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Nachrichten Streik verärgert Aha-Kunden und Autofahrer
Umland Wennigsen Nachrichten Streik verärgert Aha-Kunden und Autofahrer
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00:15 29.04.2016
Von Ingo Rodriguez
Geschlossene Wertstoffhöfe, Notgruppen in Kindergärten: Auch in den Kommunen des Calenberger Landes machen sich die Auswirkungen des eintägigen Verdi-Warnstreiks bemerkbar - vor allem für Aha-Kunden und in den spärlich besuchten Kindertagesstätten. Quelle: Ingo Rodriguez
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Großer Unmut machte sich vor allem vor dem bestreikten Wertstoffhof an der Nordstraße in Gehrden breit. Dort standen etliche Aha-Kunden mit Autos und Anhängern voller Sperrmüll und Grünschnitt vor verschlossenen Toren und mussten unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten – mitsamt ihrem Müll.

„Jetzt habe ich den ganzen Anhänger vergeblich voll geladen. Die hätten zumindest ein Streikschild anbringen können“, sagte Dieter Kassuba aus Wennigsen verärgert und blickte kopfschüttelnd auf die gehisste Flagge der Gewerkschaft Verdi – den einzigen sichtbaren Hinweis auf den Warnstreik. Am Wertstoffhof in Ronnenberg war immerhin ein Streikschild aufgestellt worden.

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Für Verärgerung hatte die Arbeitsniederlegung in den Vormittagsstunden auch wegen langer Verkehrsstaus gesorgt. Weil in Hannover die Verkehrsbetriebe Üstra den kompletten öffentlichen Personennahverkehr bestreikten, hatten etliche Fahrgäste ihre Autos aus der Garage geholt. Viele Berufspendler erreichten ihre Arbeitsplätze im Calenberger Land wegen Staus nur mit Verspätung. „Auch unsere nicht bestreikten Regiobusse kamen vormittags wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens mit bis zu 40-minütigen Verspätungen den Umlandkommunen an“, sagte Regiobussprecher Tolga Otkun.

In Empelde war der Kindergarten Inkitaro maßgeblich vom Warnstreik betroffen. Anstatt der täglich 136 Kinder wurden dort 40 Jungen und Mädchen altersübergreifend von sechs Mitarbeitern in einer Notgruppe betreut. „Es hatten sich hilfsbereite Eltern als Aushilfen angeboten, aber wir haben es so geschafft“, sagte Leiterin Gerlinde Eichhorn. Für eine Mutter war das eine große Erleichterung: „Sonst hätten wir ein Problem gehabt, weil bei uns beide Elternteile berufstätig sind“, sagte sie beim Abholen ihrer Kinder.

Keine Auswirkungen des Warnstreiks waren dagegen im Klinikum Robert Koch in Gehrden zu spüren. Laut Klinikumssprecher Bernhard Koch sei der Krankenhausbetrieb regulär abgelaufen. Zudem sichere eine Notdienstvereinbarung mit dem Betriebsrat eine Mindestpersonalbesetzung.

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