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Nachrichten Waldorfschule lockt beim Tag des offenen Klassenraums Handwerker und Leseratten an
Umland Wennigsen Nachrichten Waldorfschule lockt beim Tag des offenen Klassenraums Handwerker und Leseratten an
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00:25 09.05.2018
In der Freiluftwerkstatt der Waldorfschule können sich die Kinder handwerklich betätigen.
In der Freiluftwerkstatt der Waldorfschule können sich die Kinder handwerklich betätigen. Quelle: Marcel Sacha
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Sorsum

 Wie läuft der Unterricht an der Schule meiner Kinder eigentlich genau ab? Diese Frage konnten sich die Eltern der Sorsumer Waldorfschüler und diejenigen, die über eine Anmeldung an der Freien Waldorfschule (FWS) nachdenken, am Sonnabend selbst beantworten. Die FWS nahm den Titel „Tag der offenen Tür“ in diesem Jahr besonders wörtlich, sodass die Eltern tatsächlich einen Einblick in den normalen Schulunterricht bekommen konnten. Egal ob im Musik-, Französisch- oder Werkunterricht: In allen Unterrichtsfächern konnten sie im Klassenraum Platz nehmen und sich einen Eindruck von der Arbeit der Lehrkräfte verschaffen.

„Wir wollen den Eltern und allen Interessierten einen möglichst authentischen Einblick ermöglichen“, sagt Antje Sevenich, Geschäftsführerin der Waldorfschule. Prägend für das Konzept der Sorsumer Waldorfschüler sind die zahlreichen Jahrgangsprojekte. Dazu gehörte in diesem Schuljahr für die Sechstklässler des Eurythmie-Kurses das Einstudieren des Märchens „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Eurythmie ist eine Art Tanztheater, in dem eine Geschichte durch Bewegungen, Gesten und tänzerische Elemente erzählt wird. Während im Hintergrund also das Märchen erzählt wurde, verbildlichten die Schüler in aufwendig gestalteten Kostümen die einzelnen Szenen der Geschichte. „Seit Beginn des Schuljahres haben sie auf diesen Auftritt hingearbeitet“, berichtete Sevenich. Die zahlreichen Besucher goutierten die Leistung der Sechstklässler mit einem lauten Applaus.

Die Sechstklässler führen in der Schulaula ein Eurythmiemärchen auf. Quelle: Marcel Sacha

Darüber hinaus gab es für die rund 250 Besucher wie in jedem Jahr auf dem Schulgelände einiges zu entdecken und ausprobieren. So fand die Freiluftwerkstatt erneut großen Anklang bei den Mädchen und Jungen und auch der Schulgarten, er von den Schülern selbst gepflegt wird, war für viele ein echter Hingucker.

Um durch den rund 20 000 Bücher umfassenden Flohmarkt zu stöbern, müssen die Besucher Zeit mitbringen. Quelle: Marcel Sacha

Kein Platz mehr für Bücher

Wer dann noch Zeit hatte, konnte sich auf den riesigen Bücherflohmarkt begeben. Zeit war dafür allerdings definitiv gefragt, denn der Bibliothekar Jens Göken hatte mit Unterstützung fleißiger Helfer rund 20 000 Romane, Sach-, Kinder- und Fotobücher hierfür aus dem Schulbestand zusammengetragen. „Wir bekommen unendlich viele Bücher von Eltern oder ehemaligen Schülern geschenkt“, sagte Göken. Leider stoße auch die Waldorfschule irgendwann auf ihre Kapazitätsgrenzen. „Wir kriegen sie einfach nicht mehr unter“, erklärte er.

Gegen eine Spende konnten die Besucher des Tages der offenen Tür so viele Bücher mitnehmen, wie sie tragen konnten. Einige trugen die Bücher sogar kistenweise davon. Ausreichend Platz sei jedoch noch lange nicht geschaffen, sagte Göken. Daher plant der Bibliothekar für die Zukunft weitere Bücherflohmärkte dieser Größenordnung. Die Restbestände sollen anschließend der Gmeindebibliothek oder den Büchertürmen in den einzelnen Ortsteilen zur Verfügung gestellt werden.

Von Marcel Sacha