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Wennigsen 400 Lichter als Signal gegen Fremdenhass
Umland Wennigsen 400 Lichter als Signal gegen Fremdenhass
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21:48 23.11.2018
Von der Klosterkirche aus machen sich die Teilnehmer des Lichtermarsches auf den Weg quer durch Wennigsen. Quelle: Björn Franz
Wennigsen

Knapp 400 Menschen haben am Freitagabend in Wennigsen gegen Fremdenhass und Hetze gegen Flüchtlinge protestiert. In einem friedlichen Lichtermarsch zogen sie von der Klosterkirche aus knapp eineinhalb Stunden lang quer durch das Zentrum der Gemeinde bis zur Hubertuskirche. „Es ist so viel Hass und Fremdenfeindlichkeit unter uns, dass wir gegen diese Dunkelheit ein Licht anzünden wollen“, sagte der Benther Pastor Martin Funke, der die Veranstaltung mitorganisiert hatte.

Die Idee zu dem Lichtermarsch war bei einer ökumenischen Dienstbesprechung in der Kirchenregion Gehrden-Wennigsen entstanden. Organisiert wurde er von einem Team des Kirchenkreises Ronnenberg mit katholischen, baptistischen und evangelischen Mitgliedern. Dem Aufruf, sich der Aktion anzuschließen, waren bereits im Vorfeld der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und das Bund der Antifaschisten gefolgt.

400 Teilnehmer setzten beim Lichtermarsch durch Wennigsen ein Zeichen gegen Fremdenhass.

Bereits gegen 17.40 Uhr – 20 Minuten vor dem eigentlichen Treffpunkt – hatten sich etwa 200 Menschen auf dem Platz vor der Klosterkirche versammelt. Während die Wennigser Band Ka:june die Teilnehmer mit Liedern unterhielt, teilten einige Meter weiter am Eingang der Kirche einige Helfer die Kerzen aus. Und als Funke die Veranstaltung wenig später eröffnete, die von der evangelischen, der katholischen und der baptistischen Kirchengemeinde in Wennigsen organisiert worden war, hatte sich die Zahl der Menschen, die aus dem gesamten Calenberger Land nach Wennigsen gekommen waren, sogar noch einmal verdoppelt.

Natürlich gebe es auch Flüchtlinge, sagte der Pastor, bei denen man sich fragen müsse, ob sie sich nicht besser integrieren könnten. Und es gäbe leider auch Kriminalität unter ihnen. „Aber wir wollen trotzdem mit offenen Herzen auf sie zugehen und auch ein Signal an die Politik senden, die derzeit in Berlin über das Asylrecht diskutiert“, erklärte Funke. Es gehe an diesem Abend ein „Lichtsignal von Wennigsen aus“.

Bevor sich der von der Polizei begleitete Zug in Richtung Hauptstraße auf den Weg machte, bedankte sich eine syrische Flüchtlingsfamilie stellvertretend für die herzliche Aufnahme in Benthe. „Wir wussten nicht, was uns erwartet. Aber wir haben Hilfe bekommen und sind mit unseren Kindern in unserem Dorf integriert“, sagte Yaser, der vor zwei Jahren gemeinsam mit seiner Frau Wafaa nach Deutschland gekommen war – und schickte einen beeindruckenden Appell hinterher: „Manche Flüchtlinge machen schlimme Dinge, für die wir uns schämen. Aber gebt dafür bitte nicht allen Flüchtlingen die Schuld.“

Von Björn Franz

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