Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten So lief der gescheiterte Überfall in Holtensen ab
Umland Wennigsen Nachrichten So lief der gescheiterte Überfall in Holtensen ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:35 13.01.2017
Die Polizei sucht einen Mann, der im Verdacht steht, mit einem unbekannten Komplizen versucht zu haben, ein Ehepaar an der Querstraße im Wennigser Ortsteil Holtensen zu überfallen. Quelle: Symbolbild
Anzeige
Holtensen

Die Täter folgten den Wirten bis nach Hause, lauerten ihnen auf und versuchten, die Einnahmen zu stehlen: Drei Standinhaber auf dem hannoverschen Weihnachtsmarkt wurden am letzten Novemberwochenende brutal überfallen. Eine von ihnen war Brigitte Kunth aus Wennigsen. Ihre Söhne verfolgten die Täter, brachten einen zu Fall und fotografierten ihn, bevor dem Mann die Flucht doch noch gelang. Die Polizei sucht nun mit dem Foto der Kunths nach dem Räuber.

Schild blockierte Einfahrt

Dennis Kunth erinnert sich noch gut an den Abend des 26. November, als er gegen 22.50 Uhr mit seinen Eltern auf den Hof in Holtensen fuhr. Sie kamen vom Weihnachtsmarkt, wo Brigitte Kunth und ihr Mann die Jagerteehütte am Ballhof betreibt und ihr 30 Jahre alter Sohn Dennis den Glühweinstand „Schneeflöckchen“. Ein Straßenschild von der nahegelegenen Baustelle lag quer in ihrer Einfahrt, darüber hätten sie sich schon gewundert.

Anzeige

Dennis Kunth stieg aus und schloss die Haustür auf, während seine Eltern das Schild wegräumen und ausladen wollten. „Plötzlich hörte ich beide schreien. Mein Bruder und ich sind rausgerannt und da haben wir die beiden Männer gesehen, wie sie in Richtung Linderter Straße gelaufen sind.“ Dennis Kunth und sein fünf Jahre älterer Bruder verfolgten die Räuber und holten sie nach gut 500 Metern ein. „Sie haben uns nicht kommen hören“, sagt Kunth. Erst als sie einem der Räuber die Beine wegtraten und er auf die Straße fiel, rannte sein Komplize schneller.

Mit seinem Handy schoss Dennis Kunth ein Foto von dem auf dem Asphalt liegenden Räuber. Dann ließen sie ihn aber liegen, weil sie glaubten, er sei bewegungsunfähig. „Meine Frau und mein Kind waren allein im Haus und wir wussten nicht, ob da noch mehr Räuber herumliefen“, sagt Kunth. In dieser Zeit jedoch entkam der verletzte Räuber. „Ich bin sicher da war noch eine dritte Person, die ihm bei der Flucht geholfen hat.“

Einnahmen waren das Ziel

Die Männer hatten zuvor versucht, dem Ehemann von Brigitte Kunth die Tageseinnahmen zu entreißen, die dieser in einem Koffer bei sich trug. Denn für gewöhnlich nehmen die Wirte ihre Einnahmen mit nach Hause, um die Abrechnung zu machen, und bringen das Geld erst am nächsten Tag zur Bank. „Die haben es gezielt auf uns abgesehen“, ist Dennis Kunth sicher.

Dafür spricht, dass am selben Abend zwei weitere Weihnachtsmarkt-Wirte nahezu zur gleichen Zeit überfallen wurden. Auch sie wehrten sich, sodass die Angreifer ohne Beute flüchteten. Hinweise an die Rufnummer (0511) 1 09 55 55.

Jennifer Krebs 05.01.2017
Ingo Rodriguez 04.01.2017