenbereich und zahlreichen Ein- und Ausfahrten um eine Stellungnahme gebeten werden.

Dies war im ersten Anlauf nicht geschehen. Ein bereits eingeholtes verkehrstechnisches Gutachten eines Büros aus Hannover wies neuerliche Verkehrszählungen aus. Die Verteilung des zusätzlichen Verkehrsaufkommens aus der geplanten Wohnbebauung konnte gleichwohl von den Fachleuten aus Hannover „im Rahmen dieser Untersuchung nur grob abgeschätzt werden“. Sie schlugen vor, die Fahrbahn zwischen Einmündung Schaumburger Straße und Lidl-Zufahrt baulich aufzuweiten und dabei den vorhandenen Fußgängerüberweg zugunsten einer Mittelinsel als Hilfe zur Überquerung der Straße in Erwägung zu ziehen. Diese Möglichkeiten sollten, so das Fachbüro, im Rahmen eines Vorentwurfs geprüft werden.

Ausschuss will Zebrastreifen nicht entfernen

Der Ausschuss mochte dieses Aufgeben des Zebrastreifens nicht befürworten, sagte Brakelmann. Auch die Stimme des Seniorenbeirats im Ausschuss setzte ein Votum dagegen. „Die ersten Bewohner werden dort voraussichtlich in vier Jahren einziehen. Es geht nicht, dass die Verkehrsprobleme nicht geregelt sind“, betonte die Ausschussvorsitzende. „Das muss Hand in Hand laufen“. Insofern stellte der Ausschuss fest, dass die Verwaltung den Kontakt zur Polizei Wedemark suchen solle.

Außerdem räumte die Bauverwaltung in der Diskussion Brakelmann zufolge ein, dass vermutlich ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben werden müsse. Das vorliegende Gutachten fasse zwar zusammen, dass das Verkehrsaufkommen der geplanten Wohnbebauung zu einer höheren Verkehrsbelastung an dem Knotenpunkt führen werde – „die jedoch in Relation zum vorhandenen Verkehrsaufkommen als gering einzustufen ist“. Doch diese Aussage schien den Ausschussmitgliedern nicht hinreichend zu sein.

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Von Ursula Kallenbach

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