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Wennigsen Fridays for Future: 50 Schüler aus Wennigsen streiken für das Klima
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Wennigsen: Fridays for Future: 50 Schüler aus Wennigsen streiken für das Klima

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16:37 29.11.2019
Die jungen Aktivisten marschieren mit Protestbannern durch Wennigsen. Quelle: Ingo Rodriguez
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Wennigsen

Nur rund 50 Demonstranten anstatt, wie noch im September, mehr als 300: Beim zweiten Klimastreik in Wennigsen haben die jungen Aktivisten der lokalen Fridays-for-Future-Bewegung einen kleinen Rückschlag hinnehmen müssen. An dem Protestmarsch von der KGS über die Grundschule bis zum Rathaus und zum S-Bahnhof beteiligten sich am Freitagmorgen nur rund 50 Schüler – und vereinzelt erwachsene Klimaschützer.

Erwartet hatten die Organisatoren um den 17-jährigen Versammlungsleiter Lukas Farwig etwa 700 Demonstranten. Im September hatten sich dem Klimastreik noch weit mehr als 300 Wennigser angeschlossen. „Wir sind schon etwas enttäuscht und müssen schauen, woran es gelegen hat“, sagte Mitorganisator Meno Stemmermann, Schüler der KGS. Möglicherweise habe sich der Termin des globalen Klimastreiks mit einer Reihe von Klassenarbeiten überschnitten.

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Die jungen Aktivisten marschieren mit Protestbannern durch Wennigsen. Quelle: Ingo Rodriguez

Beim Zusammentreffen der Demonstranten vor der Sophie-Scholl-Gesamtschule hatten die Initiatoren der Wennigser Fridays-for-Future-Bewegung sehr zuversichtlich geklungen. „Wir haben für die Schüler im Vorfeld etwa 500 Zettel für eine Freistellung vom Unterricht verteilt – also etwa 200 mehr als für den ersten Streik“, sagte der 17-jährige Wanja Beckers. Doch im Gegensatz zu der Premiere im Spätsommer wollten sich dem Marsch bei sehr kühlen Temperaturen nur wenige KGS-Schüler anschließen. Darunter war der zwölfjährige Ramon. „Es wird tonnenweise Plastik weggeworfen. Das ist respektlos, weil so die Welt zerstört wird“, sagte der Junge beim Start des Umzugs.

Aktivisten fordern mehr Solaranlagen und loben neue Ratsgruppe

Die Initiatoren forderten bei der Aktion deutlich konkretere Maßnahmen für den lokalen sowie für den globalen Umweltschutz. Für Wennigsen sei es notwendig, noch mehr Solaranlagen auf den Dächern von Gebäuden zu bauen. „Dass der Rat eine Arbeitsgruppe für Klimaschutz gegründet hat, in der wir auch vertreten sind, ist aber sehr erfreulich“, sagte Versammlungsleiter Farwig.

Am lautstark geäußerten Protest der jungen Aktivisten änderte die geringe Teilnehmerzahl nichts. Mit Bannern, Plakaten und lautstark gerufenen Parolen bahnte sich der Umzug den Weg durch Wennigsen. Der elfjährige Anselm begründete seine Teilnahme mit der Profitgier vieler Unternehmen. „Die Menschen verprassen die ganzen Rohstoffe und schaden so dem Klima, nur um mehr Geld zu verdienen“, sagte der Elfjährige. Die 15-jährige Mathilda aus Degersen hatte sich spontan entschieden, mit durch den Ort zu marschieren. „Zu der Demonstration nach Hannover fahre ich aber nicht mit, weil ich in der fünften Unterrichtsstunde nicht die Vorbereitungen auf eine Klassenarbeit verpassen will“, sagte die Jugendliche.

Lob für die Beharrlichkeit der Initiatoren

Ein großes Lob gab es für die Aktivisten bei der ersten Kundgebung vor der Grundschule. Dort wurden die Protestler von etwa 100 Schülern mit Plakaten empfangen. „Es ist toll, dass sich Jugendliche so beharrlich für die Zukunft einsetzen“, sagte die Schulleiterin Hanna Rojczyk. Begleitet wurde der Umzug von der Grundschülern aber nicht. In seiner Ansprache verwies KGS-Schüler Stemmermann auf den zeitgleichen Termin der Verkaufsaktion Black Friday. „Viele Leute kaufen Dinge ein, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie viel CO2-Austoß bei der Produktion und dem Transport der Waren entstehen“, sagte er.

Vor der Grundschule wird der Protestzug von etwa 100 Kindern empfangen. Quelle: Ingo Rodriguez

Vor ihrer Abschlussetappe zum S-Bahnhof und der anschließenden Fahrt zur Friday-for-Future-Demo in Hannover gab es von einem Passanten Kritik: „Die jungen Leute sparen auch nicht alle im Alltag Energie: Bestimmt haben die alle gerade ihr Smartphone nicht ausgeschaltet“, sagte der Mann.

Am zweiten Klimastreik der Fridays-for-Future-Bewegung in Wennigsen haben sich rund 50 Schüler beteiligt. Der Protestmarsch zog von der KGS über die Grundschule bis zum S-Bahnhof.

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Von Ingo Rodriguez

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