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Nachrichten Einkehr an der Marienstatue
Umland Wennigsen Nachrichten Einkehr an der Marienstatue
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00:15 05.08.2016
Von Kerstin Siegmund
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Wennigsen

Finanzadel-Spross, Basketball-Star, Playboy, Drogen-, Sex- und Reichtumsjunkie, Inbegriff der Heuschrecke, eher Gangster als Banker: Diese und viele weitere schillernde Attribute verwendet die internationale Presse, um den Werdegang von Florian Homm, Jahrgang 1959, zu beschreiben.

Nun besucht der Großneffe von Josef Neckermann das Kloster Wennigsen, um dort zu beten. Homm war Basketball-Bundesligaspieler und im Kader der Junioren-Nationalmannschaft. Er studierte in Havard und schloss dort „cum laude“ ab. Im Alter von 23 Jahren wurde er Investmentbanker. Ab 2002 soll er mit zweifelhaften Aktienkurs-Manipu­lationen ein Millionenvermögen angehäuft haben. Von drei Milliarden Dollar Kundengelder ist die Rede, die sein Hedgefonds in den besten Zeiten verwaltet haben soll.

In Deutschland wurde er bekannt durch seinen Einstieg bei Borussia Dortmund, mit dem er den Klub rettete, und bei der Bremer Vulkan Werft, für deren Pleite er verantwortlich sein soll. 2007 fiel das Geldimperium in sich zusammen, Investoren verloren angeblich 200 Millionen Dollar. Homm tauchte ab. Später ermittelte die amerikanischen Börsenaufsicht wegen Aktienkurs-Manipulation und Anlagebetrugs, vom FBI wurde er per Haftbefehl gesucht. 2013 kam er in Florenz in Haft, verbrachte 15 Monate Auslieferungshaft in Italien.

Im Gefängnis fand er zum Glauben und bekennt sich seitdem dazu, ein Verehrer der Gottesmutter Maria zu sein. In mehreren Büchern beschreibt er sein Leben und seine Bekehrung. Seine Aufzeichnungen stellen so manchen Thriller in den Schatten. Am Donnerstag besucht Florian Homm das Kloster und dort die kunsthistorisch bedeutsame Schutzmantelmaria.

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