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Umland Wennigsen Nachrichten Kinder stimmen beim ersten Schülerhaushalt Niedersachsens ab
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21:02 18.12.2012
Von Michael Hemme
Foto: Am Stand vor den Wahlurnen in der Aula bilden sich lange Schlangen.
Am Stand vor den Wahlurnen in der Aula bilden sich lange Schlangen. Quelle: Michael Hemme
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Wennigsen

Zum ersten Mal in Niedersachsen haben Schüler am Dienstag über einen von ihnen mitverwalteten Haushalt abgestimmt. Dass das Pilotprojekt der Bertelsmann-Stiftung nicht auch bundesweit in Wennigsen gestartet wurde, liegt an der westfälischen Kleinstadt Rietberg, die einige Wochen vorher damit begonnen hatte.

Über 26 Vorschläge aus den eigenen Reihen konnten die etwa 1000 Schüler am Dienstag abstimmen. „Jeder hat drei Stimmen“, sagte Jan Malte (13). Zusammen mit Tobias (14) zählte er im Besprechungsraum der Lehrer die Wahlzettel aus.

Auf die Wahlurnen in der Aula gab es im Laufe des Vormittags einen regelrechten Ansturm. Mitglieder der Schülervertretung und des Jugendparlaments gaben die Wahlzettel aus und kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf.

Eis in der Pause, Tiere in der Schule und eine Knutschhütte: Nicht alle Vorschläge machten einen ernst gemeinten Eindruck. Schulleiterin Annette Harnitz schaute sich die Wünsche ganz genau an:

Der Vorschlag Dönerbude, der 317 Stimmen und damit die Mehrheit erhielt, drücke ihrer Meinung nach auch den Wunsch nach abwechslungsreichem Essen aus. Sie regte nach der Wahl an, in der Cafeteria, in der es manchmal auch Pizza gibt, künftig einmal in der Woche Döner anzubieten.

Platz zwei mit 316 Stimmen belegt der Wunsch nach einer Toilettensanierung. Damit haben die Schüler den Finger in eine Wunde gelegt. Im Januar will Harnitz an den Haushaltsberatungen des Rates der Gemeinde teilnehmen. Die Sanierung könne nicht Sache des Schülerhaushalts mit einem Budget von 7000 Euro sein. „Aber vielleicht können wir vorab etwas mit Duftspray verbessern“, sagte Harnitz. Über Platz drei - freier Internetzugang - müsse noch beraten werden. Dagegen könnte es rechtliche Bedenken geben. „Die Schüler müssen in diesem Prozesse lernen, dass nicht alles umsetzbar ist.“

Die Toilettensanierung gehe über das Budget des Schülerhaushalts hinaus, sagte auch Bürgermeister Christoph Meineke. „Für mich ist das Schönste zu sehen, mit welcher Begeisterung die Schüler dabei sind.“