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Wedemark Schulen positionieren sich gegen AfD-Meldeportal
Umland Wedemark

Wedemark: Weiterführende Schulen positionieren sich gegen AfD-Meldeportal

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00:21 13.05.2019
Katja Wehrend (von links), Astrid Müller-Jago, Oliver Kummer, Sabine Fahrenholz und Antje Pobloth betonen die Werte an den Schulen. Quelle: Stephan Hartung
Mellendorf

Die weiterführenden Schulen in der Wedemark haben eine gemeinsame Stellungnahme herausgebracht. Damit beziehen Gymnasium, IGS und Realschule eine klare Position gegen das Internet-Meldeportal „Neutrale Lehrer in Niedersachsen“ der AfD. Die Partei hatte im Dezember vergangenen Jahres ein Portal freigeschaltet, in dem Schüler und Eltern anonym Lehrer melden können, die nach AfD-Ansicht die Schüler in deren politischer Meinungsbildung beeinflussten und damit gegen ihre Neutralitätsgebot verstießen.

Diskurs, politische Meinungsbildung, Schulfrieden – diese Begriffe stehen auf einem Deckblatt für die Stellungnahme, die die Schulen verfasst haben. „Schule muss ein geschützter Raum für Schüler und Lehrer sein. Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche Demokratie lernen. Eine Partei hat sich da nicht von außen einzumischen“, sagt Antje Pobloth, Personalrätin am Gymnasium. In der gemeinsamen Stellungnahme wird betont, dass der Unterricht frei und kritisch sein muss, aber neutral ist – wobei Neutralität nicht ein Verzicht auf jede politische oder sonstige wertgebundene Stellungnahme bedeutet. Man beteilige sich an kontroversen Diskussionen, thematisiere auch umstrittene Zitat von Politikern, stelle sich dem Umgang mit gesellschaftlichen und politischen Konflikten und fordere die Schließung des Portals.

70 Prozent der Lehrer haben unterschrieben

Von Januar bis März haben die Schulen gemeinsam an der Stellungnahme gearbeitet. Insgesamt 70 Prozent aller Mitglieder der drei Kollegien haben sich mit Unterschriften beteiligt. Von insgesamt 225 Lehrern – Gymnasium 85, IGS 110, Realschule 30 – sind dies mehr als 150 Lehrer. Eine gute Zahl, wie Pobloth findet. „Einige haben aber auch abgelehnt, weil sie der Meinung sind, dass man der AfD keine zusätzliche Plattform bieten darf.“

Das Meldeportal der AfD beeinflusst zwar nicht den Unterricht, bleibt aber im Hinterkopf. „Mir ist es egal, wenn mich jemand bei diesem Portal meldet. Dennoch denkt man im Unterricht schon daran“, sagt Oliver Kummer, Lehrer und Personalrat an der IGS Wedemark. Michael Sassenberg ist Personalrat am Gymnasium und unterrichtet dort Geschichte. „Im Unterricht zur Weimarer Republik hätte ich vor zehn Jahren nie gedacht, dass eine Partei wie die AfD ein Beispiel sein kann, wie wichtig die Festigung der Demokratie ist.“

Das Problem der Wedemärker Lehrer, das auch alle anderen Kollegen in Niedersachsen betrifft: Sie wissen nicht, ob sie einen Eintrag haben. „Das bekommen wir nicht mit und stehen im Regen, prinzipiell kann alles eingetragen werden“, sagt Katja Wehrend, Lehrerin und Mitglied im Personalrat der IGS. Die AfD leitet Eintragungen ihres Portals an die Landesschulbehörde weiter. Von dieser, und das ist für die Lehrer wichtig, gibt es Rückhalt. „ Die Behörde hat uns mitgeteilt, dass wir einfach so weitermachen sollen wie bisher“, berichtet Astrid Müller-Jago, Personalrätin an der Realschule.

Wedemärker AfD-Fraktionsvorsitzende versteht Hype um Portal nicht

Bei der Alternative für Deutschland (AfD) in der Wedemark versteht man die Aufregung um das Meldeportal nicht. „Ich kann den Hype nicht nachvollziehen. Diese Meldeseite bei der Landesschulbehörde gab es früher auch schon. Nur weil es jetzt von der AfD ist, gibt es eine große Aufregung“, sagt Antje Lange, Vorsitzende der AfD-Fraktion im Rat der Gemeinde Wedemark. Die Seite sei gut und auch nicht falsch zu interpretieren, „denn auf rechtliche Aspekte wird bei der Nutzung auf der Seite hingewiesen“.

Ein weiteres Argument von Antje Lange, wonach die Aufregung nicht nachvollziehbar sei: Es gibt nur wenig Einträge auf der Seite – und das niedersachsenweit. Sie weiß davon, weil sie im Landesausschuss für Bildung sitzt. Über dieses Gremium hat sie auch allgemein Einsicht in die Einträge. Daher müssen sich die Vertreter der weiterführenden Schulen aus der Wedemark nach Angaben Langes auch keine Sorgen machen, dass es Meldungen über sie gibt. „Über die Schulen der Wedemark gibt es keinen Eintrag“, berichtet die Fraktionsvorsitzende.“ hg

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