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17:46 19.01.2014
Mobile Radargeräte der Gemeinde Wennigsen sollen zukünftig auch in Barsinghausen aufgestellt werden. Quelle: Bernhard Herrmann
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Barsinghausen

Die Wennigser Verwaltung ist seit rund drei Jahren mit einem hochmodernen Tempomessgerät ausgerüstet, das aber nach den Worten von Fachbereichsleiter Olaf Fals noch nicht ausgelastet ist. Außer in Wennigsen ist das Gerät auch regelmäßig in Seelze, Neustadt, Uetze und Sehnde im Einsatz. Nun soll auch die Nachbarstadt Barsinghausen dazukommen.

Die geplante Vereinbarung sieht vor, dass die Wennigser Mitarbeiter mit ihrem Radargerät jährlich 300 Stunden lang auf Barsinghäuser Straßen die Geschwindigkeit messen. Dafür bezahlt die Stadt Barsinghausen eine Monatspauschale von 950 Euro an die Nachbargemeinde. Sachkosten für Datenträger, Versand und dergleichen werden zusätzlich abgerechnet.

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„Eine interkommunale Zusammenarbeit macht Sinn“, sagt Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann. Ziel der regelmäßigen Geschwindigkeitsmessung seien nicht höhere Einnahmen aus den Bußgeldern, sondern die Erhöhung der Verkehrssicherheit. „Wir bekommen oft Beschwerden von Bürgern, dass in ihrer Umgebung zu schnell gefahren wird“, sagt Lahmann. Künftig könne gezielt in solchen Bereichen das Tempo gemessen werden.

Dennoch rechnet die Barsinghäuser Verwaltung damit, dass die Kosten für die mobilen Radarmessungen aus den zufließenden Buß- und Verwarngeldern mindestens gedeckt werden können. „Die anderen Kommunen haben uns gesagt, dass das für sie kein Zuschussgeschäft ist“, sagte Lahmann. Dies gilt auch, obwohl die Einnahmen aus Bußgeldern nicht in voller Höhe bei der jeweiligen Kommune verbleiben. „Etwa die Hälfte muss an die Region Hannover abgeführt werden“, sagt Lahmann.

Über die Vereinbarung soll der Rat der Stadt Barsinghausen in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 6. Februar, entscheiden. Der Barsinghäuser Seite schwebt zunächst eine einjährige Probephase vor. „Dann ist ein Erfahrungsaustausch geplant“, sagt Lahmann.

Barsinghausens künftiger Kooperationspartner Wennigsen hat früh damit begonnen, die Geschwindigkeitsüberwachung in die eigenen Hände zu nehmen. Als zuvor die Region Hannover zuständig gewesen sei, habe es mehrere Nachteile gegeben, sagt Wennigsens Fachbereichsleiter Olaf Fals: „Die Kommunen bekamen von den Einnahmen nichts ab, und wir hatten keinen Einfluss auf die Messstellen.“ Das mobile Wennigser Radargerät hat nach Fals‘ Worten insgesamt rund 45.000 Euro gekostet. „Hinzu kam die Ausbildung des Personals.“ Für den Betrieb der Anlage hat die Gemeinde eigens zwei Mitarbeiter eingestellt, die zuvor arbeitslos gewesen seien, sagt Fals. „Die Schaffung der Arbeitsplätze ist für mich ein wichtiges Argument.“ Mit den eigenen Leuten und der modernen Messtechnik bietet Wennigsen seinen Nachbarn nun „einen Rundumservice“ an, wie Fals es nennt. Das Gerät mit Radartechnik ist mit einer Videokamera und sogar einem Nachtsichtgerät gekoppelt. „Alle gemessenen Fahrzeuge werden per Video erfasst“, erläutert der Wennigser Fachbereichsleiter. Wer nicht zu schnell gefahren sei, werde aber sofort wieder gelöscht. Ganz unabhängig bei der Wahl der Tempo-Messstellen sind die Verwaltungen von Wennigsen und Barsinghausen allerdings nicht: „Alle Messstellen müssen vorab von der Polizeiinspektion genehmigt werden“, sagt Fals.

Andreas Kannegießer

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