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Wennigsen Das Interview: Haben Sie Angst vor dem Wolf, Andreas Hoppe?
Umland Wennigsen

Lesung in Wennigsen: Andreas Hoppe spricht über die Hoffnung und den Wolf

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18:09 22.11.2019
Der Schauspieler und Naturschützer Andreas Hoppe liest in Wennigsen aus seinem Buch "Die Hoffnung und der Wolf". Quelle: Philipp von Recklinghausen
Wennigsen

Andreas Hoppe stellt in Wennigsen sein neues Buch „Die Hoffnung und der Wolf“ vor. Die Lesung am Donnerstag, 28. November, beginnt um 19 Uhr in der Pinkenburg. Karten kosten 17 Euro, ermäßigt 15 Euro. Es gibt sie an der Abendkasse und im Reisebüro Cruising.

Wir haben mit dem Schauspieler und Naturschützer über seine Liebe zum Wolf und seine Erinnerungen an Hannover gesprochen.

Sie stellen Ihr Buch „Die Hoffnung und der Wolf“ nun auch in Wennigsen vor. Haben Sie Verbindungen zum Calenberger Land?

Um ehrlich zu sein: Nein. Und das obwohl ich ja vor vielen Jahren in an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover studiert habe. Ich erinnere mich daran, dass ich das toll fand – weil man gleich in der Eilenriede war. Am Raschplatz und im Anzeiger Hochhaus war ich oft zu Konzerten und Veranstaltungen. Außerdem habe ich während der Ausbildung angefangen, Saxofon zu lernen und war im Jazz Club in Linden, wo man für wenig Geld top Leute sehen. Das sind echt schöne Erinnerungen.

Jetzt kommen Sie mit einem ganz anderen Thema in die Region zurück – es geht nicht um Schauspielerei und Musik, sondern um den Wolf. Wieso hat der es Ihnen so angetan?

Das Thema ist ja grad sehr polarisierend. Ich finde es gut, dass der Wolf da ist, weiß aber auch, dass es eine Riesenherausforderung ist für Weidetierhalter und andere und daher auch heiß diskutiert. Der Herdenschutz ist wichtig. Aber der Wolf ist ja nicht dafür da, um die Weidetiere zu reißen, sondern dafür, ein bisschen Balance in die Wälder zu bringen.

Außerdem ist mir ganz wichtig: Der Wolf war hier mal heimisch. Wir haben eine historische Chance. Ich glaube nicht, dass wir die Krönung der Schöpfung sind und das Recht haben, darüber zu entscheiden, welches Tier nützlich ist.

Sie sagten bereits, dass das Thema polarisiert. Merken Sie das auch bei Ihren Lesungen?

Es gab schon Diskussionen und zweifelnde oder ängstliche Fragen. Viele wissen nicht, ob sie noch in den Wald gehen können. Ich versuche immer, so gut ich kann, die Fragen zu beantworten. Weil ich bin ja kein Wissenschaftler, sondern interessiere mich einfach dafür. Es gibt es auch, dass Leute dagegen waren, dass ich überhaupt da bin, um über das Thema zu sprechen.

Wie kam es dazu, dass sie dem Wolf ein ganzes Buch gewidmet haben?

Auslöser dafür, dass ich mich für das Buch entschieden hab, war, dass es eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes geben soll. Dabei geht es nicht darum, wie man den Menschen vor dem Wolf schützen kann, sondern vor allem darum, wie man den Wolf schützen kann. Ich bin sehr gespannt, was dabei rauskommt.

Ist Ihnen denn schon mal in freier Wildbahn ein Wolf begegnet?

Ich war schon in Waldgebieten, wo nachweislich Wölfe waren. Und erst mal kann ich sagen: Da saß nicht hinter jedem Baum der Wolf und freute sich, dass er mich endlich anfallen kann. Die sind tatsächlich scheu. In Kanada hatte ich aber ein Erlebnis, wo die Wölfe direkt vor mir standen. Das war einer der ersten Kontakte mit dem Tier. Die Wölfe kamen hinter einem Hügel hervor, und wir kamen von der anderen Seite des Hügels und dann standen wir da in ein paar Metern Entfernung. Und dann sind beide verschwunden.

Wird es denn neben dem Wolf auch um Andreas Hoppe, die Karriere als Schauspieler und die „Tatort“-Zeiten gehen?

Natürlich kommen auch Fans, die neugierig sind und wissen wollen: Was macht der denn jetzt, nachdem er sich von Kopper oder Kopper sich von ihm verabschiedet hat? Und natürlich ist Andreas Hoppe auch Thema. Ich sitze da vorne ja exponiert. Ich habe das Buch geschrieben. Die Besucher können auch zu mir Fragen stellen. Und nach der Lesung ist auch immer ein bisschen Zeit für Autogramme und nette Gespräche.

Das ist die Herbstlese im Calenberger Land

Andreas Hoppe ist nicht der einzige Schauspieler, der zur Zeit in Wennigsen lies. Im Rahmen der neuen Herbstlese hat das Reisebüro Cruising gleich drei Stars an den Deister geholt.

Den Anfang machte Kai Wiesinger bereits Anfang des Monats, als er sein Buch „Der Lack ist ab“ präsentierte.

Weiter geht es mit einem Besuch, der vor allem Sciencefiction-Fans erfreuen wird: Tom Wlaschihawird am Dienstag, 26. November, ab 19 Uhr in der Pinkenburg über seine Lieblingsbücher und seine Rollen sprechen. Als Killer Jaqen H’ghar ist er in der Erfolgsserie „Game of Thrones“ der Lehrmeister der jungen Arya Stark, der er auch das ein oder andere Mal das Leben rettet. Auf der Insel Braavos schließlich fängt Arya ihre Ausbildung bei H’ghar an, damit auch sie eine „Gesichtslose“ werden kann. Die Moderation an diesem Abend übernimmt Sibylle Rahm, Werbe- und Marketingexpertin im Buchhandel. Weiterer Veranstalter der Lesung ist Volker Petri vom Büro für Popkultur in Hannover.

Die dritte Veranstaltung der Reihe steht am Donnerstag, 28. November, im Terminkalender. Ab 19 Uhr ist Andreas Hoppe in der Pinkenburg zu Gast. Er wird aus seinem Buch „Die Hoffnung und der Wolf“ vorlesen. Hoppe ist dem Fernsehpublikum als langjährige Stammbesetzung aus dem ARD-„Tatort“ aus Ludwigshafen bekannt.

Weil die Diskussion um den Wolf ein aktuelles Thema ist, überlegt Veranstalter Henrick Heüveldop, „ob wir vielleicht Leute von der Jägerschaft einladen, das würde gut passen zum gegenseitigen Austausch“. Möglicherweise gibt es noch weitere Interessierte, die gezielt eingeladen werden könnten. Heüveldop berichtet sogar von Anrufen besorgter Eltern, die sich erkundigen, ob ihre Kinder im Deister noch sicher seien.

Karten kosten 17 Euro, ermäßigt 15 Euro. Es gibt sie an der Abendkasse, im Reisebüro Cruising oder unter www.lcc-cruising.de. Für die Lesung mit Wlaschiha sind nur noch wenige Restkarten online erhältlich.

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