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Wedemark Erster Dreier-Anlauf zur EU klappt nicht
Umland Wedemark Erster Dreier-Anlauf zur EU klappt nicht
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00:16 25.01.2019
Im Juni 2018 war zuletzt eine Delegation aus Gislaved zu Besuch bei Bürgermeister Helge Zychlinski (links).
Im Juni 2018 war zuletzt eine Delegation aus Gislaved zu Besuch bei Bürgermeister Helge Zychlinski (links). Quelle: Ursula Kallenbach (Archiv)
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Wedemark

Ein Europa-Pilotprojekt sollte es werden: Die Gemeinde Wedemark, das schwedische Gislaved und Jakobstad in Finnland wollten damit gemeinsam Fachkräfte gewinnen und binden. Es schien ein großer Traum – aber die EU wollte ihn so nicht mitträumen. Sie genehmigte den gemeinsamen Förderantrag nicht.

„Wir haben einen Ablehnungsbescheid bekommen. Wir hätten uns mehr trauen und mutiger sein sollen“, sagt Gemeindesprecher Ewald Nagel. Die Kommunen hätten zu klein gedacht, hätten für das transnationale Europaprojekt noch mehr Partner gewinnen sollen aus Wirtschaft und Universitäten, habe die EU signalisiert.

Es ging bei der Bewerbung für das Förderprogramm „Interreg Baltic Sea Region“ darum, ein sogenanntes Remote-Office zu schaffen, das Mitarbeiter über große Distanzen mit einem Arbeitsplatz in Ämtern oder Wirtschaftsunternehmen verbinden sollte. Denn der Fachkräftemangel beschäftigt die Schweden und Finnen ebenso wie die Wedemärker. Verwaltungen und Wirtschaftsunternehmen in ländlichen Gebieten hätten vor allem durch die Großstädte Konkurrenz. Hier sollte das Remote-Office ansetzen. Von den veranschlagten 655.700 Euro Gesamtkosten wären circa 359.000 auf die Schweden, 157.000 auf Jakob-stad und 136.600 auf die Gemeinde Wedemark entfallen. Die drei Antragsteller rechneten mit einer Fördersumme von 491.700 Euro.

Die Zuversicht in das Kooperationsvorhaben ist keineswegs verloren gegangen. „Alle drei Partner sind überzeugt, dass das Projekt zukunftsfähig ist“, betont der Gemeindesprecher. Um dies zu untermauern, wird jede Seite jetzt weitere Kontakte prüfen, die sie einbringen könnte in das Netzwerk. Auch die Wedemärker Wirtschaftsförderin Antonia Hingler wird weitere Universitäten als mögliche Partner ansprechen. Bis März wollen die drei Kommunen in einer Analyse Risiken und Chancen und das dann gewonnene Potenzial bewerten.

Die Zeit drängt nicht, denn die infrage kommenden EU-Fördertöpfe stehen Nagel zufolge erst 2021 wieder offen. „Gegebenenfalls werden die Partner also Ende 2020 einen neuen Antrag stellen. In jedem Fall wollen alle weiter die internationalen Kontakte pflegen“, betont der Gemeindesprecher.

Von Ursula Kallenbach