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Umland Wennigsen Nachrichten Wennigsen punktet mit Fahrradbügeln
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20:43 08.05.2012
Von Michael Hemme
In Wennigsen bieten zahlreiche Anlehnbügel Radfahrern gute Parkmöglichkeiten. Quelle: Heitmüller
Wennigsen

Wer mit dem Fahrrad fährt, muss auch mal anhalten. Für den Landespreis Fahrradfreundliche Kommune ist das sogenannte Fahrradparken zum Hauptkriterium des diesjährigen Wettbewerbs erklärt worden. Wennigsen nimmt daran teil und hat es bereits in die Endrunde geschafft. Das Fachmagazin HannoRad des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) hat dazu eine Umfrage unter den 20 Regionskommunen angestellt.

Autor Ingo Laskowski aus Bredenbeck hat unter anderem nach der Zahl der Stellplätze an Rahmenhaltern (Anlehnbügel) gefragt. Dann hat er die Einwohnerzahl durch diese Zahl geteilt. Die Ergebnisse reichen von einem Stellplatz je 15 Bürger in Wennigsen bis zu einem Stellplatz je 368 Bürger in Pattensen. Auch Wunstorf (24) und Burgwedel (29) schneiden gut ab.

Wie die Umfrage weiter ergab, gibt es in Lehrte, Gehrden und Wennigsen ein Kataster der Fahrradabstellmöglichkeiten – in Burgdorf, Ronnenberg und Wunstorf ist ein solches in Arbeit. Ein Konzept zum Fahrradparken gibt es lediglich in Wennigsen, aber auch in Burgdorf, Garbsen und Ronnenberg wird daran gearbeitet. Gezählt wurden nur die modernen Anlehnbügel.

„Felgenklemmer können schnell zu Felgenkillern werden“, sagt Laskowski. Viele der Anlehnbügel seien von der Region an den Bahnhöfen aufgestellt worden. Verschließbare Anlagen gibt es in sechs Kommunen, zumeist allerdings von der Region an den Bahnhöfen gebaut. Die Stadt Garbsen baute eine eigene Fahrradgarage als Radstation an der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie und plant eine weitere. In Burgwedel gibt es eine an der Schule.

Auch von Besonderheiten berichtet das ADFC-Magazin: In Barsinghausen hat Bahlsen auf seinem Betriebsgelände 2011 eine große und moderne Fahrradabstellanlage gebaut. Auch das TRW-Werk in der Deisterstadt bietet Arbeitnehmern gute Abstellmöglichkeiten für Räder. Die Kreissiedlungsgesellschaft hat vor vielen Mehrfamilienhäusern in Ronnenberg auf Anlehnbügel umgerüstet. Als problematisch wird vom ADFC die Fahrradparksituation vor großen Supermärkten und Einkaufsketten bezeichnet. „Hier besteht großer Handlungsbedarf“, sagt Laskowski.

Jury besucht die Gemeinde

Bei dem Wettbewerb des Niedersächsischen Verkehrsministeriums war in den vergangenen Jahren nach der Einwohnerzahl der Orte unterschieden worden. In diesem Jahr nehmen erstmals alle Orte gleichberechtigt teil, dafür gibt es aber ein Thema: Fahrrad-Parken.

Mit seinem Fahrradkonzept und dem Umrüsten auf radfreundliche Anlehnbügel hat es Wennigsen neben Göttingen und Buchholz in die Endrunde geschafft. Einzig dem Sieger winkt eine Prämie in Höhe von 25.000 Euro. Die Preisverleihung ist für den 5. Juli vorgesehen.

Eine Jury wird Wennigsen am 30. Mai besuchen. Sie kann sich vor Ort über die 2009 gemeinsam mit der örtlichen wirtschaftlichen Interessengemeinschaft (WIG) und dem ADFC initiierte Aktion „Einkaufen mit dem Rad“ informieren. Geschäftsleute konnten sich an einer Sammelbestellung für Anlehnbügel beteiligen.

Das Engagement vieler Ehrenamtlicher trage nun Früchte, sagt Bürgermeister Christoph Meineke. Das Aufstellen der Anlehnbügel habe gezeigt, dass Fahrradfreundlichkeit keine Frage des Geldes sein muss.

„Das ist ein super Jahr für Radfahrer“, sagt Meineke. Er verweist auf die Fertigstellung des neuen Radwegs von Wennigsen nach Sorsum in wenigen Wochen. „Aber wir sind aber noch nicht am Ziel“, betont Meineke. Es gebe durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten. Dazu zähle auch die Regelung von kombinierten Fuß- und Radwegen in der Gemeinde. Die ADFC-Gruppe Wennigsen/Barsinghausen zeigt sich bei einer Umfrage mit der Situation für Radfahrer in Wennigsen zufrieden.

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