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Umland Wennigsen Nachrichten Wird Neubau hinterm Heimatmuseum zu wuchtig?
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00:16 25.05.2017
Von Jennifer Krebs
Ein Architekt aus Barsinghausen will hinter dem Heimatmuseum - dort, wo jetzt das weiße Haus steht - einen großen Mehrfamilienkomplex bauen. Quelle: Jennifer Krebs
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Wennigsen

Chaos durch Baustellenverkehr sei vorprogrammiert, dabei sei der Bröhnweg ohnehin schon sehr belastet. Zu alledem sehe so ein wuchtiger Bau alles andere als schön aus und werde dem Umfeld in keiner Weise gerecht, kritisieren Anwohner. 

Eingereicht sind Pläne für ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit ausgebautem Dach. Die jeweiligen Wohnungen sind unterschiedlich groß - zwischen 48 und 88 Quadratmeter. Für den Neubau wird das weiße Putzhaus, das noch auf dem Grundstück steht, abgerissen. Es steht leer, seit der Besitzer verstorben ist, und wurde nun von den Erben verkauft. Der neue Komplex wird knapp 12 Meter hoch hinter dem Heimatmuseum aufragen und fast bis hinten zum Mühlgraben reichen. Auch wenn rechtlich möglicherweise nichts gegen diese Entwürfe spreche, aus ästhetischer Sicht seien sie verheerend, bedauert eine Gehrdenerin, die oft nach Wennigsen fährt und dort spazieren geht.

Das Heimatmuseum ist eines der ältesten Häuser Wennigsens. Erbaut um 1700, war dies ursprünglich eine der sieben Wassermühlen des Ortes. Zuerst wurde sie als Obermühle des Klosters betrieben, dann an private Müller verkauft. Zuletzt war ihr noch ein Sägewerk angegliedert, bevor die Gemeinde Wennigsen die Mühle 1950 kaufte. Seit 1975 befindet sich hier nun das Heimatmuseum.

Die Region Hannover hat den Bauantrag für den Neubau hinterm Museum noch nicht abschließend geprüft, weil noch Unterlagen nachgefordert wurden. Vorschrift sei, dass für jede Wohnung mindestens ein Parkplatz vorgehalten werden muss. "Da der Investor ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt acht Parteien plant, müssen mindestens acht Parkplätze zur Verfügung gestellt werden", erklärt Regionssprecherin Carmen Pförtner. Vorschrift sei außerdem, dass bei einem Mehrfamilienhaus mit acht Mietparteien oder mehr mindestens eine Wohnung barrierefrei sein muss - ebenso sei dann auch ein Parkplatz behindertengerecht auszubauen.

Museumsplatz
wird neu gestaltet

Jetzt, wo die Böschung zwischen Hauptstraße und Museumsplatz erneuert ist, soll auch der Platz vor dem Heimatmuseum umgestaltet werden. Er ist einer der letzten Bausteine des Gesamtkonzeptes Grünes W, das die Gemeinde im Zuge der Gartenregion Hannover 2009 erarbeitet hat. Die Fläche war ursprünglich ein Holzlagerplatz. "Im Zuge der Gartenregion ist besprochen worden, den Platz mit Außenmaß umzugestalten, um den historischen Charakter zu betonen und Schäden zu beheben", sagt Bürgermeister Christoph Meineke und betont die besondere Bedeutung dieses Areals für Wennigsen. Hier fänden die Feste des Heimatmuseums statt. Der Platz sei ein beliebtes Fotomotiv bei Trauungen, seit man in der alten Mühle auch heiraten kann. Der Mühlendammweg mit Betriebsgraben, an dem das Heimatmuseum liegt, ist sogar ein eingetragenes Kulturdenkmal.

Bis September will die Gemeindeverwaltung für den Ortsrat eine Vorlage erarbeiten. Einbezogen werden soll bei den Planungen auch das Heimatmuseum selbst und der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV). "Derzeit gehen wir davon aus, dass die Bäume erneuert werden müssen", kündigt Meineke an. Die damalige Anlage in Form der höheren Beete habe sich als ungünstig erwiesen. "Wir werden dem Ortsrat vorschlagen, hier neue zu setzen", sagt er. Dann sollen auch die Umrandungen neu gesetzt werden. Meineke kann sich vorstellen, auf Holz zurückzugreifen, um an den alten Charakter zu erinnern, wie er sagt. Auch Sandstein wäre seines Erachtens eine Option.

Hohl und morsch: Zwei Erlen am Mühlteich gefällt

Aus Sicherheitsgründen mussten am oberen Mühlteich hinter dem Heimatmuseum zwei Erlen gefällt werden. Die Bäume waren zum Teil verfault und innen hohl, was man an den Baumstümpfen noch gut sehen kann. "Die Bäume waren im Kronenbereich trocken und wiesen im Stammbereich erhebliche Morschungen auf", sagt Umweltfachmann Jürgen Reinecke von der Gemeindeverwaltung. Es habe die Gefahr bestanden, dass Äste abbrechen oder sogar die ganzen Bäume umstürzen. Die Arbeiten erledigten Mitarbeiter des Bauhofs. Dass die Baumstümpfe noch entfernt werden, ist nicht geplant. Die Stubben würden sich mit der Zeit zersetzen. Es sei nicht notwendig und wirtschaftlich, sie mit schwerem Gerät aus der Böschung zu reißen, erläutert Reinecke.

Fotostrecke Wennigsen: Wird Neubau hinterm Heimatmuseum zu wuchtig?

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