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Wennigsen Angekommen: Christof Starke leitet nun die Freie Waldorfschule Sorsum
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Wennigsen: Der Neue: Christof Starke leitet die Freie Waldorfschule Sorsum

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07:09 15.01.2020
Christof Starke (46) aus Hannover leitet die Freie Waldorfschule Sorsum. Quelle: Jennifer Krebs
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Sorsum

Sind es tatsächlich erst zwei Monate? „Ich habe das Gefühl, schon viel länger hier zu sein, weil schon so viel passiert ist“, sagt Christof Starke. Seit November ist der 46-Jährige aus Hannover der neue Geschäftsführer der Freien Waldorfschule Sorsum mit ihren 360 Schülern, 50 Lehrkräften und sieben Verwaltungsmitarbeitern – und hat bereits das Gefühl, er sei angekommen. Er habe eine gut laufende Schule von seiner Vorgängerin Anja Sevenich übernommen, sagt Starke und schwärmt von einem schönen Schulgelände, tollen Kollegen und einem guten Schulklima.

Ein Quereinsteiger

Die Waldorfschule hat mit ihm einen Quereinsteiger eingestellt. Der neue Mann an der Spitze der Waldorfschule ist Diplom-Ingenieur für Raumplanung. Fast 14 Jahre lang hat Starke bei Hannoverimpuls, der gemeinsamen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der Landeshauptstadt und Region Hannover gearbeitet. Dann war er in Frankfurt. Zuletzt kümmerte er sich um die Wirtschaftsförderung im Landkreis Stade. Auch Gründungsberatung habe er dort viel gemacht, und er habe in einem Arbeitskreis zum Thema Schule und Beruf mitgearbeitet, erzählt Starke. Und in diesem Punkt sei sein alter Job dann gar nicht mehr so weit von seinem neuen entfernt, findet er.

Auf der Schulwiese haben die Schüler zum 25-jährigen Bestehen der Waldorfschule im vergangenen Jahr die Zahl 25 gebildet. Quelle: Bernd Schönebaum (Archiv)

Die Berufsorientierung ist fester Bestandteil im bestehenden Oberstufenkonzept der Waldorfschule. Im Oktober gab es die erste Berufsmesse an der Schule, bei der mehr als 50 Eltern ihre Berufe vorstellten. Sie war für die Jugendlichen eine gute Gelegenheit, um mit Menschen aus der Berufspraxis ins Gespräch zu kommen. Von Handwerks- und medizinischen Berufen über künstlerisch-musische Berufe bis hin zu akademischen Berufen war alles vertreten.

Die Neugier wecken

Die Schule will aufs Leben vorbereiten – und die Waldorfpädagogik könne das auf besondere Weise, findet Strake. Waldorfpädagogik will die Neugier der Schüler auf die Welt wecken. Sie setzt auf die Stärken der Kinder und ermutigt, die eigenen Fähigkeiten und Begabungen zu entfalten. „Jedes Kind ist ein Könner“, sagt Starke und räumt auch mit Vorurteilen auf.

Waldorfschüler seien nicht weltfremd. Auch wenn Computer und Smartphones in der Schule eher nicht erwünscht sind – die Digitalisierung im Klassenzimmer schreitet auch hier voran. Die Jugendlichen benötigen auf diesem Gebiet Fertigkeiten für eine erfolgreiche Berufsbiografie, genauso aber auch Maßstäbe, um Risiken beurteilen zu können. „Die Schüler müssen für einen bewussten Medienumgang sensibilisiert werden“, sagt Kornelia Weber von der Verwaltung der Sorsumer Waldorfschule und spricht von einer „digitalen Fürsorgepflicht, die wir haben“.

Gefragt: Waldorfschule hat mehr Anmeldungen als Plätze

So einiges läuft anders an Waldorfschulen, und sie boomen. Das Auswahlverfahren für die erste Klasse läuft zurzeit in Sorsum. Die Schule ist einzügig. 30 Kinder können aufgenommen werden – aber die Nachfrage sei viel größer, sagt Kornelia Weber von der Schulverwaltung. Im dritten Jahr in Folge gibt es mehr Anmeldungen als Plätze. Offenbar hat die Sorsumer Waldorfschule einen guten Ruf weit über Wennigsen hinaus. Die Schüler kämen sogar aus Bad Nenndorf, aus Hameln und Emmerthal, sagt Weber. Das ist mit der S-Bahn eine Fahrt von einer Dreiviertelstunde. Das Schulgeld liegt bei 300 Euro im Monat. Die Waldorfschulen bekommt weniger Zuschüsse vom Land als öffentliche Schulen. „Um das zu kompensieren, müssen wir Schulgeld erheben“, sagt Sorsums neuer Geschäftsführer, Christof Starke. Eltern von Schülern können eine Ermäßigung beantragen. Erklärtes Ziel ist es, kein Kind aus finanziellen Gründen abzuweisen.

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