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Wennigsen Besonderes Testament: Wennigser Urgestein hinterlässt Feuerwehrmusikern 100.000 Euro
Umland Wennigsen

Wennigsen: 100 000 Euro für die Musikzüge

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18:12 26.01.2020
Strahlen um die Wette(von links): Daniel Joswig, Jörg Wieners, Alexandra Mensing, Joachim Batke, Susanne und Uwe Bullerdiek mit dem Vereinsvorsitzenden Jochen Arndt. Quelle: Heidi Rabenhorst
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Wennigsen

Es gibt Momente im Leben, in denen muss man sich erst einmal hinsetzen. Jochen Arndt, Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr Wennigsen, hat so einen Moment am 13. Januar erlebt. An diesem Tag erhielt er ein Schreiben vom Amtsgericht: 100.000 Euro, so war darin zu lesen, erben die Feuerwehrmusikzüge Bredenbeck, Degersen und Wennigsen. Das Wennigser Urgestein Hermann Knölke, der nur eine Woche zuvor im Alter von 95 Jahren gestorben war, hat sie in sein Testament aufgenommen.

„So etwas gibt es nicht alle Tage“, betonte Arndt jetzt bei einem Treffen mit seinen Vereinskollegen, die er mit der frohen Botschaft überraschte. Seit 2007 gibt es den Förderverein der Feuerwehr Wennigsen –Spenden in Höhe von 2000 Euro seien wohl schon mal vorgekommen, aber eine derart hohe Summe? Nein, das ist einmalig.

Erbe soll für die Ausbildung und Förderung der Jugendarbeit sein

Verwundern muss dieses besondere Vermächtnis aber nicht unbedingt: Hermann Knölke habe sich Zeit seines Lebens der Feuerwehr und dort speziell den Musikzügen sehr verbunden gefühlt, weiß Arndt. In seinem Vermächtnis habe er daher verfügt, dass die 100.000 Euro für deren Arbeit verwendet werden müssen – für Instrumente, Noten, die Ausbildung sowie die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit. Bedingungen, die der Förderverein nur zu gern erfüllen wird: „Wenn das Geld auf dem Konto ist, können sich die Musikzüge überlegen, wofür sie es einsetzen möchten“, ergänzte Arndt.

Feuerwehr erinnert sich nur zu gut an Hermann Knölke

Hermann Knölke wird aber nicht nur dank dieser großzügigen Spende in die Geschichte Wennigsens eingehen. Im Ort kannte ihn jeder. Auch die Feuerwehrmitglieder können sich noch sehr gut an den Verstorbenen erinnern. „Meine ersten Manschettenknöpfe stammten aus seinem Laden“, erzählte der Wennigser Gemeindebrandmeister Uwe Bullerdiek über den einstigen Uhrmacher. Arndt wiederum habe 1959 im Alter von zehn Jahren von Knölke seine erste Uhr bekommen. Alexandra Mensing vom Musikzug Degersen sagte, dass sie zu jedem Geburtstag bis zum 18. Lebensjahr eine Silberbesteckgarnitur im Rokoko-Stil für ihre Aussteuer bekommen habe. „Die kauften meine Eltern immer bei Hermann Knölke.“

Arndts Vize Jörg Wieners konnte sich noch gut darin erinnern, dass Knölke ihm fehlendes Besteck besorgt habe, das es so nicht mehr zu kaufen gegeben habe. „Er hat bei Kollegen und bei der Herstellerfirma nachgefragt, ob es noch etwas aus der Serie gebe.“ Unvergessen bleibt auch, dass Knölke zur Erinnerung an den nächsten Batteriewechsel bei einer Uhr immer Pappkärtchen verteilt habe.

Auch Knölkes Ladeneinrichtung war Kult – seit den Sechzigerjahren hatte sie sich nicht mehr verändert. Fit sei das Wennigser Urgestein bis zum Schluss gewesen, weiß Arndt. Auch beim letzten Freischießen habe er noch aus dem Fenster geguckt. „Wenn man sich mit ihm über längst vergangene Zeiten mit ihm unterhielt, kam man erst nach einer Stunde wieder aus dem Laden“, weiß Arndt. Knölke habe viele Geschichten gekannt. Und auch seine werden sich die Wennigser jetzt wohl noch länger erzählen.

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Von Heidi Rabenhorst

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