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Wedemark Radler strampeln für die Kinderrechte
Umland Wedemark Radler strampeln für die Kinderrechte
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00:16 20.09.2018
Und los geht es auf die elf Kilometer lange Fahrradstrecke zu den Kinderrrechtskunstwerken.
Und los geht es auf die elf Kilometer lange Fahrradstrecke zu den Kinderrrechtskunstwerken. Quelle: Kallenbach
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Mellendorf

Vor allem den Kinderrechten widmete die Gemeinde Wedemark am Sonntag ihren ersten Fahrradaktionstag und geht, nein fährt damit weiter auf ihrem Weg zur anerkannten Kinderfreundlichen Kommune.

Zu einer elf Kilometer langen Rallyestrecke brach ein großer Pulk von radelnden Teilnehmern nun vom Campus W in Mellendorf auf. Besonders Kinder und Jugendliche sollten mit dem Aktionstag für Bewegung im Alltag und für das Fahrrad als Fortbewegungsmittel im Besonderen begeistert werden. Die Rallye steuerte in Hellendorf den Bücherwagen sowie in Meitze, Gailhof und Mellendorf die Kinderrechtskunstwerke an. Silben waren einzusammeln und am Ende zu einem Lösungswort zusammenzufügen für eine Verlosung. Der ADFC Wedemark organisierte und begleitete diese Rallye der bewimpelten Räder und fuhr vorweg.

Vor allem den Kinderrechten widmet die Gemeinde Wedemark ihren ersten Fahrradaktionstag und geht damit weiter auf ihrem Weg zur anerkannten kinderfreundlichen Kommune.

Unter der Ägide der Gemeindejugendpflege trugen weitere Partner an Infoständen und mit Aktivitäten dazu bei, das ganze Themenbündel mit Spaß und Wissenswertem aufzuschnüren. Zur Verkehrssicherheit rund um das Fahrrad informierten Polizei und Verkehrswacht, die Rennradsparte des MTV ließ die jungen Fahrradfahrer auf einer Rennstrecke ihre Geschicklichkeit trainieren, das Repair Café Wedemark machte seine ehrenamtlichen Reparaturdienste bekannt.

Kinder sollen gesund groß werden dürfen

Bürgermeister Helge Zychlinski nahm mit Familie teil und erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass die Wedemark den Aktionsplan zur Kinderfreundlichen Gemeinde vor eineinhalb Jahren aufgenommen hat und eine weitere Strecke vor ihr liegt. Der Fokus dieses Aktionstages richte sich auf die Kinderrechte, und damit auch auf das Recht der Kinder, gesund groß zu werden, verdeutlichte er. Zur Gesundheit gehöre auch, sich auf dem Fahrrad sicher bewegen zu können. Zugleich laufe die Woche des fairen Handels (fair trade). „Und dieses Thema nehmen wir genauso in den Blick“, betonte Zychlinski. Denn der faire Handel schließe Kinderarbeit aus. Als Symbol dafür mischte sich eine „lustige Banane“ auf zwei Beinen kostümiert unter das Publikum.

Wie geht es weiter mit der Bewegung per Rad? „Total toll, total toll“, schwärmte am Stand des Mellendorfer Turnvereins (MTV) der stellvertretende Leiter der Radsportsparte, Tobias Rohde. Und er meinte die Kleinsten, die schon auf dem Laufrad die Welt zu erobern und Gleichgewicht zu halten versuchten. „Ich bin noch mit Stützrädern am Kinderrad aufgewachsen, das war vollkommen falsch“, sagte er. Von den Laufrädern auf ein normales Kinderfahrrad zu wechseln, falle den Jüngsten viel leichter.

Gemeinde ist mit Straße der Kinderrechte bundesweit spitze

So viel Begeisterung für das Radeln im Familienalltag allerdings hilft nicht gleich, den Radsport zu stärken. Rohde zufolge sind in der MTV-Sparte 28 erwachsene Sportler aktiv, eine eigene Jugendabteilung gibt es noch nicht. Der Grund dafür liege auch darin, dass die ehrenamtlichen Trainer zurzeit so viele Stunden neben ihrem Beruf nicht aufbringen können – Unterstützung jederzeit willkommen.

Am Stand der Unicef Südheide führten Annegret Jendritzka und Christiane Freude viele Gespräche mit Besuchern. Freude ist von Beginn an im Arbeitskreis Kinderrechte der Gemeinde Wedemark aktiv. Sichtbares Zeichen für das jahrelange Engagement der Kommune und vieler beteiligter Künstler und Sponsoren sind die Kinderrechts-Kunstwerke in allen Ortsteilen. Vorausgegangen war die Widmung der bundesweit ersten Straße der Kinderrechte in Mellendorf am 18. September 2008.

Von Ursula Kallenbach