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Wennigsen Waldorfschule: Basar ist Werbung in eigener Sache
Umland Wennigsen Waldorfschule: Basar ist Werbung in eigener Sache
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00:17 27.11.2018
Die Waldorfpädagogin Ode Desjardis führt mit Schülern und anderen Kindern vor zahlreichen Zuschauern die Schmiedekunst vor. Quelle: Ingo Rodriguez
Sorsum

Es nennt sich schlicht und einfach Basar. Aber an der Freien Waldorfschule Sorsum ist mit diesem Begriff viel mehr als eine reine Verkaufsveranstaltung für Eltern, Angehörige, Schüler und Geschwisterkinder verbunden. „Es ist genau genommen die wichtigste Veranstaltung im Schulkalender, weil es eine Gelegenheit ist, die Schule zu präsentieren“ – so hat am Sonnabend Britta Neddermeier den Stellenwert des Basares der Waldorfschule zusammengefasst. Die Mutter von drei Waldorfschülern hatte sich am frühen Nachmittag im Haus der Jüngsten einen Moment Zeit genommen, um Besuchern Fragen zu beantworten. Denn: „Beim Basar hat jede Klasse eine Aufgabe. Und die Eltern sind auch mit eingebunden“, sagte Neddermeier – um anschließend wieder an den Basteltischen Kindern beim Anfertigen von Weihnachtsschmuck zu helfen.

Die Waldorfschule Sorsum hat sich beim alljährlichen Basar von ihrer besten Seite präsentiert. Die Veranstaltung mit Kreativaktionen, Leckereien und Kunsthandwerk ist zu einem Aushängeschild geworden.

Verkauf, Kunst, Spiele, Musik, Basteln, Büfett: Mit diesen Schlagworten hatte die Waldorfschule nicht ohne Grund vor dem Basar auf Plakaten für die Veranstaltung geworben. „Diese alljährliche Veranstaltung bietet der Schule die Gelegenheit und eine Plattform, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen“, bestätigte auch Schulsprecherin Kornelia Weber den Hintergrund der Aktion. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich wenige Meter weiter an zwei großen Feuerstellen wieder einmal eine kleine Menschentraube gebildet. Zahlreiche Besucher verweilten auf ihrem Rundgang durch die Schulgebäude und Klassen, um der Waldorfpädagogin Ode Desjardis beim Schmieden zuzuschauen. Sie führte gemeinsam mit Eltern, Schülern und anderen Kindern die alte Handwerkskunst vor.

Der achtjährige Michel hatte kurz zuvor genau dort gemeinsam mit der Lehrerin ein Streichmesser geschmiedet. „Wir haben von dem Basar gehört und sind aus Wettbergen gekommen, um den Nachmittag hier zu verbringen“, sagte Michels Mutter Franziska Coors. Ganz ohne Hintergedanken war die Frau aus Hannover-Wettbergen aber nicht gekommen. „Ich wusste, dass bei dem Basar viele Mitmachaktionen für Kinder angeboten werden“, sagte sie.

Auch in diesem Jahr hatten die Organisatoren wieder eine Art Laufzettel für Kinder zusammengestellt – mit Kreativaktionen und Naschpausen. Mitmachen konnten Kinder unter anderem beim Kerzenziehen und Basteln. Außerdem nutzen viele Eltern ihren Besuch, um mit dem Nachwuchs im Werkhof ein Vogelhaus zusammenzubauen oder im Gartenhaus einen kleinen Moosgarten anzulegen. „Größere Kinder können ihren Laufzettel abarbeiten, während die Eltern im Café oder Schulrestaurant einen Moment verweilen und klönen“, sagte Isabelle Bertram.

Natürlich gehören zu einem Basar auch Kunsthandwerk und andere Produkte von Hobbykünstlern. Deshalb hatten auch in der Mehrzweckhalle sowie in weiteren Klassenräumen etliche Aussteller ihre Stände aufgebaut und Waren ausgelegt – unter anderem selbst angefertigte Textilien, Holzarbeiten, Schmuck, Weihnachtsdekorationen, Keramikprodukte, Adventskalender und Plastiken. Zum Angebot des Basares gehörten aber auch musikalische Vorführungen und ein Bücherflohmarkt.

Andrang herrschte auch vor dem Schulrestaurant, wo Zehntklässler den Besuchern deftige Speisen von einem herzhaften Büfett servierten. Christian Ludwig war mit der sechsjährigen Tochter Hanna sogar aus Hameln gekommen. „Wir sind dort auch in einem Waldforfkindergarten und schon zum dritten Mal beim Basar in Sorsum“, sagte Ludwig.

Keine Beschwerden wegen Falschparkern

Erfreuliche Randnotiz: Während des Basares der Waldorfschule sind Beschwerden von Anwohnern über zugeparkte Straßen und Grundstückseinfahrten im Dorf in diesem Jahr trotz der hohen Besucherzahlen nahezu ausgeblieben. Seit etwa drei Jahren wird in Sorsum bei großen Schulveranstaltungen von der Gemeinde ein Teil der Ortsdurchfahrt gesperrt. Für die Dorfstraße in Sorsum besteht dann ein absolutes Halteverbot. Elftklässler fungieren seitdem an den Absperrbaken als Einweiser, die Besucher auf mögliche Parkbereiche hinweisen. Auch jetzt war am Basartag die Landesstraße 391 zwischen Wennigsen und Sorsum bis zur Lemmier Straße gesperrt. Dafür war das Parken einseitig auf der Seite des Fuß- und Radweges der L 391 möglich. Mitarbeiter des Ordnungsamtes mussten deshalb auch nur wenige Strafzettel im Dorf verteilen. Ein Jahr vor dem 25-jährigen Bestehen der Waldorfschule Sorsum scheint der langjährige Streit mit Anwohnern wegen Parksündern bei Schulveranstaltungen nun beigelegt. Die Kritik sei weitestgehend verstummt, bestätigte Schulsprecherin Kornelia Weber.

Von Ingo Rodriguez

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