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Umland Wennigsen Nachrichten Wassertretstelle verrottet immer mehr
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00:16 19.05.2017
Von Jennifer Krebs
Verstopft mit Blättern: Die alte Wassertretstelle oberhalb von Bredenbeck verwahrlost immer mehr und ist kein schöner Anblick.
Verstopft mit Blättern: Die alte Wassertretstelle oberhalb von Bredenbeck verwahrlost immer mehr und ist kein schöner Anblick. Quelle: Jennifer Krebs
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Bredenbeck

Alles sei mit Blättern verstopft. Und wenn es viel regne, sei dort alles total überschwemmt. Es habe den Anschein, dass sich niemand so richtig für das Areal zuständig fühle, lautet die Kritik.

Die ehemalige Wassertretstelle liegt idyllisch direkt am Deister-Panoramaweg. Von hier aus hat man einen tollen weiten Blick auf Bredenbeck bis nach Hannover. Viele Spaziergänger, Jogger und Wanderer kommen hier jeden Tag vorbei. Damit niemand ungehindert einfach so den Abhang zur alten Wassertretstelle hinuntergeht, versperrt inzwischen ein Zaun den Weg.

Der Kneipp-Verein gab die Wassertretstelle in Bredenbeck auf, weil er in eine neue Filteranlage für den Zulauf des Wassers hätte investieren müssen. Solch ein Filter wäre aber zu teuer gewesen. Zwischen Kneipp-Verein und Gemeinde regelte ein Vertrag von 1972 den Betrieb. Die alte Bredenbecker Wassertretstelle einfach zukippen kommt nicht infrage. Dann entstünde ein Rückstau. Und vielleicht würde dann sogar der Weg unterspült.

Die Wassertretstelle sei ein schwieriges Thema, sagt Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke. Bevor sich das Gelände vernünftig renaturieren ließe, müsse einiges beachtet und geklärt werden, erläutert der Verwaltungschef und denkt dabei auch an die verschärften Anforderungen der Region Hannover.

Die Wassertretstelle liegt im Landschaftsschutzgebiet. Auch die alte Badeanstalt selbst, die dort früher einmal gewesen ist, ist unter Schutz gestellt und ein eingetragenes Naturdenkmal. Hinzu kommt, dass sich inzwischen die Eigentumsverhältnisse geändert haben. Das Gelände gehört nicht mehr nur der Gemeinde, sondern auch dem Wasser- und Bodenverband, in diesem Fall dem Realverband Holtensen-Bredenbeck. Mit Wasserverband und Region steht die Gemeinde in Kontakt.

In der alten Badeanstalt leben heute Molche

Von der Natur zurückerobert: Dort, wo sich die alte Wassertretstelle befindet, war früher das Freibad. Es wurde in den Sechzigerjahren stillgelegt, weil es den hygienischen Anforderungen nicht mehr genügte, und ist inzwischen ein eingetragenes Naturdenkmal. Wegen der Amphibien, Reptilien und des Artenreichtums ist das Areal besonders schützenswürdig.

In ehemaligen Rottekuhlen, in denen einst Flachs gelagert wurde, bevor er weiterverarbeitet wurde, hatte es ab 1919 bereits eine provisorische Badeanstalt der Vereine Gut Heil und Frei Heil gegeben. Vorher hatten die Bredenbecker Jugendlichen im Schulzen Teich vor der Alten Försterei gebadete. Dann entschlossen sie sich, ein Waldbad zu bauen, und hoben mit ihrem Lehrer August Warnecke in Eigeninitiative das Becken aus. 1927 mauerten Helfer dieses Provisorium zu einer Badeanstalt aus. Im Laufe der Jahre lernten dort viele Schulkinder schwimmen.

1971 übernahm der Kneipp-Verein einen Teil des Geländes. Im Herbst 2013 gab er die Wassertretstelle an die Gemeinde zurück, da die Instandhaltung zu teuer geworden wäre. Weitere Becken gibt es beim Toppiusplatz in der Wennigser Mark und am Lehmbrink in Wennigsen.

Fotostrecke Wennigsen: Wassertretstelle verrottet immer mehr
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