Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wennigsen Gemeindeelternrat: Wennigsen fehlen im Sommer 100 Kita-Plätze
Umland Wennigsen

Gemeindeelternrat: Wennigsen fehlen im Sommer 100 Kita-Plätze

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:41 31.01.2020
Attila Meeßen, zweiter Vorsitzender des Gemeindeelternrats, ist überrascht von den wenigen Kita-Plätzen. Quelle: Lisa Neugebauer
Wennigsen

In der Gemeinde Wennigsen könnten im Sommer rund 100 Kita-Plätze fehlen, zu diesem Schluss kommt der Gemeindeelternrat. Vertreter des Gremiums hatten am Ende des vergangenen Jahres einer gemeinsamen Sitzung von Kita-Leitern und Gemeindeverwaltung beigewohnt. Darin war der Bedarf an Kita-Plätzen ermittelt worden. „Wir waren sehr überrascht von dieser hohen Zahl“, sagt der zweite Vorsitzende des Gemeindeelternrats, Attila Meeßen. „100 Plätze sind eine ganze Menge.“ Und fehlende Plätze für Kinder, die in das neue Wohngebiet Caleidis ziehen, seien darin noch gar nicht eingerechnet. Im Wohngebiet selbst ist keine Kita geplant.

Wird die neue Kita rechtzeitig fertig?

Grund dafür ist unter anderem, dass der seit Jahren geplante Kindergarten im Langen Feld noch nicht gebaut wurde. Zunächst hieß es, die AWO-Kita werde im Mai 2019 eröffnen, dann im August –nach aktuellem Stand soll sie nun im Sommer 2020 fertig sein. Für den Neubau sind zwei Krippengruppen mit jeweils 15 Plätzen, eine altersübergreifenden Gruppe mit 18 Plätzen und eine Regelgruppe mit 25 Plätzen vorgesehen.

Meeßen glaubt allerdings nicht daran, dass der Kindergarten rechtzeitig fertig wird. Zwar sei die Einrichtung bereits in die Bedarfsplanung aufgenommen, „die Wahrscheinlichkeit, dass er im Sommer eröffnet, ist aber gering“, sagt der Elternvertreter. Selbst wenn der Bauantrag jetzt genehmigt würde, könne die Kita vor Ende des Jahres nicht eröffnen. „Für mich ist das eine absolute Fehlplanung.“

Arbeitgeber rechnen mit den Eltern

Die Gemeinde halte auf Nachfrage jedoch an dem Eröffnungstermin fest, sagt Meeßen. „Aber wie soll das gehen? Und selbst wenn: Wo nimmt die Gemeinde die nötigen Erzieher her?“ Die Unsicherheit löse in vielen Eltern, deren Kinder im Sommer in die Kita kommen, ein „Gefühl von Panik und Hilflosigkeit“ aus, weiß der zweite Vorsitzende. Nicht jeder Chef sei damit einverstanden, dass Eltern ihr Kind länger als ein Jahr selbst betreuen müssen. „Arbeitgeber rechnen ja auch mit einem.“ Da helfe der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz nicht viel weiter, sagt Meeßen. „Klagen bringen in der Regel auch keine neuen Plätze und so ein Verfahren dauert lange.“ Er werde Eltern, die keinen Kita-Platz bekommen, dennoch zur Klage dazu raten.

Eltern sollen Fragen stellen

Um der Kommunalverwaltung die aus ihrer Sicht prekäre Lage zu verdeutlichen, ruft der Gemeindeelternrat Eltern dazu auf, am kommenden Montag, 3. Februar, den öffentlichen Bildungsausschuss um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses, Hauptstraße 1-2, zu besuchen. „Eltern sollen dort ihre Fragen stellen und die Politiker so zur Dringlichkeit ermahnen“, sagt Meeßen. Fragen wie diese treiben die Wennigser Eltern um: Was, wenn mein Kind im Sommer keinen Kita-Platz bekommt? Welche Übergangslösungen gibt es? Und was ist der Plan B, sollte die neue Kita nicht rechtzeitig fertig sein? „Wir fordern konkrete Lösungen“, sagt der zweite Vorsitzende des Gemeindeelternrats.

Das ist der Gemeindeelternrat

Der Gemeindeelternrat hat sich im Frühjahr 2019 gegründet, um die Eltern aller Kitas und Krippen in der Gemeinde zu vernetzen. Mitglieder sind die Elternvertreter aller Kitas im Gemeindegebiet. Der Elternrat hat zwei Sitze im Verwaltungsausschuss. Zusammen wollen die Eltern Themen und Probleme anpacken, die in jeder Kita auftauchen. Diskutieren will der Gemeindeelternrat etwa über die Einführung von Tempo-30-Zonen vor den Einrichtungen, die Schaffung von Ferienbetreuungsplätzen oder die fehlenden Kitaplätze.

Lesen Sie auch

Von Lisa Neugebauer

Die Tankstelle an der Degerser Straße ist am Donnerstagabend erneut überfallen worden. Wieder erbeuteten zwei Männer Geld von einer Angestellten. Die Beschreibung der bewaffneten Täter klingt ähnlich wie die vom Überfall am 5. Januar. Gibt es einen Zusammenhang?

31.01.2020

Zum zweiten Mal haben Schüler der KGS eine Blutspende in den Schulräumen organisiert. Für die Abiturienten ein großer Erfolg: Das Geld, dass das DRK pro Spende zahlt, fließt jetzt in die Abi-Ball-Kasse.

31.01.2020

„Fußball ist nicht mehr die Nummer eins“: TSV-Vorsitzender Jürgen Stegen schaut auf die Vergangenheit und die Zukunft des Fußballs in Wennigsen. Der Anlass: Vor 100 Jahren gründeten Sportler den ersten Fußballverein der Gemeinde. Ist das Fieber für den Sport seitdem ungebrochen?

30.01.2020