Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wennigsen In Sorsum ist das Löschwasser knapp
Umland Wennigsen In Sorsum ist das Löschwasser knapp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:19 11.11.2018
Die Saugstelle an der Lemmier Straße ist noch immer defekt. Quelle: Lisa Malecha
Anzeige
Sorsum

 In Sorsum ist das Löschwasser knapp – und das schon seit Jahren. Ausreichend Wasser für einen Großbrand, hier sind 1600 Liter pro Minute gefordert, gebe es aktuell nur im unteren Dorfbereich durch den Wennigser Mühlbach. Schon lange fordert die Feuerwehr, dass die Gemeinde dafür sorgt, das ausreichend Löschwasser zur Verfügung gestellt wird. Passiert ist allerdings wenig, kritisiert Ortsbrandmeister Jörg Schönfeld im Ausschuss für Feuerschutz und öffentliche Ordnung, Mobilität und Digitales.

Jörg Schönfeld berichtet im Ausschuss davon, wie knapp das Löschwasser in Sorsum ist. Quelle: Lisa Malecha

Schon als im Jahr 2000 der Hof Ehlermann brannte, machte sich das Problem auf dramatische Art bemerkbar: Mitten im Einsatz ging den Einsatzkräften damals das Wasser aus. Für den Löschwassermangel gibt es mehrere Gründe: Zwar kann sich die Feuerwehr an den zahlreichen Hydranten im Ort kann bedienen, allerdings kann Purena maximal 800 Liter Löschwasser pro Minute aus dem Trinkwassernetz liefern –etwa die Hälfte des bei Großeinsätzen benötigten Wassers. 2004 wurde dann eine zusätzliche Versorgungsleitung von Lemmie nach Sorsum verlegt, diese brachte laut Schönfeld allerdings keine wirkliche Verbesserung. „Weil es in Sorsum ein sogenanntes Verästelungssystem gibt. Die Wasserleitung endet hier“, erläutert er. „Wenn es zeitgleich an zwei Stellen brennt, dann nehmen wir uns das wenige Wasser noch gegenseitig weg.“ Im Ernstfall könnte das fatale Folgen haben. Zudem ist seit fast drei Jahren schon die Saugstelle an der Lemmier Straße defekt.

Anzeige
Wasser kann sich die Feuerwehr auch aus dem Wennigser Mühlteich holen. Quelle: Lisa Malecha

„Wir sind daher auf Brunnen, Löschteiche oder den Wennigser Mühlbach angewiesen“, sagt Schönfeld. Derzeit kann die Feuerwehr Wasser aus dem Löschteich an der Waldorfschule oder aus dem Wennigser Mühlbach am südlichen Ortsrand von Sorsum entnehmen. Doch beides kostet Zeit und ist umständlich. Um die Situation zu verdeutlichen, zeigte der Ortsbrandmeister auf, was bei einem Feuer im Dorfgemeinschaftshaus nötig wäre, um genügend Löschwasser zu haben. „Vom Mühlbach bis zum Dorfgemeinschaftshaus sind es 315 Meter – wir bräuchten also 16 Schläuche, um die Distanz zu überbrücken. Sollte Wasser aus dem Löschteich benötigt werden, müssten sogar 32 Schläuche eingesetzt werden, um die 629 Meter zu überbrücken. Im Ernstfall jedoch zählt jede Sekunde.

Die Notlage sei bereits Ende Mai 2017 mit der Verwaltung besprochen worden. Geprächsergebnis: Es sollten diverse Brunnen in Sorsum überprüft werden, danach sollte ein erneuter Termin zur Lösungsfindung organisiert werden. „Wir haben die vorhandenen Brunnen am Kirchhofsfeld und an der Kapelle geprüft. Diese liefern aktuell allerdings nicht genügend Löschwasser“, sagt Schönfeld und kritisiert: „Aber zu einem zweiten Gespräch ist es bisher ohnehin nicht gekommen.“

Ihn verärgere vor allem, dass dann auf einer Gemeindekommandositzung gesagt wurde, dass die Löschwassersituation in Sorsum ausreicht und keine Brunnen oder Zisternen gebaut werden müssen. „Wir brauchen ausreichend Brunnen oder Zisternen, damit wir Brände löschen können“, sagt der Ortsbrandmeister und fordert die Gemeinde, die für die Bereitstellung des Löschwassers zuständig ist, dazu auf, schnell eine Lösung zu finden. „Die bei größeren Bränden benötigten Wassermengen können wir zur Zeit nur im unteren Dorfbereich durch den Mühlbach sicherstellen“, verdeutlichte er die Dringlichkeit. Das Thema soll nun im kommenden Verwaltungsausschuss angesprochen werden.

Das waren die Themen im Ausschuss

Wie geht es mit dem Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in Argestorf weiter? Auch das war am Mittwoch Thema im Ausschuss für Feuerschutz und öffentliche Ordnung, Mobilität und Digitales. „Der Entwurf liegt nun beim Architekten, der prüft ihn und fertigt dann eine Zeichnung an“, sagte Peter Brückner von der Gemeindeverwaltung. Dann soll umgehend der Bauantrag an die Region raus gehen. „Wie lange es dauert, bis die Region diesen dann genehmigt, können wir nicht sagen.“ Dass mit den Bauarbeiten noch in diesem Jahr begonnen wird, könne er nicht versprechen. Grund für den Anbau sind Anordnungen der Feuerwehrunfallkasse, die den Einbau von Duschen und einer behindertengerechten Toilette angeordnet hatte. Die Gemeinde hat 85.000 Euro für die Erweiterung in den Haushalt eingestellt.

Freifunk im Rathaus

Im Rathaus gibt es ein WLAN-Netz über Freifunk. Die Initiative aus Hannover baut ein freies und offenes WLAN auf. Jeder kann mitmachen und das Netzwerk nutzen oder selbst einen Freifunk-Router aufstellen. Die Router verbinden sich innerhalb ihrer Reichweite automatisch untereinander. Dass Freifunk nun bereits im Rathaus angeboten wird, freut vor allem Uwe Kopec von der Piraten Partei, der den Kontakt zu der Initiative hergestellt hatte. Er hat nun beantragt, dass Freifunk auch in Solar-WLAN-Bänke integriert werden soll.

Neue Soundanlage für den Bürgersaal

Vor allem, wer im Bürgersaal weiter hinten sitzt, versteht derzeit schlecht, was vorne gesprochen wird. Nun soll eine neue Anlage mit modernen Mikrofonen, Verstärker und Lautsprechern Abhilfe schaffen. Verschiedene Möglichkeiten wurden im Ausschuss vorgestellt. Kostenpunkt für eine neue Komplettausstattung: 12.000 bis 16.000 Euro.

Von Lisa Malecha

Anzeige