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Wennigsen Entsteht der erste Gemeinschaftsgarten bald neben Caleidis?
Umland Wennigsen Entsteht der erste Gemeinschaftsgarten bald neben Caleidis?
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16:49 20.02.2019
Ein Gemeinschaftsgarten: Der Wennigser Präventionsrat und der Verein Miteinander können sich einen Palettengarten wie hier in Barsinghausen auch in Wennigsen vorstellen. Quelle: Frank Hermann
Wennigsen

Für ihre Idee von einem Gemeinschaftsgarten, wo Flüchtlinge und deutsche Familien gemeinsam gärtnern können, haben der Präventionsrat und der Verein Miteinander möglicherweise ein geeignetes Grundstück in Wennigsen gefunden. Neben dem neuen Baugebiet Caleidis, das gerade an der Degerser Straße entsteht, gebe es eine Fläche, „auf die wir uns nun konzentrieren“, teilte Jürgen Welk im Ausschuss für Soziales, Jugend und Integration mit. Er gehört zum Vereinsvorstand, aber auch zur Lenkungsgruppe des Wennigser Präventionsrates. Die alten Hütten auf dem Grundstück könnten abgerissen werden, sagte Welk.

Flüchtlingsarbeit verändert sich

Der Verein Miteinander hatte zunächst zwei verwilderte Gärten am Heinz-Berndt-Weg gegenüber der Wohnanlage von Graubunt im Auge gehabt. Diese Gärten seien aber verpachtet und stünden deswegen nicht zur Verfügung, hatte die Klosterkammer Hannover als Eigentümerin dem Verein auf Nachfrage mitgeteilt.

Zusammen im Garten arbeiten, pflanzen und ernten: Präventionsrat und Verein Miteinander sprechen von einem Begegnungsraum zwischen geflüchteten Menschen und Wennigsern, der entstehen könnte. Ohnehin hat sich die Flüchtlingsarbeit mit der Zeit stark verändert, nachdem die Erstversorgung erledigt ist. Der Schwerpunkt liegt inzwischen auf der Alltagsbegleitung und darauf, die Flüchtlinge mit Deutschen zusammenzubringen. Dabei helfen sollen solche neuen Projekte wie der Gemeinschaftsgarten.

Jung hilft Alt

Es gibt viele Wege, Flüchtlingen zu helfen, sich in Wennigsen einzuleben. Immer dienstags gibt es das Sprachcafé im Familienzentrum an der Neustadtstraße. Für die Flüchtlingskinder in der Grundschule gibt es Nachhilfe. Neuerdings hat der Verein Miteinander sogar eine eigene Arbeitsgruppe als bessere Schnittstelle zwischen den Flüchtlingen und den Schulen.

Vor allem junge Flüchtlinge bräuchten eine Aufgabe – gegen die Langeweile, aber auch, weil sie etwas zurückgeben wollen, sagt Welk. Er denkt dabei an normale Nachbarschaftshilfe, zum Beispiel beim Hecke schneiden. Der Verein nennt dieses Projekt „Jung hilft Alt“.

Erstes Zuckerfest in Wennigsen

Auch ein Musikprojekt als Chor oder mit Instrumenten ist angedacht. Und es soll am 8. Juni erstmals ein Zuckerfest in Wennigsen geben – „organisiert von Geflüchteten“, sagt Welk. Mit dem Zuckerfest feiern Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan.

Sein Fest der Kulturen organisiert der Verein Miteinander zusätzlich. Es hat sich inzwischen etabliert. Einheimische, geflüchtete Menschen und Migranten feiern, tanzen und lachen zusammen – und lernen sich kennen. Vor einem Jahr kamen über 300 Besucher.

Immer weniger Flüchtlinge kommen nach Wennigsen

162 Flüchtlinge leben aktuell in Wennigsen – 64 Kinder und 98 Erwachsene. Nicht alle werden von der Kommune betreut. 52 sind inzwischen anerkannt, dann ist das Jobcenter für sie zuständig. 101 Flüchtlinge aus Wennigsen warten hingegen noch darauf, dass ihr Asylantrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bearbeitet und entschieden wird.

Als sichere Herkunftsländer stuft Deutschland derzeit acht Länder ein: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien auf dem Balkan sowie Ghana und Senegal in Afrika. Die Bundesregierung will dieser Liste auch Tunesien, Algerien, Marokko und Georgien hinzufügen. Die meisten Asylbewerber, die in Wennigsen wohnen, kämen aus Syrien, sagt Wennigsens Integrationsbeauftragte Hacer Kirli. Gefolgt von Irak, Iran und Nigeria.

Nach dem Verteilmodus des Landes muss Wennigsen in diesem Jahr nur 13 neue Flüchtlinge aufnehmen. Fünf davon sind schon da. Die Gemeinschaftsunterkunft an der Max-Planck-Straße ist momentan mit 41 Menschen belegt. Ansonsten sind die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen untergebracht. Die Unterkunft an der Werner-von-Siemens-Straße wurde bereits aufgelöst. Und für das Haus an der Runde Straße endet Ende Februar der Vertrag – „weil kein Bedarf mehr besteht und damit keine unnötigen Kosten entstehen“, sagt Kirli. Wenn die Runde Straße aufgegeben wird, zieht die Fahrradwerkstatt vom Verein Miteinander in die Begegnungsstätte an der Hirtenstraße.

Von Jennifer Krebs

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