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Umland Wennigsen Nachrichten Viel Lob für Sorsumer Wehr – aber Probleme bleiben
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10:50 20.01.2018
Gemeindebrandmeister Uwe Bullerdiek (rechts) mit Joachim Wissel, Stephanie Beckers und Joachim Bull (von links), die mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes geehrt wurden. Quelle: Björn Franz
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Sorsum

 Der Auftakt ins neue Jahr hatte es für die Feuerwehr in Sorsum in sich: Sturmtief Friederike bescherte den freiwilligen Helfern der kleinen Wennigser Wehr am vergangenen Donnerstag gleich zwei Einsätze innerhalb weniger Stunden – und damit an einem Tag bereits so viele wie im gesamten vergangenen Jahr zusammen. „Wir haben wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, was wir können und dass wir jeden Mann und jede Maus brauchen“, sagte Gemeindebrandmeister Uwe Bullerdiek am Freitagabend an die bei der Generalversammlung zusammengekommenen Sorsumer Einsatzkräfte gerichtet, die sich Tags zuvor gemeinsam mit allen anderen Wennigser Feuerwehren um die Sturmschäden gekümmert hatten.

Ehrungen und Beförderungen standen im Mittelpunkt der Generalversammlung in Sorsum – hier sind die Bilder dazu:

Insgesamt 24 Einsätze zählte Bullerdiek am Donnerstag im Gemeindegebiet. Und angesichts dieses Jahresauftakts rechnet er durchaus damit, dass die Gesamtzahl von 120 Einsätzen aus 2017 in diesem Jahr übertroffen wird. Die Sorsumer Helfer kümmerten sich dabei zunächst um einen umgestürzten Baum in der Wennigser Mark und sicherten dann eine Werbetafel am Rewe-Markt in Wennigsen. Im Vorjahr, bilanzierte Ortsbrandmeister Jörg Schönfeld in seinem Jahresbericht, waren sie im Juni nach einem Blitzeinschlag in Wennigsen und im November zur Hilfeleistung nach einem Unfall auf der Bundesstraße 217 in Höhe Weetzen gerufen worden.

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Wie wichtig die Feuerwehr für das Zusammenleben und die Sicherheit gerade in einer kleinen Ortschaft wie Sorsum ist, hob Ortsbürgermeister Thomas Butterbrodt hervor. „Wir brauchen weiterhin Menschen wie euch, die ohne Wenn und Aber Verantwortung gegenüber der Gesellschaft übernehmen“, sagte er. Dazu zählte er neben den Einsätzen für die Sicherheit der Bevölkerung auch ausdrücklich die hervorragende Jugendarbeit der Feuerwehr, zu deren insgesamt 137 Mitgliedern (Vorjahr: 122) immerhin 28 Kinder und Jugendliche zählen – zwölf mehr als ein Jahr zuvor. 

Weit weniger positiv als die Entwicklung der Sorsumer Wehr bleiben ihre Rahmenbedingungen. Die Liste der von der Feuerwehrunfallkasse beanstandeten Mängel am Feuerwehrgerätehaus ist lang. Doch eine Aussicht darauf, dass die Probleme – unter anderem die zu kleine Fahrzeughalle, fehlende getrennte Duschen und ein ungepflasterter Parkplatz für die Einsatzkräfte – in naher Zukunft behoben werden könnten, gibt es offenbar nicht. „Der größte Teil der Mängel kann eigentlich nur behoben werden, wenn unser Gerätehaus erweitert wird“, sagte Schönfeld. Doch das werde nach aktuellem Stand wohl frühestens 2027 akut, wenn die Sorsumer ein neues Fahrzeug bekommen sollen.

„Wir können uns nur dafür bedanken, wie kreativ die Feuerwehr an die Mängelliste der Unfallkasse herangeht“, erklärte Angelika Schwarzer-Riemer, die Vorsitzende des Wennigser Feuerschutz-Ausschusses. Und die stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Nimmrich machte wenig Hoffnung darauf, dass sich am Zustand des Gerätehauses zeitnah viel ändern wird. „Wir haben einen 30-jährigen Sanierungsstau in Schulen und Feuerwehren vor uns hergeschoben“, sagte sie. „Wir sind pleite.“ Zumindest die kleineren Wellen im Pflaster vor der Fahrzeughalle werde der Bauhof aber wohl zeitnah entfernen, kündigte Ortsbrandmeister Schönfeld an.

Schönfeld führt die Ortsfeuerwehr seit 20 Jahren

Eine richtige Ehrung war es nicht. Aber ganz unerwähnt wollte die stellvertretende Ortsbrandmeisterin Katrin Beckers es dann doch nicht lassen: Immerhin steht Jörg Schönfeld der Sorsumer Feuerwehr inzwischen bereits seit 20 Jahren als Ortsbrandmeister vor – und gehört damit zu den am längsten verantwortlichen Führungskräften in der Feuerwehr der Gemeinde Wennigsen.

Während es für den sichtlich gerührten Schönfeld viel Applaus gab, erhielten drei andere Sorsumer aus den Händen von Brandschutz-Abschnittsleiter Eberhard Schmidt Urkunden für ihren langjährigen Einsatz: Joachim Wissel und Joachim Bull wurden für ihre 40-jährige Tätigkeit ebenso mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Niedersachsen ausgezeichnet wie Stephanie Beckers, die seit 25 Jahren dabei ist. Die Ehrung für Friedrich-Wilhelm Homeyer, der seit 75 Jahren in der Feuerwehr ist, soll wegen Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Zudem wurde Katrin Beckers von Gemeindebrandmeister Uwe Bullerdiek zur Hauptlöschmeisterin befördert, die ebenfalls erkrankt fehlende Lara Stötefeld darf sich künftig Feuerwehrfrau nennen. Gerätewart Wissel und Kassernwart Jan Hendrik Schönfeld wurden im Verlauf der Generalversammlung in ihren Ämtern wiedergewählt, neuer Kassenprüfer ist Klaus Wese.

Auch in diesem Jahr wird sich die Feuerwehr um die Organisation einiger Veranstaltungen in Sorsum kümmern. Unter anderem werde es am Gründonnerstag wieder ein Osterfeuer geben und auch das Oktoberfest werde 2018 erneut gefeiert, kündigte Schönfeld an. Dagegen wird das Knutfest, mit dem die Feuerwehr am 13. Januar dieses Jahres die Veranstaltungssaison 2018 eröffnet hat, wegen der geringen Beteiligung der Bevölkerung wohl nicht wiederholt werden.

Auch die Versorgung mit Löschwasser bleibt ein Problem: Zwar wurde die Saugstelle an der Lemmier Straße, die bei Mäharbeiten im Sommer 2015 beschädigt wurde, im vergangenen Jahr endlich gerichtet. Doch Wasser kam bei einer Saugprobe dennoch nur kurz, berichtete Schönfeld. Nach einem Gespräch mit der Gemeindeverwaltung solle der Brunnen nun komplett saniert werden. Und der Bereich an der Staustelle des Wennigser Mühlbaches solle in den kommenden Wochen gepflastert werden, um die Unfallgefahr für die Einsatzkräfte beim Fördern des Löschwassers zu verringern, kündigte der Ortsbrandmeister nach einem Gespräch mit dem Bauamt an.

Von Björn Franz

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