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Wennigsen Wie gehen Helfer mit rechten Parolen um?
Umland Wennigsen Wie gehen Helfer mit rechten Parolen um?
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14:03 14.11.2018
Die Ehrenamtlichen müssen sich gegenseitig rechte Parolen an den Kopf werden. Quelle: Lisa Malecha
Wennigsen

Was tun, wenn man als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer mit rechten Parolen konfrontiert wird? Darum ging es beim Workshop, den die Kirchenkreise Ronnenberg und Laatzen-Springe angeboten haben.

Mehrere ehrenamtliche Flüchtlingshelfer und engagierte Bürger haben an dem Workshop teilgenommen und gelernt, wie sie auf rechte Parolen reagieren können.

„Da werfen wir einfach Molotowcocktails rein, dann ist da Ruhe“ – an diese Aussage einer Gruppe von Menschen, die gegenüber der Flüchtlingsunterkunft in Ingeln-Oesselse saßen, erinnert sich Christine Rupp noch ganz genau. Die Frau, die sich ehrenamtlich im Flüchtlingsnetzwerk des Orts engagiert, war fassungslos. „Ich konnte in dem Moment nichts sagen, mir haben die Worte gefehlt. Zuhause habe ich geweint.“ Auch die weiteren Besucher des Workshops kennen ähnliche Situationen, werden mit rechten Parolen konfrontiert oder persönlich angegriffen, weil sie anderen Menschen helfen.

„Immer wieder berichten Menschen, egal ob sie mit Flüchtlinge, Obdachlosen oder Migranten arbeiten, dass sie sich für rechtfertigen oder entschuldigen müssen“, sagt Maik Bischoff vom Antikriegshaus Sievershausen, der das Training leitete. Das passiert nicht nur im Ehrenamt sonder auch im persönlichen Umfeld. Oft fällt es schwer, darauf spontan zu reagieren, ohne in Streit zu geraten. „Ich werde dann oft ausfallend und rege mich auf“, sagt eine Teilnehmerin und andere stimmen zu. „Wir setzten uns daher mit Argumentationsstrategien auseinandersetzten und erarbeiten, wie mit dieser Kritik und auch mit rechten Parolen besser umgegangen werden kann“, erläutert Bischoff.

Beim Schnuppertraining hat er den Teilnehmern beigebracht zu erkennen, wann für sie selbst eine Grenze des Tolerablen erreicht ist, wann sie sich auf eine Diskussion einlassen, und wann es auch mal richtig ist, sich der Situation zu entziehen. „Es geht mir nicht um Extremsituationen sondern darum, wie man reagiert, wenn man bei Tante Erna am Tisch sitzt und die auf einmal eine Parole raushaut“, sagt Bischoff. „Viele wollen dann nicht als der Böse hingestellt werden, der immer diskutieren muss.“ Solche und ähnliche Situationen werden dann im Training ganz praktisch geübt. Die Teilnehmer berichten, was sie bei Gesprächen aufregt, über was sie stundenlang reden können und müssen auch in die Rolle desjenigen Schlüpfen, der mit Vorurteilen um sich wirft. Denn eines müsse jedem klar sein, sagt Bischoff: „Bei Menschen mit einem geschlossenen, rechten Weltbild, nützen auch die besten Argumente und Techniken nichts.“

Organisiert hatten den Workshop Sabine Freitag vom Kirchenkreis Ronnenberg und Friederike Hoffmann vom Kirchenkreis Laatzen-Springe. Beide haben eine Koordinierungsstelle für Ehrenamtliche. „Es ist ja häufig so, dass Engagement hinterfragt wird“, erläutert Hoffmann, warum aus ihrer Sicht das kostenlose Angebot so wichtig sei.

Von Lisa Malecha

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