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Nachrichten Autofahrer riskieren Zusammenstöße an Baustelle
Umland Wennigsen Nachrichten Autofahrer riskieren Zusammenstöße an Baustelle
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20:06 22.01.2015
Von Ingo Rodriguez
Einbahnstraße: Ein Verkehrssünder muss auf der Hauptstraße den Rückwärtsgang einlegen, um dem Gegenverkehr Platz zu machen.
Einbahnstraße: Ein Verkehrssünder muss auf der Hauptstraße den Rückwärtsgang einlegen, um dem Gegenverkehr Platz zu machen. Quelle: Ingo Rodriguez
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Wennigsen

So viel Leichtsinn und Ignoranz sind nicht mehr frech oder dreist, sondern einfach nur unverantwortlich und dumm: Im Wennigser Ortskern missachten zurzeit immer wieder Autofahrer die baustellenbedingte Einbahnstraßenregelung und nehmen damit bewusst Frontalzusammenstöße in Kauf. Und das offenbar nur, um sich einen Umweg zu sparen.

Am Donnerstagmittag kam es auf der Hauptstraße einmal mehr zu einer Begegnung der unangenehmen Art: Zuvor hatte ein weiterer Autofahrer die unübersehbaren Einbahnstraßenschilder ignoriert. Zu einem Unfall kam es dank zweier Vollbremsungen zwar nicht. Um dem Gegenverkehr Platz zu machen, musste der Verkehrssünder aber kleinlaut den Rückwärtsgang einlegen.

Für die Mitarbeiter einer Tiefbaufirma aus Hameln sind die Geisterfahrer in Richtung S-Bahnhof schon fast zur Gewohnheit geworden. Seit sie vor einer Woche mit dem barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen an der Hauptstraße begonnen haben, kommt es dort auf der Fahrbahn regelmäßig zu gefährlichen Frontalbegegnungen. Der Grund: Wegen der Baustelle wird der Verkehr auf einer Strecke von rund 50 Metern nur noch einspurig in Richtung Rathaus geleitet. In die Gegenrichtung dürfen nur Linienbusse fahren. Für den weiteren Straßenverkehr gilt in Richtung S-Bahnhof die Einbahnstraßenregelung. Nur: Etliche Autofahrer ignorieren die Schilder – teilweise mit perfiden Tricks.

Polizei glaubt nicht an Zufälle

„Viele hängen sich einfach hinter den Linienbus, um die kurze Strecke gefahrlos zurückzulegen“, hat ein Bauarbeiter beobachtet. Zu Beginn der Absperrung sei es besonders schlimm gewesen. „Dann hat sich die Polizei auf die Lauer gelegt und abkassiert“, sagt er. Trotzdem komme es weiterhin regelmäßig zu Verstößen. Vor allem morgens im Berufsverkehr seien die Zwischenfälle häufig zu beobachten, teilt das Polizeikommissariat Ronnenberg mit.

Weil die Verkehrssituation von allen Seiten sehr gut ausgeschildert ist, geht die Polizei von vorsätzlichen Verstößen aus. „Ist eben leichter, 50 Meter in die Einbahnstraße zu fahren, als einen Umweg durch den ganzen Ort zu fahren“, beschreibt ein Beamter die mutmaßliche Motivation der Verkehrssünder. Er warnt: „Das ist kein Kavaliersdelikt und sehr leichtsinnig.“ Immerhin gelte entlang der Baustelle Tempo 50. Und: „Es wird intensiv kontrolliert.“ Pro Verstoß werden laut Polizei 25 Euro fällig. Der Umbau der Bushaltestelle läuft nach Plan. In der nächsten Woche sollen die Arbeiten am ersten Haltepunkt abgeschlossen werden. Die Einbahnstraßenregelung gilt aber weiter.

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