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Wennigsen Einkaufsdienst per Telefon: So organisieren Wennigser Corona-Hilfe für Ältere und Kranke
Umland Wennigsen

Coronavirus in Wennigsen: So organisieren junge Wennigser Hilfe für Ältere und Kranke

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09:39 17.03.2020
Junge Menschen in Wennigsen wollen Menschen, die besser zu Hause bleiben sollten, beim Einkaufen helfen. Quelle: Benjamin Nolte/dpa (Symbolbild)
Wennigsen

Schulen und Kitas sind geschlossen, fast alle Veranstaltungen in der Gemeinde abgesagt und insbesondere den Risikogruppen – wie Älteren und Lungenkranken – wird empfohlen, auf soziale Kontakte zu verzichten und möglichst in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben.

In dieser Zeit entstehen auch in Wennigsen Hilfsangebote: Einige junge Wennigser haben sich mit den Jusos Wennigsen zusammengeschlossen, um zu helfen. „Als junge Menschen gehören wir in der Regel nicht zur Risikogruppe und möchten daher Menschen aus Wennigsen unsere Hilfe anbieten“, sagt Jonas Farwig, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

„Gesellschaft muss zusammenhalten“

So können die Helfer beispielsweise Lebensmittel einkaufen, etwas aus der Apotheke mitbringen oder Pakete zur Post bringen oder abholen. „Gerade in schwierigen Zeit müssen wir als Gesellschaft zusammenhalten“, ergänzt Arne Kaiser, Vorsitzender der Jusos in Wennigsen. „Wir freuen uns über jede Person, die sich unabhängig von politischen Ausrichtungen bei uns mit engagieren möchte.“

Arne Kaiser von den Jusos bietet gemeinsam mit weiteren jungen Menschen aus Wennigsen seine Hilfe an. Quelle: Lisa Malecha (Archiv)

Die Idee hätten sie von anderen Juso-Ortsverbänden aus der Region. „Wir dachten, dass das eine gute Sache wäre“, sagt Farwig. Also wurden kurzerhand Handzettel ausgedruckt und schon am Wochenende in den örtlichen Supermärkten ausgelegt. „Bisher haben wir schon Rückmeldungen von Menschen bekommen, die auf unser Angebot zurückkommen wollen“, sagt Farwig. Konkrete Hilfsgesuche habe es aber bislang noch nicht gegeben. Doch die werden noch kommen, da sind sich die Jusos sicher.

Paul Stegemann will helfen

Zeitgleich hatte auch Paul Stegemann aus Wennigsen die Idee, anderen zu helfen. „Ich habe dann bei der Gemeinde nachgefragt, ob es ähnliche Angebote schon gibt“, sagt er. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Hilfsaktionen in der Verwaltung bekannt, also habe man ein Konzept erarbeitet. „Dann habe ich den Aufruf der Jusos gesehen, und wir haben unsere Angebote zusammengefasst“, sagt Stegemann. Denn parallel zu arbeiten, schien beiden Gruppen wenig sinnvoll.

Gemeinsam soll eine Plattform entstehen, bei der jeder seine Hilfe anbieten oder eben auch Hilfe in Anspruch nehmen kann. „Wir bauen derzeit einen Pool an Helfern auf – größtenteils junge Menschen“, sagt Stegemann. Unterstützt wird das Angebot von der Gemeinde Wennigsen, die den Helfern unter anderem das Telefon für die Hotline bereitstellt.

Initiator Paul Stegemann freut sich auf viele Helfer. Quelle: privat

„Die Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 kann besonders für Risikogruppen wie ältere Menschen, Menschen mit Lungenvorerkrankungen und Immunsupprimierte schwer verlaufen und auch lebensgefährlich sein. Deshalb ist es besonders für diese Menschen wichtig, soziale Kontakte zu anderen Menschen zu minimieren“, schreibt die Gemeinde, die die Initiative unterstützt, in einer Pressemitteilung.

Wenn Sie für Menschen aus den Risikogruppen einkaufen gehen, werden sie den persönlichen Kontakt auf das Nötigste beschränken, um eine Infektion zu vermeiden, sagt Farwig. Gedacht sei das Angebot vor allem für die Wennigser, die ansonsten keine Hilfe bekommen, etwa weil sie keine Verwandten im Ort haben oder Ähnliches, ergänzt Kaiser. „Aber jeder, der zur Risikogruppe gehört, kann sich melden.“

Hotline täglich von 10 bis 14 Uhr erreichbar

Unter der zentralen Telefonnummer 015733774011 werden Hilfegesuche angenommen und an Helfer weitergeleitet. Menschen, die beim Einkaufen unterstützt werden möchten, erreichen die Ehrenamtlichen telefonisch von Montag bis Sonnabend zwischen 10 und 14 Uhr oder mit einer Textnachricht via Whatsapp, Telegram oder SMS.

Alle, die Unterstützung benötigen, können sich auch per E-Mail an jusos-helfen@spd-wennigsen.de sowie ab Dienstag, 17. März, per Mail an einkaufshilfe.wennigsen@gmail.com melden. Hilfesuchende werden gebeten, ihre Telefonnummer zu hinterlassen, damit die Helfer alles Weitere mit ihnen absprechen können.

Die Gemeinde schreibt: „Jeder verhinderte schwere Krankheitsverlauf ist nicht nur für den einzelnen Menschen wichtig, sondern entlastet auch die Krankenhäuser und das Gesundheitssystem. Bis dahin: Keine Panik. Nicht hamstern. Solidarisch bleiben.“

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Von Lisa Malecha

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