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Wennigsen Heilpädagogischer Kindergarten bekommt neue Gruppe
Umland Wennigsen Heilpädagogischer Kindergarten bekommt neue Gruppe
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00:19 03.03.2019
Das Nachbarhaus wird derzeit umgebaut, damit dort eine weitere Kindergartengruppe, sowie ein Bewegungsraum für die Frühhilfe und Räume für die Mitarbeiter entstehen können. Quelle: Lisa Malecha
Holtensen

Gespannt beobachten die Jungen und Mädchen den Trubel auf dem Außengelände des Heilpädagogischen Kindergartens in Holtensen. Bagger buddeln große Löcher, zu denen ein Gabelstapler die mehrere Meter hohen Bäume fährt. Auf dem Dach des Nachbarhauses, dass die Einrichtung nun gekauft hat, laufen die Dachdecker. Es gibt viel zu entdecken für die Kinder, die in der Einrichtung betreut werden, die zum Paritätischen Kinderzentrum Wennigsen gehört.

Eine neue Gruppe soll ab Mai im neu erworbenen Haus des heilpädagogischen Kindergartens betreut werden. Auch das Grundstück vergrößert sich. Schon jetzt wurden die neuen Bäume gepflanzt.

Seit 1971 werden Kinder mit besonderem Förderbedarf bereits in den Räumen der alten Schule in Holtensen betreut. Nun entsteht Platz für sechs weitere Jungen und Mädchen. Der Heilpädagogische Kindergarten wird bereits im Mai in einem Haus auf dem Nachbargrundstück eine zusätzliche Betreuungsgruppe eröffnen. „Wir betreuen hier bereits 45 Kinder aus der südlichen Region Hannover, haben aber immer noch mehr Bedarf“, sagt Leiterin Anne Ersfeld. Lange haben sie und ihr Team überlegt, wie dieser Bedarf gedeckt werden kann. „Das habe ich auch auf dem Neujahrsempfang in Holtensen erzählt“, sagt sie. Und das brachte dann eine unerwartete Möglichkeit mit sich, denn unter den Gästen war auch der Besitzer des Nachbarhauses am Katzenhagen. „Er wollte sein Haus verkaufen, meldete sich bei mir und wir haben die Gelegenheit genutzt.“ Die Gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit Hannover (GGPS) hat als Träger der Kindertagesstätte das benachbarte Grundstück mit Gebäude erworben.

Einrichtung wird um 150 Quadratmeter erweitert

In das neue Gebäude werden auf 150 Quadratmetern ein neuer Gruppenraum, ein Büro sowie ein Besprechungsraum für die Pädagogische Frühförderung sowie ein spezieller Bewegungsraum entstehen. Der Eingang bekommt einen Hublift. „Alles wird barrierefrei ausgebaut“, sagt Architektin Antje Apel. Denn das derzeit schon genutzte Gebäude hat zwar einen barrierefreien Eingang, allerdings ist im Inneren nicht alles rollstuhlgerecht. Im neuen Gebäude können dann auch Schwerstbehinderte betreut werden. Im Inneren wird es zwei Küchen sowie Sanitäranlagen mit WCs und Duschen geben. Das Haus bekommt zudem eine neue Dämmung, ein neues Dach und eine Holzverschalung. „Man soll schon von Außen sehen, dass hier Kinder betreut werden“, sagt Apel. Daher setzt sie auf viel Farbe und natürliche Materialien. „Es soll ein fröhliches Haus werden.“ Drei Monate beträgt die Bauzeit. Eröffnung soll am 20. Mai sein.

