Wennigsen: Diese Themen sind für die neue Leiterin der Grundschule wichtig 
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Wennigsen Ganztag, Mensa, Sporthalle: Für die neue Grundschulleiterin sind diese Themen wichtig
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Wennigsen: Diese Themen sind für die neue Leiterin der Grundschule wichtig 

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07:03 23.10.2020
Kinder, Lehrer und Eltern kennen Melanie Engelke schon lange. Seit 2002 ist sie an der Grundschule Wennigsen. Seit Beginn des Schuljahres leitet sie die Grundschule auch.
Kinder, Lehrer und Eltern kennen Melanie Engelke schon lange. Seit 2002 ist sie an der Grundschule Wennigsen. Seit Beginn des Schuljahres leitet sie die Grundschule auch. Quelle: Lisa Malecha
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Wennigsen

Melanie Engelke ist die neue Leiterin der Grundschule Wennigsen. Mitten in der Corona-Zeit hat die 44-Jährige die Nachfolge von Hanna Rojczyk angetreten. Doch Corona ist nicht die einzige Herausforderung, mit der sich Engelke konfrontiert sieht. Die Sanierung oder der Neubau der maroden Sporthalle, die Umstellung auf die Ganztagsschule und die Frage der Essensversorgung sind einige der großen Themen, mit denen sich die neue Schulleiterin befassen muss.

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Seit 2002 ist Engelke bereits an der Grundschule tätig – zunächst als Lehrerin, dann als stellvertretende Schulleiterin. „Ich habe mich hier direkt nach meinem Referendariat beworben“, sagt Engelke, die in Hemmingen wohnt. Seither ist sie der Schule treu geblieben. „Ich fühle mich hier einfach wohl, schätze die Gemeinschaft, und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniert auch gut“, sagt Engelke. Zwar habe sie sich immer mal wieder überlegt, noch an eine andere Schule zu gehen –aber sich dann gefragt, warum sie das tun sollte, wenn ihr in Wennigsen doch alles gefällt.

Corona hat viel Kraft gekostet

Dadurch, dass sie mitten in der Corona-Pandemie die Schulleitung übernommen hat, sei natürlich alles ein wenig anders gelaufen als gedacht. Doch die erste Etappe haben sie, die Kollegen und die Schüler ohne große Probleme überstanden. „Alle halten sich an die Vorgaben, und wir haben so gut wie keine Maskenverweigerer“, sagt Engelke.

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Dennoch habe Corona viel Kraft gekostet. „Homeschooling waren wir alle nicht gewohnt“, sagt Engelke und ergänzt: „Ich bin stolz darauf, wie wir das gemeinsam hingekriegt haben.“ Nun laufe alles wieder besser – wenn auch in eingeschränktem Umfang. „Wir dürfen wieder den Morgenkreis und die freie Arbeit anbieten, die ja zu unserem Konzept gehören“, sagt Engelke.

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Digitalisierung vorantreiben

Ein Vorteil, den sie in der Corona-Pandemie sieht, sei, dass die Digitalisierung vorangetrieben wurde. „Wir stellen jetzt unsere Elternbriefe auch auf E-Mail um“, sagt Engelke. Doch sie wolle die Digitalisierung noch weiter vorantreiben. Engelke setzt sich dafür schon lange ein. Unter anderem hatte sie vor Jahren bereits die Dokumentenkameras an die Grundschule gebracht. Nun fehlen noch das WLAN und die Activ Panels, die interaktiven Flachbildschirme fürs digitale Klassenzimmer. „Das dauert alles länger, als uns lieb ist“, sagt Engelke.

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Auch ein Raumkonzept habe die Schule für die Digitalisierung schon erstelle. „Nur die dritten und vierten Klassen bekommen die Activ Panels, die ersten und zweiten Klassen arbeiten weiter mit den Dokumentenkameras“, sagt sie. Das bedeute aber auch, dass die Schüler nach zwei Jahren das Klassenzimmer wechseln müssen.

Die Sporthalle ist zu klein für die Grundschule. Quelle: Lisa Malecha (Archiv)

Offenes Ganztagskonzept wird bevorzugt

Doch Corona und die Digitalisierung sind nicht die einzigen großen Themen, derer sich Engelke als Schulleiterin annehmen muss. Auch den Bereich Ganztagsschule übernimmt sie von ihrer Vorgängerin Hanna Rojczyk, die von 2012 bis 2020 Leiterin der Grundschule Wennigsen war.

Ihr sei von Anfang an klar gewesen, dass zahlreiche Großprojekte auf sie zukommen werden. „Trotzdem wollte ich die Stelle, ich will für meine Kollegen und meine Schüler Dinge ermöglichen, will sehen, was mein Einsatz den Kindern bringt“, sagt Engelke.

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Ab 2025 haben Eltern ein Recht auf Ganztagsbetreuung. „Das wird noch spannend – ich hoffe, wir können mitwirken und finden eine vernünftige Lösung und nichts Semioptimales“, sagt Engelke. Auch für den Fall, dass ein Teil des Gebäudes abgerissen und neu gebaut werden muss, hofft sie auf eine gute Zwischenlösung für ihre Schüler.

Wichtig sei ihr vor allem, dass der Ganztag vernünftig umgesetzt wird. „Es darf keine Aufbewahrung für Kinder werden“, sagt sie. „Wir müssen etwas mit Mehrwert anbieten, denn viele Wennigser Eltern könnten ihre Kinder mittags abholen.“ Gewünscht sei daher ein offenes Ganztagskonzept für den Anfang.

„Irgendwann könnten wir dann in ein teilgebundenes Modell wechseln, damit wir qualitativ hochwertige Angebote machen können – doch die erfordern auch, dass eine Mindestzahl von Schülern mit dabei ist.“ Zudem wolle sie, dass die enge Zusammenarbeit mit dem Hort und der Kinderkantine gewahrt wird. Für die Erst- und Zweitklässler solle es zudem keine festen AGs geben, da diese nach dem Unterricht im Hort Zeit für Hausaufgaben und zum Austoben haben sollen.

Engelke fordert Mensa an der Grundschule

Ein Punkt, in dem Engelke nicht kompromissbereit ist, ist die Essenssituation. „Wir werden nicht mit unseren Schülern zur KGS laufen, um dort essen zu gehen“, sagt sie. „Da werde ich nicht verhandeln.“ Sie hofft, dass auch an der Grundschule eine Mensa entstehen kann.

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Auch die sanierungsbedürftige Turnhalle ist ein wichtiges Thema, dem sich Engelke widmet. „Ich habe in die Halle viel Herzblut gesteckt, habe 2004 den ersten Sponsorenlauf für den Wandprallschutz organisiert“, sagt sie. Doch eigentlich, das wisse sie auch, brauchen die Grundschüler eine größere Halle. „Wir brauchen 32 Hallenstunden, haben aber nur 29.“ Sie wolle mitsprechen bei der Planung. „Wo welche Geräte Sinn machen, welcher Boden gut ist – da sollten wir gefragt werden“, sagt Engelke. Sie habe leider häufig das Gefühl, dass die Schule zwar gefragt, aber nicht gehört werde.

Von Lisa Malecha