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Wennigsen Historische Ortsratsscheune soll das nächste Dorfprojekt werden
Umland Wennigsen

Wennigsen: Historische Ortsratsscheune soll das nächstes Dorfprojekt werden

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15:38 28.11.2019
Die Scheune wird von einem Gang durchzogen, der Teil des Wanderweges Hohe Heide ist. Quelle: Ingo Rodriguez
Bredenbeck

Beim Betreten der sogenannten Ortsratsscheune in Bredenbeck ist auch etwas Vorsicht angebracht: „Diese Holzleiter ist eigentlich lebensgefährlich“, sagt der Vorsitzende des Dorfgemeinschaftsvereins, Thomas Behr. Dann erklimmt er trotzdem zwei der Leiterstufen. „Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, um in den Nebenraum zu kommen“, sagt Behr. Er ist gemeinsam mit Ortsbürgermeisterin Marianne Kügler in die historische Scheune gekommen, um den Zustand des Gebäudes und die gelagerten Gegenstände zu begutachten.

Die Erneuerung der historischen Ortsratsscheune soll das nächste große Dorfprojekt in Bredenbeck werden. Die Vereine müssen ihr gemeinsames Lager zunächst entrümpeln. Dann soll renoviert werden.

Die Entrümpelung und Erneuerung des gemeinsamen Lagers der Dorfvereine sowie der Feuerwehr wollen Behr und Kügler zum nächsten großen Gemeinschaftsprojekt im Dorf machen. Der Dorfverein hat nach der erfolgreichen Eröffnung des neuen Dorfgemeinschaftshauses für die Renovierung und Umgestaltung der anderen Scheune seine Hilfe angeboten. „Die Räume werden aber von vielen Vereinen und Organisationen als Lager genutzt, deshalb müssen auch alle mit anpacken“, sagt Kügler.

Dass sie die Schlüsselgewalt für den mehr als 100 Jahre alten Bau besitzt, erklärt den Namen der Scheune. Das Gebäude sei schon seit Jahren im Besitz der Gemeinde Wennigsen und stehe seitdem auch dem Ortsrat zur Verfügung, weiß Behr. Die Gemeinde habe in jüngerer Vergangenheit zwar Reparaturen am Dach erledigt. „Außerdem wurden auch die zersplitterten Glasscheiben erneuert“, ergänzt Kügler. Trotzdem müsse innerhalb der Scheune jede Menge gemacht werden, um die Räume sinnvoll zu nutzen. „Es müsste die Elektrik erneuert und Licht installiert werden, dann braucht man vernünftigen Stauraum, Regale, eine kleine Treppe, um den Nebenraum zu erreichen“, zählt Behr erste Ideen auf.

Thomas Behr und Marianne Kügler inspizieren den von den Dorfvereinen gemeinsam genutzten Lagerraum. Quelle: Ingo Rodriguez

Bei einem Rundgang stoßen er und die Ortsbürgermeisterin auch auf historische Schätze. „Die Feuerwehr lagert hier unter anderem eine antike Spritze, aber auch der Pfahl und der Kranz vom Maibaum sind hier untergebracht“, sagt Behr. Für den bevorstehenden Adventsmarkt auf dem Hof Warnecke hat er kürzlich mit Helfern des Dorfvereins aus der Scheune die Arkaden herausgeholt. Dass in den Räumen viel Gerümpel aber auch notwendiges Material kreuz und quer gelagert ist, bereitete den Helfern offenbar Probleme. „Man kommt ja an die ganzen Sachen schlecht ran“, sagt Behr.

Dorfverein will bei Erneuerung helfen

Hintergrund seines Vorstoßes und der Idee, die Scheune zu erneuern, sind Platzprobleme des Dorfgemeinschaftsvereins. „Wir brauchen mehr Lagerkapazitäten“, sagt Behr. In der Scheune sei es möglich, viel Stauraum zu schaffen. Unter anderem lagern auch schon die Außenbänke des Dorfvereins in der Scheune. „Beim Aufräumen werden sicherlich jede Menge spannende Dinge gefunden“, glaubt die Ortsbürgermeisterin. Trotzdem: „Es müssen alle Vereine und Organisationen bei dem Projekt mithelfen, denn wir können ja nichts wegschmeißen, was vielleicht noch benötigt wird“, betont Kügler. Zumindest für einen großen Haufen aufgetürmter Backsteine hat Behr schon eine Verwendung. „Die können wir gut gebrauchen, um Schadstellen in der Fassade des neuen Dorftreffs auszubessern“, sagt er.

Für die Erneuerung der Ortsratsscheune bietet der Vorsitzende des Dorfvereins seine Hilfe an. „Wir hatten beim Umbau der anderen Scheune zum neuen Dorfgemeinschaftshaus rund 50 ehrenamtliche Bauhelfer, davon etwa 20 bis 25 die regelmäßig mitgeholfen haben“, sagt Behr. Es gebe genug Leute im Dorf, die Interesse daran hätten, für Bredenbeck etwas zu tun. Um trotzdem notwendige Kosten für das Projekt zu decken, schlägt der Vorsitzende des Dorfvereins die alljährlichen Ortsratsmittel vor.

Darüber will Ortsbürgermeisterin Kügler mit dem Ortsrat sowie den Vertretern der Vereine, Verbände, Einrichtungen und Organsiationen beim nächste Neujahrsgespräch reden. Dann wollen Kügler und Behr auch um Hilfe für die Entrümpelung und Erneuerung der Scheune werden. Vom Tisch ist inzwischen eine Idee, darin eine Fahrradwerkstatt einzurichten. „Das wird bei dem Zustand des Gebäudes angesichts der notwendigen Brandschutzvorschriften unmöglich“, sagt Kügler.

Nur wenige kennen die Geschichte der Scheune

Über die Geschichte der mehr als 100 Jahre alten Ortsratsscheune können in Bredenbeck nur noch wenige Dorfbewohner Auskunft geben. Einer davon ist der Ehrenvorsitzende des Heimat- und Kulturvereins sowie früherer Ortsbürgermeister, Fritz Seemann. Die Scheune sei um etwa 1900 von der Familie Steingrobe für ihre Hofstelle errichtet worden, erzählt Seemann. Der Maurermeister Friedrich Steingrobe sei Landbesitzer gewesen und habe nebenerwerblich als Landwirt gearbeitet. „Seine Tochter heiratete später August Gewecke. Deren zweiter Sohn Walter verkaufte die Scheune in den Siebzigerjahren an die Gemeinde“, sagt Seemann.

Hintergrund sei die von der Gemeinde angestrebte Erschließung des hinter der Scheune liegenden Gebietes Hohe Heide gewesen. Bis heute wird die Scheune von einem Gang durchzogen, der Teil des Wanderweges Hohe Heide ist. Das Wohnhaus neben der Scheune ist laut Seemann bis heute noch im Besitz einer Tochter Walter Geweckes, die aber dort nicht selbst wohnt. Die Scheune sei vor vielen Jahren auch schon als Garage genutzt worden. „Als die Post noch Personenverkehr betrieben hat, wurden die Busse über Nacht durch den damals noch großen Torbogen gefahren und in der Scheune geparkt“, erzählt Seemann. ir

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Von Ingo Rodriguez

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