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Umland Wennigsen Nachrichten Die Flüchtlinge haben sehr viele Fragen
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15:43 15.03.2017
Von Ingo Rodriguez
Beratung in ungezwungener Atmosphäre: Im Familienzentrum suchen die Integrationshelfer der Flüchtlingsinitiative Welcome im Gespräch mit Einwanderern mögliche Lösungen für Hindernisse bei der Alltagsbewältigung und geben Tipps für behördliche, private oder berufliche Angelegenheiten. Quelle: Ingo Rodriguez
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Wennigsen

Die inzwischen bereits dritte Beratungsstunde nutzten die ehrenamtlichen Integrationshelfer von Welcome für eine Zwischenbilanz: „Es gibt für die rund 280 Einwanderer in Wennigsen immer noch zu wenig Integrationslotsen, deshalb sollen die Treffen den Neubürgern helfen, Antworten auf offene Fragen und Lösungen für Alltagsprobleme zu finden“, sagt Mitbegründer Jürgen Welk. Zwar gebe es in Wennigsen mehr als 100 ehrenamtliche Helfer. Davon sind aber nur etwa 30 als Integrationslotsen aktiv, die den Familien direkt bei Problemen hilfreich zur Seite stehen.“

Die Premiere der neuen Beratung im Februar und die anschließenden Termine offenbarten im Zweiwochenrhythmus eine Beratungslücke. Mithilfe von mehrsprachigen Flyern und Mund-zu-Mund-Propaganda sei es aber gelungen, auf die Treffen aufmerksam zu machen. Auch jetzt stieß das Angebot wieder auf große Resonanz: Mehr als zehn Flüchtlinge, die keinen deutschen Betreuer haben, waren gekommen, um in der Caféteria des Familienzentrums bei Tee und Gebäck in ungezwungener Atmosphäre mit den Helfern ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen – über Behördenschreiben, Sprachkurse, Wohnungssuche, Gesundheitswesen, Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, auf Deutsch und Englisch sowie mithilfe von Übersetzern auf Kurdisch und Arabisch oder mit Händen und Füßen.

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Über zwei besondere Angebote informiert die Initiative Welcome auf ihrer Internetseite: „Für andere Sprachen stehen Übersetzer telefonisch zur Verfügung. Alle zwei Monate wird eine Expertin des Jobcenters Fragen beantworten“ teilt dort Pressesprecher Carsten Herpel mit. „Wir können im Familienzentrum auch kostenlos ein zweites Zimmer nutzen, um mit Flüchtlingen persönlichere Dinge unter vier Augen zu besprechen“, sagt er gegen Ende der dritten Beratung. Aufgrund der Erfahrung einiger Integrationslotsen können laut Herpel viele wiederkehrende Fragen direkt vor Ort geklärt werden. Komplexere Themen werden an Fachleute verwiesen oder zwischen zwei Beratungsterminen geklärt.

Trotzdem räumt Herpel ein: „Wir suchen noch weitere Übersetzer und Freiwillige, die alle vier bis sechs Wochen zwei Stunden mithelfen oder einfach unverbindlich als Gesprächspartner vorbei schauen.“ Denn: Die Fragestunden sind für viele Flüchtlinge auch eine Art Kontaktbörse. „Viele Einwanderer wollen mehr Kontakte zu Einheimischen aufbauen“, sagt Herpel. Zwar sei für anerkannte Flüchtlinge der Besuch und Nachweis eines Integrationskurses gegenüber dem Jobcenter verpflichtend. „Viele haben aber abends oder am Wochenende kaum Kontakte zu deutschen Mitbürgern“, weiß Herpel. Er versichert: „Berührungsängste sind unnötig. Die meisten sprechen schon etwas Deutsch, außerdem gibt es Übersetzungshelfer.“

Einer davon ist der 29-jährige Netzwerkexperte Ahmad aus Syrien, der seit eineinhalb Jahren in Deutschland lebt, schon gut Deutsch spricht und derzeit als Gasthörer an einem Universitätsprojekt für Informationsmanagement teilnimmt. Der 39-jährige Ismael aus Syrien will von ihm wissen, wie auch seine Frau an so ein Projekt kommt. Der 39-Jährige war in Syrien auf höherem Amateurniveau Basketballtrainer und will in Deutschland wieder Übungsleiter werden. „Wir versuchen, Kontakte herzustellen“, sagt Herpel.

Die Beratungen finden an jedem zweiten und vierten Dienstag von 16 bis 18 Uhr im Familienzentrum statt. Nächster Termin: 28. März. Weitere Informationen sind im Internet auf www.welcome-wennigsen.de zu finden.

Ingo Rodriguez 18.03.2017
Jennifer Krebs 14.03.2017