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Wedemark Wunsch von BI Negenborn: Land zählt Verkehr auf Ortsdurchfahrt
Umland Wedemark

Wunsch von Bürgerinitiative Negenborn: sLand zählt Verkehr auf Ortsdurchfahrt in der Wedemark

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18:42 28.10.2019
Die kleinen schwarzen Messgeräte hängen an einem Laternenpfosten an der Ecke von Hannoverscher Straße und Klappenbrücke in Negenborn – eine Woche lang. Quelle: Sven Warnecke
Negenborn

Kleine schwarze Kästen hängen seit Dienstag an einem Laternenpfosten an der Ecke von Hannoverscher Straße und Klappenbrücke in Negenborn – mehrere Meter über dem Boden. Der Grund: Das Land Niedersachsen zählt dort den Verkehr. Dies bestätigt Friedhelm Fischer, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Hannover, auf Nachfrage. „Durch diese Zählung soll ermittelt werden, wie hoch die Verkehrsstärke in diesem Abschnitt ist.“ Dies diene als Grundlage, um „die Situation in Negenborn besser einschätzen zu können“, berichtet Fischer. Die Bürgerinitiative Negenborn (BI) kämpft seit zwei Jahren für eine Beruhigung auf der Landesstraße 383, die durch den Ort führt.

Die kleinen schwarzen Messgeräte hängen in mehreren Metern Höhe. Quelle: Sven Warnecke

Bis einschließlich Montag hat das Ingenieurbüro PGT Umwelt und Verkehr im Auftrag der Behörde eine Videokamera „zur manuellen Zählung der Fußgängerüberquerungen“ auf der Straße und ein Seitenradar installiert. Damit sollen Fischers Angaben zufolge die Anzahl der Fahrzeuge wie auch die Geschwindigkeit erfasst werden. Das Land will so herausfinden, von welchen Verkehrsteilnehmern – also Autos und Lastwagen sowie Zweirädern – und zu welchen Uhrzeiten die Strecke genutzt wird. Werden die Auto- und Lastwagenfahrer also geblitzt? „Nein, da muss kein Verkehrsteilnehmer Angst haben, dass er ein Knöllchen bekommt“, versichert Fischer und bittet trotzdem, die Straßenverkehrsordnung einzuhalten.

Daten werden anonymisiert und ausgewertet

„Die aufgezeichneten Daten werden anonymisiert, unter Beachtung des Datenschutzes aufgenommen und ausgewertet“, sagt der Leiter der Verkehrsbehörde. Das Material werde nicht an Dritte weitergegeben. Die Zählung diene der Einschätzung der Situation. Danach könne entschieden werden, ob ein Fußgängerüberweg, eine Ampel oder andere Vorhaben nach der Eröffnung der neuen Kindertagesstätte Kinnerstuuv in der Nähe notwendig sind. Die Kosten für die Zählung – nach Auskunft von Fischer betragen sie circa 3500 Euro – übernimmt das Land.

Die Geräte zählen Autos und Lastwagen sowie Fußgänger, die die Straße überqueren. Quelle: Sven Warnecke

Die Negenborner gründeten die Bürgerinitiative vor fast zwei Jahren – im November 2017. Seitdem kämpfen die Mitglieder für mehr Sicherheit bei der Überquerung der stark befahrenen und kurvigen Ortsdurchfahrt in Höhe der Kapelle. „Wir können den Verkehr nicht ändern. Aber wir wollen ihn erträglicher machen“, sagte Sprecherin Angela Janczikowski im Mai. Bisher gibt es nirgendwo im Ort eine Stelle, an der Fußgänger und Radfahrer ungefährdet die L383 überqueren können. Die BI fordert deshalb eine Verkehrsberuhigung und schlägt Tempo 30 und eine Bedarfsampel vor.

Bürger wollen sich einen Anwalt nehmen

Die BI habe bei dem Gespräch mit Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann den Wunsch nach einer Verkehrszählung geäußert, berichtet Janczikowski. „Das Land kommt sogar unserem Wunsch nach, außerhalb der Ferienzeit zu messen.“ Den Termin habe die BI von Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski erfahren. Erst im Mai hatte die Bürgerinitiative angekündigt, sich einen Anwalt zu nehmen, um zu erfahren, was rechtlich alles möglich ist. Zuvor hatten die Bürger Anfang April zunächst noch ein Schreiben vom Minister erhalten, in dem Althusmann keinen Handlungsbedarf für die Ortsdurchfahrt sah.

Die Gemeinde Wedemark unterstützt das Vorhaben der BI, sie kann aber nur bedingt etwas tun. Denn die Strecke ist eine Landesstraße – und damit ist das Land Niedersachsen zuständig. Im Rathaus begrüßt man die laufende Verkehrszählung. „Wir freuen uns sehr, dass man im Ministerium umgedacht hat“, sagt Sprecher Ewald Nagel auf Anfrage. „Wir hoffen sehr und gehen davon aus, dass vor Ort Maßnahmen getroffen werden müssen.“ An der Aussage der betroffenen Bürger habe man keinen Zweifel. Zudem hatte sich der Bürgermeister die Situation im Dorf selbst angeschaut – „insofern können wir das Gefühl bestätigen“, sagt Nagel.

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Von Julia Gödde-Polley

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