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Wennigsen Wennigserin hat kleinen Blumenladen in ihrem Privathaus eröffnet
Umland Wennigsen

Wennigsen: Angela Jacke hat kleinen Blumenladen in ihrem Privathaus eröffnet

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16:52 09.07.2019
Im April hat Angela Jacke ihren kleinen Blumenladen im Erdgeschoss ihres Wohnhauses eröffnet. Quelle: Lisa Malecha
Wennigsen

Früher gab es sie an jeder Ecke: Kleine Läden in Wohnhäusern. Heute dominieren große Ketten, Supermärkte und Discounter oft das Ortsbild. In Wennigsen stellt sich eine Floristin diesem Trend entgegen – und musste dabei viele Hürden überwinden, um ihren „Kleinen Blumenladen“ in ihrem Privathaus zu eröffnen.

Floristin macht sich nach 40 Jahren selbstständig

Von Außen sieht es aus wie ein ganz normales Wohnhaus. Nur die Fahne und das Schild weisen darauf hin, dass sich hinter der Tür ein Laden befindet. „Heut habe ich geschlossen, wenn der Laden geöffnet hat, stehen auch vor der Tür Blumen und ein großer Schirm“, sagt Angela Jacke, als sie die Tür öffnet. Tritt man in den Windfang, steigt einem direkt der Duft von Blumen in die Nase. Überall in der Diele stehen Gestecke und Schnittblumen. Weiter hinten sind Regale mit afrikanischem Wein, Senfspezialitäten, Nudeln, Marmeladen und Soßen.

Neben Gestecken, Blumensträußen und Pflanzen in Töpfen verkauft Angela Jacke auch Wein und Feinkostartikel. Quelle: Lisa Malecha

Nach 40 Jahren als Floristin hat Jacke den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Doch wie kam sie auf die Idee, den Blumenladen in ihren eigenen vier Wänden zu eröffnen? „Ich habe 16 Jahre in Egestorf gearbeitet, die Besitzerin musste den Laden aber aus Krankheitsgründen schließen“, sagt sie. Zwar habe ihre Chefin ihr angeboten, dass sie das Geschäft übernehmen kann, doch das wollte Jacke nicht. „Ich habe noch 10 Jahre bis zur Rente, da wollte ich mich jetzt nicht mehr so hoch verschulden – der Laden war einfach zu groß“, sagt die 55-Jährige.

Früher wurde im Verkaufsraum zusammengesessen

Daher habe sie sich für ihren „eigenen kleinen, aber feinen Blumenladen“ entschlossen. „Ich stand auf der Treppe und dachte: Hier habe ich doch eigentlich genug Platz“, sagt Jacke. Also fragte sie ihre Familie, was sie von der Idee hielten – und alle waren mit an Bord. „Mir war wichtig, dass meine Familie hinter mir steht, immerhin lade ich nicht nur Fremde in unser Haus ein, es hat sich für uns auch einiges geändert durch den Laden.“ Denn dort, wo heute die zahlreichen bunten Blumen stehen, haben die Jackes früher ihren Besuch empfangen. „Hier stand ein großer Tisch, an dem wir zusammengesessen haben“, sagt sie. Auch Gäste müssen sich umstellen: Denn das Gästezimmer befindet sich im Erdgeschoss – direkt neben dem Verkaufsraum.

In der ehemaligen Küche ihrer Schwiegermutter schneidet Angela Jacke die Blumen und stellt die Sträuße zusammen. Quelle: Lisa Malecha

In der ehemaligen Küche ihrer Schwiegermutter schneidet Jacke die Blumen und stellt die Sträuße zusammen. Denn bevor sie und ihre Familie beide Stockwerke nutzten, lebten im Erdgeschoss die Eltern ihres Mannes.

Jacke muss viele Auflagen erfüllen

Doch ganz so einfach war es dann nicht, den Laden in ihrem Wohnhaus zu öffnen. „Die Region hatte ziemlich viele Auflagen“, sagt sie. Es ging um Brandschutz, um Türbreiten, um Rampen für Rollstuhlfahrer und darum, dass der Aufgang zur Wohnung nicht durch eine Tür vom Laden getrennt ist. Nach zahlreichen Gesprächen und Terminen konnte sie dann doch alle Auflagen erfüllen. Unter anderem hat sie eine Rampe gekauft, die sie bei Bedarf an die Eingangstür legen kann. Auch die Türbreiten waren letzten Endes doch ausreichend – ein all zu großer Umbau blieb ihr erspart. Ansonsten wäre Wennigsen vielleicht um einen Laden ärmer geblieben.

„Man hört immer, dass kleine Läden aussterben – aber wenn man einen eröffnen will, wird es einem sehr schwer gemacht“, sagt Jacke. Am Ende hat aber doch alles funktioniert, Jacke konnte ihren Laden eröffnen.

Das Erdgeschoss ihres Wohnhauses hat Angela Jacke zum Blumenladen umfunktioniert. Quelle: Lisa Malecha

Einkauf in kleinen Mengen ist schwer

Einfach sei es mit einem so kleinen Geschäft nicht, weiß sie mittlerweile. „Ich bekomme gar nicht so geringe Mengen, wie ich eigentlich bräuchte“, sagt Jacke. Denn auf dem Großmarkt werden die Blumen immer nur in Bündeln verkauft – viele muss Jacke irgendwann entsorgen. Die Märkte seien eben auf größere Geschäfte ausgelegt.

Nun geht es darum, sich einen treuen Kundenstamm aufzubauen, damit sie kein Minusgeschäft macht. „Irgendwann bleibt dann vielleicht sogar ein bisschen Geld übrig“, hofft Jacke. Denn sie lege Wert auf Außergewöhnliches. Standard sucht man vergeblich. Es gibt eher ungewöhnliche Blumenarten, alles ist individuell und per Hand zusammengestellt. Auch für große Feiern, für Beerdigungen, für Hochzeiten stellt Jacke Pakete zusammen. Zudem bietet sie einen Lieferservice an.

Öffnungszeiten und Anfahrt

Wer sich den „Kleinen Blumenladen“ ansehen möchte, findet ihn an der Mittelstraße 18 in Wennigsen. Infos gibt es auch bei Jacke unter Telefon ( 05103) 9276894 sowie per E-Mail an angela@derkleine-blumenladen.de. Außerdem gibt es auf der Homepage unter derkleine-blumenladen.de zahlreiche Informationen.

Immer dienstags, mittwochs und freitags hat Jacke geöffnet –und zwar von 9 bis 13 sowie von 15 bis 18 Uhr und nach Absprache. Am Sonnabend kann von 8 bis 13 Uhr eingekauft werden. Montags und Donnerstags bleibt der Laden geschlossen.

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