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Wennigsen Hygienemängel: KGS droht die Schließung
Umland Wennigsen Hygienemängel: KGS droht die Schließung
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00:20 08.02.2019
"Wir gehen hier ein im Dreck": Schulleiterin Birgit Schlesinger fordert die Gemeinde zum Handeln auf. Quelle: Gerko Naumann
Wennigsen

Birgit Schlesinger steht vor der vielleicht schwierigsten Entscheidung ihres Berufslebens. Die Leiterin der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Wennigsen denkt darüber nach, den Schulbetrieb vorübergehend einzustellen. Hintergrund ist die immer noch mangelhafte Reinigung der Räume durch das dafür von der Gemeinde Wennigsen beauftragte Unternehmen. Das Gesundheitsamt der Region Hannover hatte Anfang des Jahres sogar „gesundheitliche Beeinträchtigungen beziehungsweise potenzielle Infektionsgefahren“ attestiert und der Verwaltung eine Frist bis zum 8. Februar gesetzt, um sich zu äußern und die Mängel abzustellen.

Dreckige Böden, nicht geleerte Mülleimer, falsch gelagerte Putzmittel: Schüler, Eltern und Lehrer der KGS Wennigsen beschweren sich seit Jahren über die Reinigung ihrer Schule.

Die Gemeinde hat daraufhin reagiert und ein anderes Unternehmen mit einer 18.000 Euro teuren Grundreinigung der Schule beauftragt. Das ist am vergangenen Wochenende bereits teilweise geschehen, bestätigte Schlesinger – mit unterschiedlichen Ergebnissen. „In der Sporthalle sieht es sehr viel sauberer aus, in den Unterrichtsräumen wurden die sauberen Böden anschließend teilweise schon wieder kaputtgeputzt“, sagte Schlesinger.

„Katastrophale Zustände“

Ihre Kritik hat die Schulleiterin am Montagabend auch einmal mehr vor dem Bildungsausschuss im Rathaus vorgebracht. Dort erinnerte sie noch einmal daran, dass sie seit dreieinhalb Jahren täglich Listen mit Mängeln ins Rathaus schickt, die nach der Reinigung aufgetreten sind. „Das betrifft alle Bereiche, die Treppenhäuser, die Toiletten, den Verwaltungstrakt“, sagte Schlesinger. Weil trotz aller Bemühungen keine Verbessrung der „katastrophalen Zustände“ zu erkennen sei, habe sie sich an das Gesundheitsamt gewandt.

Gemeinde plant Gebäudemanagement

Die zuständige Wennigser Fachbereichsleiterin Ulrike Schubert kündigte an, dass die Gemeinde die Reinigung der Schule in Zukunft wieder in Eigenregie übernehmen wolle. Dafür müsse aber erst ein sogenanntes Gebäudemanagement aufgebaut werden. Das könne noch sechs bis neun Monate dauern. Für die Übergangszeit suche die Gemeinde nach einer anderen Lösung, das gestalte sich aber kompliziert. „Die Schwierigkeit besteht darin, jemanden zu finden, der es macht“, sagte Schubert. Zum einen sei der zeitlich begrenzte Auftrag für Firmen wenig attraktiv. Zum anderen schrecke die mittlerweile öffentlich geführte Diskussion über die Reinigung der Schule Unternehmen ab. Bislang habe auf Nachfrage nur eine Reinigungsfirma ein Angebot abgegeben, das jetzt geprüft werden soll.

Politiker kritisieren Verwaltung

Aus den Reihen der Politiker hagelte es Kritik für das Vorgehen der Verwaltung. Reinhard Wiens (SPD) bestätigte, dass trotz ständiger Hinweise der Schulleitung „jahrelang nichts passiert ist“. Joachim Batke (CDU) erinnerte daran, dass der Rat immer gefordert habe, bei der Suche nach einer Reinigungsfirma nicht nur auf Kosten, sondern auch auf Qualität zu achten. Barbara Krüger (Grüne) blickte dagegen nach vorn und hoffte, dass die Gemeinde bald einen Zeitplan für die Organisation des Gebäudemanagements vorlegt. Ein Bürger riet Schlesinger hingegen dazu, die Schule sofort vorübergehend zu schließen. „Dann ist die Gemeinde endlich gezwungen, etwas zu unternehmen.“

Die Hausmeister dokumentieren den Zustand der Räume fast täglich.

Tatsächlich ist es am Ende die Schulleiterin, die diese Entscheidung fällen muss. „Ich habe eine Verantwortung gegenüber den etwa 1000 Schülern, den Lehrern und den Mitarbeitern“, sagte sie. Sie sei enttäuscht von der Gemeinde als Schulträger, die sie „durch Unterlassung“ in diese Zwangslage gebracht habe. Und so fällt Schlesingers Fazit auch wenig positiv aus: „Eine zufriedenstellende Lösung sehe ich momentan nicht.“

Von Gerko Naumann

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