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Wennigsen Experten diskutieren mit Wennigsern über den Klimaschutz
Umland Wennigsen

Wennigsen: Expertenrunde diskutiert mit den Wennigsern über den Klimaschutz 

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14:21 31.10.2019
Diskutieren über den Klimaschutz (von links): Matthias Miersch, Kerstin Siegmund, Gunther Seckmeyer, Ralf Schickhaus, Udo Sahling, Harmen Gehrke, Ina Rust und Werner Meier. Quelle: Georg Weber
Wennigsen

Wie hat unsere Umwelt eine Zukunft? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, auch in Wennigsen. Das zeigte am Mittwochabend auch eine Informationsveranstaltung mit sieben Experten auf dem Podium, zu der der SPD-Ortsverein eingeladen hatte. Im großen Saal der Pinkenburg mussten für die vielen Besucher zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Vielen blieb trotzdem nur ein Stehplatz.

Klimaforscher Gunther Seckmeyer vom Institut für Meteorologie und Klimatologie an der Leibniz Universität Hannover zeigte in seinem Beitrag die Entstehung des globalen Klimawandels und dessen Folgen auf. „Klimaschutz so nebenbei geht nicht. Wir müssen konsequent die Verringerung der Treibhausgase in den Griff bekommen. Neben Veränderungen im gewohnten Lebensstil müssen wir auf regenerative Energien aus einer Kombination von Sonne und Wind setzen“, sagte der Wissenschaftler.

Voller Saal: Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Quelle: Georg Weber

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch betonte, dass die Auswirkungen des Klimawandels nicht mit einem Gipfeltreffen der Nationen oder mit einem Gespräch an einem Abend gelöst werden könnten. „Wir müssen über den besten Weg weiter streiten und eine Akzeptanz bei allen Menschen mit Verantwortungsbewusstsein für die Zukunft erreichen“, sagte er. Erstmals sei für Deutschland ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht worden. Die aktuelle Bundesregierung, aber auch die künftigen Regierungen müssten Farbe bekennen und sich dem Handlungsdruck stellen, ergänzte Miersch.

Man müsse einen gesellschaftlichen Konsens für die Nutzung der regenerativen Energiequellen herstellen. „Wir können uns nicht dem weiteren Ausbau der Windenergie auf dem Land oder der Südlinktrasse komplett verschließen“, sagte Miersch. In der Debatte um einen Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zweifelte er die Lenkungswirkung an. „Wer viel Geld hat, kann sich eine weitere Umweltverschmutzung leisten und zahlt dafür einfach etwas mehr. Das kann nicht die Lösung sein. Alle Menschen müssen ihren Lebensstil ändern“, fordert der SPD-Politiker.

Experten aus Wennigsen: Ökobauer Harmen Gehrke und Ina Rust von der Initiative Wennigsen for Future. Quelle: Georg Weber

Ralf Schickhaus, Betriebsleiter der Knigge'schen Forstverwaltung, erläuterte auf dem Podium die Bedeutung des Waldes als wichtigen Faktor und lokalen CO2-Speicher. „Wir sollten mehr mit Holz bauen“, sagte er. Es reiche nicht, Holz zu Heizzwecken nur zu verbrennen.

Kreislandwirt Werner Meier aus Barrigsen schilderte die Auswirkungen von extremen Temperaturschwankungen und Witterungseinflüssen auf die Landwirtschaft. „Trotz einer höheren Produktfülle an landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist der CO2-Ausstoß in den letzten Jahren nicht gestiegen“, sagte er und rief dazu auf, mehr regionale Produkte von Landwirten vor Ort zu kaufen.

Auch der Ökobauer und Fachberater für Naturlandbetriebe, Harmen Gehrke, aus Holtensen warb für ein Umdenken bei den Verbrauchern. „Der Ökolandbau kann die Menschheit ernähren. Wir müssen nicht jeden Tag Fleisch essen.“

Forstexperte Ralf Schickhaus (links) und Udo Sahling von der Klimaschutzagentur der Region Hannover. Quelle: Georg Weber

Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, hat nach eigenen Worten festgestellt, dass bei großen Konzernen bereits ein Prozess des Umsteuerns eingesetzt hat. Gewonnen habe er diese Erkenntnis bei einer Veranstaltung bei Volkswagen. „Das macht Hoffnung“, sagte Sahling. Dennoch trage jeder selbst eine Verantwortung. „Klimaschutz beginnt bereits Zuhause.“

Ina Rust von der neuen Initiative Wennigsen for Future verwies auf das Klimaschutzaktionsprogramm der Kommune und forderte: „Wir müssen neue Ansätze umsetzen. Hannover braucht auch Wennigsen. Die Stadt Hannover und die Kommunen in der Region müssen klimaneutrale Ziele gemeinsam angehen.“

Auf Bierdeckeln notieren die Zuhörer ihre Fragen. Quelle: Georg Weber

Während der Vorträge hatten sich die Zuhörer viele Fragen auf den dafür vorgesehenen Bierdeckeln notiert. Moderatorin Kerstin Siegmund sortierte diese und leitete die Diskussion. Die Grundforderung lautete am Ende: Deutschland muss eine Vorreiterrolle im Klimaschutz übernehmen. Das wichtigste Fazit: Klimaschutz geht jeden an!

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Von Georg Weber

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