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Wennigsen Jugend darf sich bei KGS treffen – aber nicht spätabends und ohne Musik
Umland Wennigsen Jugend darf sich bei KGS treffen – aber nicht spätabends und ohne Musik
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15:55 19.04.2019
Tote Hose? Der Eindruck täuscht. Insbesondere an den Wochenenden treffen sich auf dem KGS-Gelände viele Jugendliche. Die Kleinspielfelder sollen nun in die Spielplatzsatzung der Gemeinde aufgenommen - dann wäre auch laute Musik dort verboten. Quelle: Elena Everding
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Wennigsen

Wennigsen überarbeitet gerade seine Spielplatzsatzung. Die Gemeindeverwaltung will die Kleinspielfelder für Beachvolleyball und Basketball sowie das Kleinfußballfeld auf dem Gelände der Sophie-Scholl-Gesamtschule neu in die Spielplatzsatzung mit hineinnehmen. Die Benutzung der Kleinspielfelder ist dann zeitlich beschränkt, abends etwa und auch an den Wochenenden. Die Verwaltung schlägt 8 bis 20 Uhr vor sowie an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 20 Uhr. Außerdem sind Musikanlagen in störender Lautstärke verboten. Und es darf kein Alkohol getrunken werden.

Anwohner fühlen sich gestört

Vor allem am Abend und am Wochenende treffen sich oft viele Jugendliche auf dem KGS-Gelände am Bürgermeister-Klages-Platz. Einige Anwohner sind deswegen genervt und fühlen sich gestört. Der Präventionsrat richtete einen Runden Tisch ein, um mit den Anwohnern, den Jugendlichen und der Schule in den Dialog zu kommen. Schon vorher hatte es im Rathaus Gespräche mit den Anliegern gegeben und die Verwaltung hatte sich daraufhin mit einem Lärmschutzgutachter zusammengesetzt und auch das KGS-Gelände begutachtet.

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Ist die Spielplatzsatzung nun ein guter Kompromiss? „Sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Anliegern war es der Wunsch, dass klare Regeln gelten“, sagt Bürgermeister Christoph Meineke. Die Kleinspielfelder, die nun in der Spielplatzsatzung der Gemeinde mit erfasst werden sollen, sind bisher im Nachmittagsbereich nichts Halbes und nichts Ganzes. Diese Flächen gehören zwar zum Schulgelände, was außerhalb der Schulzeiten öffentlich genutzt werden darf. „Allerdings gab es keine kommunale Regelung, wie es zum Beispiel bei den Spielplätzen der Fall ist“, sagt Meineke.

Musik und Alkohol sind verboten

Die Spielplatzsatzung der Gemeinde regelt den Betrieb auf allen Spielplätzen, Bolzplätzen und auch auf dem Fitness-Parcour und Mehrgenerationenspielplatz in Wennigsen und in den Ortsteilen. Durch die Satzung werden sie zu öffentlichen Einrichtungen. Die Verwaltung hat in ihrer Beschlussvorlage für die Kleinspielfelder auf dem KGS-Gelände die regulären Ruhezeiten wie überall als Grundlage genommen – allerdings mit dem Zusatz, sagt Meineke, dass zur Nutzungszeit keine Musik gespielt werden darf. Der Lärmschutzgutachter, den die Gemeinde beauftragt hatte, war zu dem Ergebnis gekommen, „dass dann die Lärmemissionen zu hoch sind“, sagt Meineke. Eine Altersbeschränkung gilt nicht – „allerdings das Verbot von Alkohol wie auf anderen Spielplätzen auch“, sagt Meineke. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und das kann Bußgeld bedeuten.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass mit der Aufnahme der KGS-Kleinspielfelder in die Spielplatzsatzung allen Seiten genüge getan ist. Auch Präventionsratvorsitzende und Grünen-Ratsfrau Barbara Krüger hält diesen Vorschlag durchaus für einen vernünftigen Kompromiss, auch wenn aus ihrer Sicht über die Beschlussvorlage, die am 8. Mai als erstes in den Ortsrat Wennigsen geht, im Detail noch gesprochen werden müsse. Gleichzeitig wirbt Krüger für ein Stück weit mehr Akzeptanz. Für viele Jugendliche sei der öffentliche Raum oft der einzige Ort, an dem sie Zeit verbringen und sich mit ihrer Clique treffen können. Die Skateranlage, die am Bröhnweg entstehen soll, wird ein neuer Treffpunkt werden.

Mehr Mülleimer am Ententeich

Der Präventionsrat will mit seinen Runden Tischen zwischen Anwohnern und Jugendlichen vermitteln – „und Lösungen finden“, sagt Vorsitzende Barbara Krüger. Nicht nur von Anliegern am KGS-Gelände gab es öfter Beschwerden. Auch der Ententeich am Mühlendammweg ist ein beliebter Treffpunkt bei jungen Leuten. Vor allem der Müll, die hinterher liegen bleibt, ärgert die Anwohner.

Inzwischen hat die Gemeinde zusätzliche Mülleimer am Ententeich aufgestellt. Die Körbe werden nun häufiger geleert. Es stehen auch Schilder. Nun soll vielleicht die Beleuchtung noch besser werden. Über eine weitere Lichtquelle werde nachgedacht, sagt Krüger. Das Landeskriminalamt hatte außerdem geraten, Sichtachsen frei zu schneiden. Das ist aber Sache jedes einzelnen Anwohners. „Der Runde Tisch Ententeich ist damit abgeschlossen“, sagt Krüger. Abschließend hatte der Präventionsrat jeden Anlieger noch einmal angeschrieben und informiert.

Der Präventionsrat hatte sich nach der letzten Kommunalwahl neu zusammengefunden. Das neue Konzept, nach dem das Gremium arbeitet, soll möglichst viele Gruppen vernetzen. Um nah am Geschehen zu sein, entscheiden die Einwohner im neuen Präventionsrat in einer Lenkungsgruppe und in einem Plenum mit, welche Themen wichtig sind und wo Handlungsbedarf besteht. Am 6. Juni ist die nächste Beteilungskonferenz geplant.

Von Jennifer Krebs

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