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Umland Wennigsen Nachrichten Wann kommen die Wasserbüffel an den Mühlbach?
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00:43 28.04.2018
Das neue Regenrückhaltebecken zwischen Wennigsen und Sorsum ist funktionsfähig. Quelle: Marcel Sacha
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Wennigsen

 Egal, wo sie zu finden sind, stellen Wasserbüffel eine Attraktion für Jung und Alt dar. Die bis zu eineinhalb Meter großen und bis zu 500 Kilogramm schweren „sanften Riesen“ sind jedoch nicht nur schön anzuschauen, sondern haben darüber hinaus auch eine Funktion als tierische Rasenmäher. So werden die Büffel vor allem in sumpfigen Gebieten ausgesetzt, die für Maschinen nicht geeignet sind. Solch eine Fläche befindet sich auch zwischen dem neuen Regenrückhaltebecken an der Landesstraße 391 sowie dem Biotop rund um den Mühlbach. Ab 2019 sollen sie dieses Gebiet beweiden und somit den Landschaftsschutz vorantreiben – sofern die Begrünung wie erhofft voranschreitet. „Es kommt ganz auf die Witterungsverhältnisse an“, erklärt Friedrich Hüper, Projektleiter des Gewässer- und Landschaftspflegeverbandes Mittlere Leine. Andernfalls müsste die Ansiedlung wohl um ein weiteres Jahr verschoben werden.

Dass das Wetter den Planungen gut und gerne auch einen Strich durch die Rechnung machen kann, hat das vergangene Jahr gezeigt. Eigentlich hätte die Bepflanzung der Wasserbüffel-Fläche bereits im vergangenen Jahr erfolgen sollen, sagt Hüper. „Das war aufgrund des feuchten Bodens allerdings nicht möglich.“ Erst am vergangenen Dienstag wurden das entsprechende Saatgut gepflanzt.

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Die ökologische Ausgleichsfläche soll entlang der L391 entstehen. Quelle: Archiv

Derweil konnte der Landschaftspflegeverband, der für die Herstellung und Bewirtschaftung der neuen Biotopfläche zuständig ist, den Bau des Regenrückhaltebeckens abschließen. Auch die Pflanzung von rund einem Dutzend Bäumen sowie 130 Sträuchern auf der Ausgleichsfläche ist mittlerweile erfolgt. Diese Maßnahmen wurden im Bebauungsplan für das Neubaugebiet am Klostergrund festgeschrieben.

Darüber hinaus wurden zuletzt rund 4000 Kubikmeter Oberboden aus dem Biotop am Mühlbach abgetragen und zum Klostergrund befördert. Ansonsten wäre dort der Bau der Ein- und Mehrfamilienhäuser nicht möglich gewesen. Aufgrund der jahrzehntelangen Nutzung der Fläche entlang der Degerser Straße als Kleingartenkolonie befanden sich dort im Oberboden Asbestrückstände. Diese wurden durch den gesunden Boden aus der Ausgleichsfläche unschädlich gemacht. Weitere 6000 Kubikmeter, die sich noch am Rande der Landesstraße zwischen Wennigsen und Sorsum befinden, sollen nach Abschluss der Hochbauarbeiten ins Neubaugebiet gebracht und als Gartenerde verwendet werden.

Mittlerweile beweiden einige Rinder eine Teilfläche des Biotops. Ab 2019 sollen Wasserbüffel hinzukommen. Quelle: Marcel Sacha

Doch bereits jetzt leben einige Artverwandte des Wasserbüffels zwischen Wennigsen und Sorsum. Einige Zwergzebus – eine Rasse des Hausrindes – grasen seit kurzer Zeit auf der für das Neubaugebiet am Klostergrund angelegten ökologischen Ausgleichsfläche. Diese beweideten eine bereits im vergangenen Jahr angesäte Grünfläche innerhalb des Biotops, erklärt Hüper. Sollte also die Vegetation auf der Fläche für die Wasserbüffel genauso schnell voranschreiten, könnte eine Ansiedlung der tierischen Rasenmäher bereits im Jahr 2019 erfolgen.

Neubaugebiet weckt Interesse bei allen Altersgruppen

Derweil schreitet auch der Verkauf der Häuser und Wohnungen im Neubaugebiet Caleidis weiter voran. Im ersten Bauabschnitt, das sich seit rund acht Monaten bereits in der Vermarktung befindet, sind laut Marko Knust von der Sparkasse Hannover knapp 70 Prozent verkauft. „Die Nachfrage ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Knust – sowohl nach den Einfamilienhäusern als auch den Wohnungen. Um den Interessenten dennoch alle Haus- und Wohnungstypen zur Verfügung zu stellen, wurde ihm zufolge nun ein weiteres Baufeld mit in die Vermarktung genommen. Die weiteren Baufelder sollen ab dem Frühsommer sukzessive zum Kauf bereitstehen. „Ihr Interesse für Grundstücke oder Wohnungen in den anderen Abschnitten können uns die Bürger allerdings bereits jetzt mitteilen“, sagt Knust.

Seinen Worten nach belegen die bisherigen Anfragen, dass sich alle Altersgruppen vorstellen können, ihren Wohnsitz in das 73 Hektar große Neubaugebiet zu verlegen, sagt er. Während die barrierearmen Wohnungen vor allem bei der Ü50-Generation aus Wennigsen auf Nachfrage stießen, zeigten mehrheitlich junge Familien aus Hannover ihr Interesse an den Einfamilienhäusern, sagt Knust

Etwa 500 Menschen werden nach Abschluss der Vermarktung im Klostergrund wohnen. Insgesamt entstehen rund 85 Einfamilienhäuser 90 Geschosswohnungen. Die ersten Häuser sollen zum Jahreswechsel 2018/2019 fertig sein, die letzten im Sommer 2020.

Die Bauarbeiten am Klostergrund sind in vollem Gange. Quelle: Marcel Sacha

Von Marcel Sacha