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Umland Wennigsen Nachrichten Bürger spenden für Studenten in Chile
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19:24 25.01.2015
Foto: Ursula Förster kauft einen Poncho bei Anna Piquardt.
Ursula Förster kauft einen Poncho bei Anna Piquardt. Quelle: Lisa Malecha
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Wennigsen

Mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde San Pablo in Hualpén pflegt die Marien-Petri-Gemeinde seit 1986 eine Partnerschaft. „Wir wollen Menschen dort helfen, die ausgegrenzt werden“, sagte Pastor Martin Wulf-Wagner. Daher hatte die Gemeinde zu einem Benefiz-Abend ins Gemeindehaus eingeladen. Dort stellten die Helfer etwa 70 Gästen bei landestypischen Speisen und lateinamerikanischer Livemusik das Projekt „Bildung braucht bezahlbaren Wohnraum“ vor, mit dem die Bildungschancen für die Ureinwohner im südchilenischen San Pablo verbessert werden sollen.

„Ich habe mich sehr über die Resonanz gefreut“, sagt Wulf-Wagner. Zwei Tage lang hatte er mit seinem Helferteam in der Küche gestanden und unter Anleitung einer Chilenin das Drei-Gänge- Menü vorbereitet. Während die Gäste kleine Fleischtaschen, Maisauflauf, einen Salat aus Blattsellerie und Avocado sowie eine Zitronencreme mit typisch chilenischem Gebäck verspeisten, informierte er sie über die Verhältnisse, die in San Pablo herrschen. „Chile ist ein Land, in dem ein Großteil der Bevölkerung von Bildungseinrichtungen ausgeschlossen ist “, sagte er. Der Besuch einer Universität ist für den Großteil der Bevölkerung unerschwinglich.

„Zu den Tausenden Euro Studiengebühr kommen hohe Wohnkosten“, sagte Wulf-Wagner. Mithilfe der Spenden können ab Ende März zumindest vier Studenten, die der Bevölkerungsgruppe der Mapuche angehören, für eine geringe Miete in Wohnungen in einem Uni-Nebengebäude einziehen. „So wollen wir denen, die keinen Zugang zu Bildung haben, eine Möglichkeit verschaffen“, sagt er.

Um in Wennigsen genug Unterstützer zu finden, hatte sich der Partnerschaftsausschuss für einen kulinarischen Infoabend entschieden. „Anscheinend war es eine gute Idee, die Menschen mit Essen und Kultur zu locken“, freut sich Wulf-Wagner. Denn unter den Gästen waren viele, die das Projekt am Anfang des Abends noch nicht kannten, aus reiner Neugier aber dennoch gekommen waren. „Mich interessiert Chile schon seit Langem, und von dem Projekt habe ich bisher nichts mitbekommen - nach den Informationen heute unterstütze ich es gerne“, sagt Norbert Horenburg. „Ich war neugierig auf das Essen und finde, das ist eine gute Gelegenheit, um sich besser zu informieren“, ergänzt Uwe Schanzu.

Am Ende des Abends konnte sich die Kirchengemeinde über zahlreiche Spenden freuen. „Nach Abzug der Kosten für Essen und Getränke bleiben 1010 Euro zur Finanzierung des Projektes ,Bildung braucht bezahlbaren Wohnraum‘“, sagt Wulf-Wagner.

Noch ein weiteres Projekt wurde am Freitag unterstützt: Das Dritte-Welt-Forum verkaufte an einem Stand Ponchos, Schals und Tischläufer von chilenischen Weberinnen. „Der Erlös kommt Mapuche-Künstlerinnen zugute“, sagte Anna Piquardt. Deren Kultur werde in Chile leider sehr zurückgedrängt.

Von Lisa Malecha

25.01.2015
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