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Wennigsen Ortsrat lehnt Musikverbot in der Öffentlichkeit ab
Umland Wennigsen

Ortsrat Wennigsen lehnt Musikverbot in Wennigsen ab

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14:03 21.11.2019
Der Wennigser Ortsbürgermeister Jan Richard Weber hatte sich gewünscht, dass Musik in Wennigsen nicht mehr über Lautsprecher sondern in der Öffentlichkeit nur noch über Kopfhörer abgespielt werden darf. Quelle: dpa (Symbolbild)
Wennigsen

Darf Musik in Wennigsen künftig nur noch über Lautsprecher gehört werden, wenn man sich vorher eine Genehmigung eingeholt hat? Und wo sollen sich Jugendliche in der Gemeinde treffen, und welche Regeln müssen sie an ihren Treffpunkten beachten? Um diese Fragen ging es auch im Ortsrat Wennigsen.

Der Ortsrat Wennigsen hat in seiner Sitzung beschlossen, für 1400 Euro Bänke und Tische zu kaufen und diese an der geplanten Skateanlage am Bröhnweg aufzustellen. Antragssteller und Ortsbürgermeister Jan Richard Weber hatte sich aber eigentlich gewünscht, dass die Bänke am Festgelände an der Argestorfer Straße am Waldkaterbach aufgestellt werden – doch dieser Platz sei dafür nicht geeignet, waren sich alle anderen Anwesenden einig. Immerhin sei der Platz eingezäunt und liege an einer Straße, auf der die Autos 100 Kilometer pro Stunde fahren. Auch das Jugendparlament hatte den Festplatz als Treffpunkt ausgeschlossen.

So in etwa könnte der Skatepark in Wennigsen aussehen. Und damit sich die Jugendlichen dort auch gerne aufhalten, lässt der Ortsrat Bänke und Tische aufstellen. Quelle: Architekturbüro Studio L2

„Einschränkung geht zu weit“

Entschieden abgelehnt wurde die Bedingung, die Weber an seinen Beschluss knüpfen wollte. In seinem Antrag hieß es zunächst: „Die Bereitstellung der Mittel wird unter den Vorbehalt gestellt, dass der Rat der Gemeinde Wennigsen eine Satzung erlässt, die das Abspielen elektronisch verstärkter Musik auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen innerhalb der Ortschaften nur auf Antrag und nach vorheriger Genehmigung durch die Gemeindeverwaltung erlaubt und Zuwiderhandlungen als Ordnungswidrigkeit einstuft.“

Ein Wunsch, dem sich die restlichen Mitglieder des Ortrats nicht anschließen konnten. „Dann darf ich demnächst auch keine Musik hören, wenn ich im Sommer mit offenen Verdeck Cabrio fahre“, merkte Peter Armbrust (CDU) an. „Diese Einschränkung geht mir zu weit.“ Das sah auch Barbara Krüger, Grünen-Ratsfrau und Präventionsratsvorsitzende, so: „Eine so extreme Einschränkung geht gar nicht.“ Es müsse doch wohl möglich sein, sich mit Freunden draußen hinzusetzen und dabei in angemessener Lautstärke ein wenig Musik zu hören, argumentierte sie.

Weber zeigte sich enttäuscht, dass sein Vorbehalt aus dem Antrag entfernt wurde und stimmte als einziges Ortsratsmitglied gegen den geänderten Antrag. Das Verbot sei das Kernelement seines Antrags, argumentierte er. Hintergrund sei unter anderem, dass sich Anwohner der KGS, des Spielplatzes im Lindenfelde, des Hagemannplatzes und der Straße Am Ententeich belästigt fühlten, wenn sich dort Menschen treffen und bis spät laute Musik hören würden. „Das ist wirklich belastend“, betonte ein KGS-Anwohner.

Insbesondere an den Wochenenden treffen sich auf dem KGS-Gelände viele Jugendliche - und das Jugendparlament möchte, dass das auch so bleibt. Die Jugendvertreter sind deswegen dagegen, dass die Kleinspielfelder in die Spielplatzsatzung der Gemeinde aufgenommen werden. Quelle: Jennifer Krebs (Archiv)

Politiker enttäuscht von Jupa-Stellungnahme

Dieser fragte zudem, wie der Ortsrat zu der Stellungnahme des Jugendparlaments zur Spielplatzsatzung steht. Auch um eine Lösung für die genervten Anwohner zu finden, würde die Gemeindeverwaltung das Schulgelände gerne in die Spielplatzsatzung aufnehmen. Die Nutzung der Kleinspielfelder wäre dann zeitlich beschränkt, laute Musik und Alkohol wären verboten. Momentan gibt es für die Kleinspielfelder an der Wennigser KGS keinerlei Festsetzung.

Das Jupa hatte kürzlich verkündet: „Um das Interesse der Wennigser Jugend bestmöglich zu vertreten, sprechen wir uns gegen jegliche Art von Spielplatzsatzung auf dem KGS-Gelände aus.“ Anselm Bormann (CDU) kritisierte, dass vom Jupa kein Vorschlag gekommen sei, wie eine Regelung aussehen könnte, mit der Anwohner und Jugendliche zufrieden wären. Der Großteil der Anwesenden zeigte sich enttäuscht von der Stellungnahme des Jugendparlaments

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