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Wennigsen So können Schafe und Meerschweinchen Förderkindern helfen
Umland Wennigsen

Wennigsen: Heilpädagogischer Kindergarten in Holtensen arbeitet mit Tieren

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00:16 09.06.2019
Svenja Grün vom Institut für soziales Lernen mit Tieren erklärt den Kindern, wie sie das Schaf Hilde streicheln sollen. Quelle: Ingo Rodriguez
Holtensen

„Schön langsam streicheln, und nicht zu doll. Dann mag die Hilde das total gerne“, sagt Svenja Grün. Sie arbeitet beim Institut für soziales Lernen mit Tieren in der Wedemark – und bei ihrem Besuch im Heilpädagogischen Kindergarten in Holtensen hat sie nicht nur Schaf Hilde mitgebracht. Aus ihrem Auto und dem mit Stroh ausgelegten Anhänger holt sie an diesem Morgen auch noch Schaf Henri, Huhn Erna und mehrere Meerschweinchen und Kaninchen heraus. Auf dem Außengelände des Kindergartens toben die Tiere in einem Gehege herum, während die Jungen und Mädchen mit Unterstützung der Institutsmitarbeiterin vorsichtig mit den Schafen in Kontakt treten. „Schön kraulen, dann bekommt ihr weiche Hände. Deshalb wird das Fett aus dem Fell der Schafe auch für kosmetische Cremes verwendet“, sagt Grün.

Förderverein wirbt für Projekt Spende über 2000 Euro ein

Noch zwei weitere Mitarbeiter aus dem Institut für soziales Lernen mit Tieren helfen. Sie sind nicht nur nach Holtensen gekommen, damit die Kinder die Tiere streicheln können. Denn hinter dem Projekt steckt mehr. „Die zwanglose Kontaktaufnahme und vorsichtiges Füttern oder Aufnehmen der Tiere soll die Sinneswahrnehmungen der Kinder schärfen, Fürsorgegefühle wecken und auch das Verantwortungsbewusstsein stärken“, sagt Silke Hecke, Vorsitzende des Fördervereins Paritätisches Kinderzentrum Wennigsen.

Im Heilpädagogischen Kindergarten Holtensen soll ein Projekt mit Haus- und Nutztieren bei den Kindern mit unterschiedlichem Förderbedarf das Verantwortungsbewusstsein stärken und die Sinne schärfen.

Zu dem Verbund gehören der Heilpädagogische Kindergarten in Holtensen und der Sprachheilkindergarten in Degersen. In den beiden Einrichtungen werden rund 90 Jungen und Mädchen mit unterschiedlichem Förderbedarf betreut. Die Kinder kommen aus dem ganzen Süden der Region. Sie haben Entwicklungsverzögerungen und -störungen sowie Auffälligkeiten bis hin zu geistigen Behinderungen. Für sie hat der Förderverein das Projekt mit den Tieren möglich gemacht.

„Wir haben beim Reifenkonzern Conti gezielt für die Aktion eine Spende in Höhe von 2000 Euro eingeworben“, sagt Hecke. Vor einigen Jahren habe es schon einmal so ein Projekt gegeben. „Weil die pädagogische Wirkung von Haus- und Nutztieren nachgewiesen ist, wollten wir eine Neuauflage ermöglichen“, sagt die Fördervereinsvorsitzende.

Kontakt zu Tieren ruf Empathie hervor

Die neue Kita-Leiterin Rita Oelsmann-Wolf hilft bei der Kontaktaufnahme mit einem Meerschweinchen. Quelle: Ingo Rodriguez

Fünfmal besuchen die Mitarbeiter vom Institut soziales Lernen mit Tieren die Kindergartenkinder. Die vierjährige Lena ist von der ersten Kontaktaufnahme mit einem Meerschweinchen sehr angetan. „Das Fell fühlt sich flauschig an“, sagt sie, während sie das Tier behutsam streichelt. Über das Engagement des Fördervereins ist auch die neue Kindergartenleiterin Rita Oelsmann-Wolf sehr erfreut. „Die Körperwärme der Tiere und der Kontakt sollen bei Menschen die Wahrnehmung verbessern und beruhigend sein“, sagt sie.

Oelsmann-Wolf leitet seit Anfang Mai den Heilpädagogischen Kindergarten in Holtensen und wird momentan von ihrer Vorgängerin und langjährigen Kita-Chefin Anne Ersfeld eingearbeitet. Ersfeld freut sich, dass sie das Projekt vor ihrem Ruhestand noch einmal miterleben kann. „Durch die Begegnung mit den Tieren werden bei Kindern Empathie und Fürsorge hervorgerufen, was später untereinander wieder auftaucht“, weiß sie. Zum Abschlusstermin wolle auch ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks kommen, um einen Beitrag über soziales Lernen mit Tieren zu drehen, sagt Ersfeld.

Die Begegnung mit den Tieren weckt bei vielen Kindern auch Fürsorgegefühle. Quelle: Ingo Rodriguez

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