Gruppe bietet Platz für sechs Kinder

Sechs neue Kinder können dann vom Kindergarten aufgenommen werden, der sich die Räume mit der Frühförderung teilt. Denn die Frühförderung gehört ebenso wie der Heilpädagogische Kindergarten und der Sprachheilkindergarten in Degersen zum Paritätischen Kinderzentrum Wennigsen. „Zudem wird das Außengelände um 1000 Quadratmeter vergrößert“, sagt Georg Steimann, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft für paritätische Sozialarbeit Hannover. Die neuen Bäume für das Grundstück, zwei Platanen und zwei Apfelbäume, wurden nun geliefert und gepflanzt. Auch Johannisbeeren, Erdbeeren und Birnen wird es im Garten geben. Zudem hat der Förderverein ein Bodentrampolin gespendet, dass demnächst eingebaut werden soll. Die beiden Außenflächen sollen künftig über Wege miteinander verbunden werden.

Einrichtung ist aus Elterninitiative entstanden

Der Kindergarten ist eine spezielle Fördereinrichtung für Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsverzögerungen, -störungen und Auffälligkeiten bis hin zu geistigen Behinderungen. Es gibt Bewegungs-, Rhythmik- und Therapieräume. „Unser Motto lautet: ’Ein geschützter Raum zum Üben und stark werden.’“, sagt Ersfeld. Das Einzugsgebiet des Kinderzentrums umfasst die gesamte südliche Region Hannover. Entstanden ist die Einrichtung aus einer Initiative von Eltern, die sich 1969 Zusammengetan haben. Ziel war die Förderung und Betreuung behinderter Kinder. Die Eltern schlossen sich ein Jahr später der Lebenshilfe an und mieten die alte Dorfschule in Holtensen, die zu diesem Zeitpunkt schon längere Zeit ungenutzt war. „Einige Lehrer lebten noch in dem Haus, aber die Schule war nach Brendenbeck umgezogen“, sagt Ersfeld.

Therapie gehört zum Angebot

1972 wird dann der Vertrag mit der Pariätischen Sozialarbeit Hannover geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt werden bereits 38 Kinder in 5 Gruppen in Holtensen betreut –damals war dort auch noch der Sprachheilkindergarten beheimatet. 1998 schließlich kaufte die neue Trägergesellschaft das Gebäude, ließ es umbauen und sanieren. Nach und nach werden immer mehr Menschen eingestellt – Erzieher, Therapeuten, Psychologe, Krankengymnastin und Sozialpädagogen. Heute sind täglich zwischen 20 und 30 Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer mit der Betreuung der 45 Kinder in sieben Gruppen Kinder betraut.

Das ist die heilpädagogische Frühförderung und Beratung

Auch die heilpädagogische Frühförderung und Beratung ist in der alten Dorfschule Holtensen beheimatet. Rund 20 Mitarbeiter kümmern sich von hier aus um 120 Kinder in der südlichen Region Hannover. „Je nach Bedarf steigern wir die Zahl unserer Mitarbeiter“, sagt Renate Rode, die die Frühförderung seit 1992 leitet. Im Gegensatz zum Kindergarten kümmern sich die Mitarbeiter der Frühförderung im heimischen Umfeld um die Kinder. Frühchen werden ebenso wie Kinder mit Downsyndrom und Autisten betreut. „Wir gehen in die Familien, beraten Kitas und Tagesmütter, zeigen Fördermöglichkeiten auf, beraten und bieten Therapien an“, sagt Rode. Die Kinder erhalten eine individuelle Einzelförderung unter anderem in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Kommunikation, Sprache, Spielentwicklung sowie in der emotionalen und sozialen Entwicklung.

„Wir können Kinder schon ab kurz nach der Geburt betreuen“, sagt Rode. Mit der Einschulung endet die Betreuung. Sie bedauert allerdings, dass viele Eltern sehr zögerlich sind, keine Hilfe annehmen wollen. „Es wird nicht als Chance verstanden und oft als ein Abstempeln empfunden“, sagt sie. Dabei gehe es darum, die frühkindliche Entwicklung zu unterstützen und zu fördern. „Zudem vernetzen wir mit Experten, Ärzten, Therapeuten“, zählt sie auf. Mehr Informationen zu den Einrichtungen gibt es online auf der Homepage des Paritätischen Kinderzentrums.

Von Lisa Malecha

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