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Umland Wennigsen Nachrichten Neues Stück: Klosterbühne probiert was Neues
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00:16 04.10.2017
Von Jennifer Krebs
Brüder auf der Bühne: York Heerhorst und Frederik Lutter. Quelle: Jennifer Krebs
Wennigsen

Die Klosterbühne kniet sich rein in ihr neues Stück. "Wir erarbeiten uns gerade die Szenen, die Figuren und ihre Beziehungen zueinander", sagt Bettina Borchert. Anders als sonst, hangeln sich die Schauspieler noch nicht Zeile für Zeile an einem Manuskript entlang. "Da waren wir bei früheren Inszenierungen zu diesem Zeitpunkt mitunter schon weiter und standen schon mehr in unseren Rollen", sagt Anja Fahrenbach. Dieses Mal ist der Text nachrangig. 

Beim neuen Stück wird mehr diskutiert, manches nachgefragt. Das Ensemble probiert sich aus. Einen Regisseur, der allein sagt, wo es lang geht, gibt es nicht. Dieses Konzept ist völlig neu für das Amateurtheater. Aber nach vielem hin und her sei es irgendwie an der Zeit gewesen, es selber zu machen, findet Borchert. Gründer Burkhard Gums hatte die Klosterbühne 30 Jahre lang geleitet. 2013 zogen er und seine Frau sich zurück. 2014 und 2015 führte Susanne Theis die Regie. 2016 bei Ibsens "Nora" war es Celine Irony Staigies und zuletzt bei Brechts "Hans im Glück" Ernst-Richard Köper. "Letztlich ist es aber eine Ensemblearbeit, das macht das, was wir tun, auch aus", sagt Borchert.

Für Jenseits vom Horizont, sein erstes abendfüllendes Theaterstück, erhielt Eugene O'Neill 1920 den Pulitzer-Preis. Im Mittelpunkt der Handlung steht Robert Mayo, ein Träumer, den es in die Ferne zieht, um jenseits vom Horizont die Geheimnisse des Lebens zu entdecken. Sein Bruder Andrew hingegen ist sehr heimatverbunden und will seine Braut Ruth heiraten. Robert gesteht jedoch am Vorabend seiner Abreise der Braut seines Bruders seine Liebe. Ruth erwidert diese Liebe. Das führt zu einer folgenschweren Fehlentscheidung. An Stelle von Robert tritt der enttäuschte Andrew die Seefahrt an, während Robert an Ruths Seite die Farmarbeit übernimmt. Alle drei werden unglücklich, und erst im Sterben darf sich Robert endlich auf die ersehnte "große Reise" begeben.

Premiere ist im Februar. Die Auseinandersetzung mit den Figuren und ihren Stimmungen ist intensiv und anstrengend. Die Hauptrollen spielen Jeanette Dobbertin, Frederik Lutter und wieder Yorck Heerhorst. Angeleitet von Schauspielerin und Theaterpädagogin Suse Wessel vom Theater zwischen den Dörfern springt das Ensemble bei den proben direkt in die Szenen. Das Stück muss zur Gruppe passen. Voriges Jahr gab es ein poetisches Volksstück, jetzt wird's ein Drama.

Die neue Kooperation mit dem Theater zwischen den Dörfern sei eine große Bereicherung, sagt Borchert und spricht von wertvollen Tipps, "die wir von Suse Wessel bekommen". "Wir versuchen das Stück authentisch zu erfassen", sagt Borchert. Der Fokus liegt auf dem Ensemble, so ließe sich noch viel mehr aus einem Stück herausholen.

Wessel spricht von einer neuen Herangehensweise an das Theaterspielen und lobt den Mut der Klosterbühne, neues Auszuprobieren - "auch wenn man scheitern könnte", sagt sie.  Wessel schätzt die Ensemblearbeit und freut sich auf die "tollen und unvorhersehbaren Sachen, die dabei herauskommen."

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